x
Loading
+ -

Unisonar S8|EP4: Klimapolitik und Gerechtigkeit

Titel Unisonar «Was macht das mit mir?» darunter Frauenstatuen-Kopf mit einer gezeichneten Wolke. Daneben das Porträt von Viktoria Jansesberger.
Politikwissenschaftlerin Viktoria Janssberger erklärt, warum Klimapolitik wissenschaftlich gut begründet ist, politisch aber oft an Fragen von Gerechtigkeit, sozialer Ungleichheit und fehlender Akzeptanz scheitert. (Illustration: Olivia Fischer/Universität Basel, Bild: zvg).

Warum stossen Massnahmen für den Klimaschutz so oft auf Widerstand? In der neuen Folge von «Unisonar» erklärt Politikwissenschaftlerin Viktoria Jansesberger, weshalb Klimapolitik nicht nur eine ökologische, sondern vor allem eine soziale und politische Herausforderung ist.


«Der Fakt, dass der Klimawandel menschengemacht ist, ist wissenschaftlich kaum umstritten», sagt Viktoria Jansesberger. Trotzdem werde in der öffentlichen Debatte häufig ein anderes Bild vermittelt, sagt die Professorin für Politikwissenschaft. Für sie liegt das Problem weniger im Wissen als in der Umsetzung: Politische Massnahmen müