Universität Basel, Kollegienhaus, Petersplatz 1, 4051 Basel, Hörsaal 102
Gesellschaft & Kultur
Das Einsiedler Welttheater nach Calderón: Hürlimann, Krohn, Bärfuss
Öffentlicher Vortrag von Prof. Dr. Jürgen Barkhoff (Trinity College Dublin) im Rahmen der Ringvorlesung «Literaturen der Schweiz»
(Illustration: Yvonne Rogenmoser)
Die Schweiz ist ein Land vieler Sprachen, Kulturen und literarischer Traditionen. Die Ringvorlesung beleuchtet diese Vielfalt aus einer interphilologischen Perspektive und lädt dazu ein, bekannte und weniger bekannte Literaturen der Schweiz neu zu entdecken.
Die geographische Lage der Schweiz zwischen grossen europäischen Sprachräumen und ihre Geschichte als Transit-, Migrations- und zugleich Rückzugsraum haben ihre Literaturen geprägt. Zur sprachlichen Vielfalt gehören neben Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch auch die zahlreichen Formen des Schweizerdeutschen. Hinzu kommt eine bedeutende postmigrantische Literatur, in der mehrfache Sprach- und Kulturbindungen zum Ausdruck kommen.
Auch international renommierte Autorinnen und Autoren fanden in der Schweiz zeitweise Zuflucht oder eine Wahlheimat – von Jean-Jacques Rousseau und Mary Shelley über Hermann Hesse, Thomas Mann und Vladimir Nabokov bis zu Patricia Highsmith und Donna Leon.
Die Ringvorlesung erkundet diese historische und kulturelle Spannweite exemplarisch. Die interphilologische Perspektive soll etablierte Kanonisierungsmuster aufbrechen und den Blick für die ästhetische Vielfalt und «Ungleichzeitigkeit» literarischer Entwicklungen schärfen. Zugleich versteht sich die Reihe als Einladung zu neuen Entdeckungen und Lektüren.
Die Vorlesungsreihe wird durch die Freiwillige Akademische Gesellschaft Basel gefördert.
Veranstalter:
Departement Sprach- und Literaturwissenschaften
Öffentliche Vernissage neuer Castellio-Bücher und Preisverleihung Kreativwettbewerb
Sebastian Castellio (1515–1563), Humanist, Theologe und einer der ersten Toleranzdenker, der konsequent für Gewissens- und Glaubensfreiheit eintrat. Bild. zVg
Am Anlass werden drei bedeutende Neuerscheinungen präsentiert:
Das «Castellio-Lesebuch» mit einem Geleitwort von Bernhard Vischer und Beiträgen international renommierter Castellio-Forscherinnen und -Forscher: Dr. Christine Christ-von Wedel, Dr. Matthias Dall‘Asta, Dr. Peter Litwan, Prof. Dr. Barbara Mahlmann-Bauer, Dr. Mikkel Mangold, Dr. Uwe Plath, Dr. Stefania Salvadori, Prof. Dr. Ueli Zahnd.
Die Monographie «Sebastian Castellio zwischen Mittelalter, Reformation und Humanismus. Eine Darstellung seiner Toleranzideen im Dialog mit Figuren des Basler Münsters» von Dr. Christine Christ-von Wedel.
Rekonstruktion des lateinischen Originaltextes mit deutscher Übersetzung von «De haereticis non puniendis – Ketzer dürfen nicht bestraft werden» von Dr. Uwe Plath (Castellio-Preisträger 2026).
Grusswort: 1. Vizepräsidentin des Nationalrats Katja Christ
Öffentliche Buch- und Projektpräsentation mit Dr. des. Catrina Langenegger, Prof. Dr. Thomas Metzger und Anna Voser
Am 7. Februar 1945, kurz vor der Kapitulation Deutschlands, erreichte ein Rettungstransport mit 1200 Jüdinnen und Juden aus dem Ghetto Theresienstadt St. Gallen. Angestossen hatte die Befreiungsaktion 1944 das Schweizer Ehepaar Recha und Yitzchok Sternbuch, das die Unterstützung von Jean-Marie Musy fand. Der katholisch-konservative Altbundesrat trat mit dem Reichsführer SS Heinrich Himmler, den er persönlich kannte, in Verhandlungen ein. Himmler versprach sich einen Reputationsgewinn NS-Deutschlands bei den Westalliierten und veranlasste die Zusammenstellung des Transports.
Wer waren die Menschen, die durch diese Aktion in die Schweiz gelangten? Wie erlebten sie die Auswahl für den Transport und ihren Aufenthalt in der Schweiz? Wohin migrierten sie nach Kriegsende weiter? Welchen Platz nimmt die Befreiungsaktion in ihren Erinnerungen ein? Einem biografischen Ansatz folgend, wird die Geschichte dieser Rettungsaktion im 2025 erschienenen Buch «Wir machen einen grossen Schritt ins Leben. Die aus dem Ghetto Theresienstadt Befreiten in der Schweiz: Lebenswege und Erinnerungen» nacherzählt.
Die Publikation ist Teil des Forschungs- und Public-History-Projekts «Zug in die Freiheit» der Pädagogischen Hochschule St. Gallen. Zurzeit werden die gewonnenen Forschungsergebnisse für die schulische und ausserschulische Geschichtsvermittlung aufbereitet: Bis 2027 entstehen eine internationale Projektwebsite, ein Erinnerungsort im und um das Hadwig-Gebäude in St.Gallen, in dem die Befreiten zuerst untergebracht waren, sowie Unterrichtsmaterialien für Schüler:innen.
Universität Basel, Kollegienhaus, Aula, Petersplatz 1, 4051 Basel
Medizin & Gesundheit
Empörung über das Ungefähre: postfaktische Argumentation über COVID-19
Forum Basiliense Lecure von Prof. Dr. Christian Drosten, Charité – Universitätsmedizin Berlin
Der deutsche Virologe Prof. Dr. Christian Drosten hält die Forum Basiliense Lecure 2026. (Foto: Wiebke Peitz/Charité)
Wie entstehen wissenschaftsfeindliche Narrative, und warum fällt es schwer, mit Unsicherheit und komplexen Fakten umzugehen? Der Virologe Christian Drosten spricht über postfaktische Argumentation im Kontext der COVID-19-Pandemie.
Die COVID-19-Pandemie hat nicht nur medizinische und gesellschaftliche Folgen sichtbar gemacht, sondern auch den Umgang mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und Unsicherheit geprägt. In seinem Vortrag «Empörung über das Ungefähre: postfaktische Argumentation über COVID-19» beleuchtet der Virologe Prof. Dr. med. Christian Drosten, wie wissenschaftliche Aussagen öffentlich verhandelt, vereinfacht oder zurückgewiesen werden und welche Rolle dabei postfaktische Argumentationsmuster spielen.
Christian Drosten ist Direktor des Instituts für Virologie an der Charité – Universitätsmedizin Berlin und zählt zu den international renommierten Virologen. Während der COVID-19-Pandemie beriet er unter anderem deutsche Behörden und Regierungen.
Anschliessendes Podium mit:
Prof. Dr. Carolin Amlinger, Universität Freiburg, Kultursoziologie
Prof. Dr. Alexander Honold, Universität Basel, Neuere deutsche Literaturwissenschaft sowie Direktor des Forum Basiliense
Prof. Dr. Tanja Stadler, ETH Zürich, Departement Biosysteme
Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt; eine englische Übersetzung wird angeboten.
SAV-Credit
Fachanwältinnen und Fachanwälte Arbeitsrecht erhalten gemäss Entscheid der SAV-Fachkommission 1 Credits bei Teilnahme an der Veranstaltung. Bitte beachten Sie jedoch, dass pro Deklarationsjahr maximal 6 SAV-Credits für Webinare anrechenbar sind.
Das Kolloquium versteht die Renaissance als doppelgesichtigen Projektionsraum: Als Epochenkonzept sowie als Reflexionskategorie, als Zeitraum, in dem wir den Beginn der Moderne lokalisieren und zugleich seine ständig wachsende Fremdheit konstatieren, aber auch als Chance, die für die historischen Wissenschaften zentrale Epochengrenze zwischen Mittelalter und Neuzeit weiter zu dynamisieren. Aus materiellen wie wissenschaftsgeschichtlichen Gründen liegt dabei der Fokus auf dem 14. bis 17. Jahrhundert.
Kolloquium zum Thema "Smelly Renaissance"
Referent:innen:
Sarah-Maria Schober (Lucerne): "Mixing Scent – Making Race? Early Modern Perfumery and the Arts of Distance"
Aaron Hyman (Basel): "Smelling Clean in the Renaissance“
Caro Verbeek (Amsterdam): "On Musico-Olfactory Museology: How to Stage Smell in Relation to Sound, or a Case of ‹Smound› at Kunstmuseum Den Haag“
Online-Zuschaltung: Die Vorträge und Diskussionen können auch per livestream verfolgt werden; eine aktive Teilnahme ist in diesem Format nicht möglich.
Anmeldung: Melden Sie sich für Ihre Teilnahme (sowohl physisch wie im livestream) unter folgendem Link an: Basler Renaissancekolloquium
Sebastian Castellio (1515–1563), Humanist, Theologe und einer der ersten Toleranzdenker, der konsequent für Gewissens- und Glaubensfreiheit eintrat. Bild. zVg
Eine vielseitig besetzte Podiumsdiskussion beleuchtet «Toleranz heute». Unter der Moderation von Sarah Dippel treffen Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Fachrichtungen und der Politik aufeinander, um Castellios Fragen für die Gegenwart neu zu stellen. Es diskutieren:
Regierungsrat Mustafa Atici
Dr. Christine Christ-von Wedel
Prof. Dr. Erik Petry
Dr. Stefania Salvadori
Das Forum für frühe Musik ReRenaissance spielt Werke aus der Zeit von Castellio in Basel. Mit anschliessendem Umtrunk.
Fragile Master Pieces: Keramik in der Renaissance-Apotheke
Zweiteiliger Workshop "Keramik modellieren" im Rahmen der Ausstellung "Fragile Master Pieces"
Stellen Sie Ihr eigenes Apothekengefäss nach Vorbildern aus der Ausstellung her. Der Workshop findet an zwei Terminen (7. und 21. November 2026) statt; Geeignet ab 12 Jahren.
Anmeldung erforderlich → Tel. 061 207 48 11
Die Teilnahme an den Workshops ist kostenlos und beinhaltet den Museumseintritt. Wir empfehlen, die Sonderausstellung vor dem Workshop zu besuchen. Workshop- und Eintrittskosten werden durch SNSF-Agora-Fördermittel finanziert. Wir bitten um telefonische Abmeldung, wenn Sie nicht teilnehmen können.
Der Kalender der Universität Basel listet Veranstaltungen auf, die von der Universität Basel, ihren zahlreichen Einheiten sowie von akkreditierten studentischen Organisationen und assoziierten Institutionen angeboten werden. Sie sprechen ein grösseres Publikum an, sind öffentlich und für alle zugänglich. In der Regel ist der Eintritt frei.
Sie können Ihren Anlass ebenfalls im Veranstaltungskalender eintragen lassen, sofern er die oben genannten Kriterien erfüllt. Senden Sie dazu Titel, Kurztext, Zeit, Ort, Veranstalter, Link auf Webseite und falls vorhanden Foto (JPG) und Programmflyer (PDF) an E-Mail: agenda@unibas.ch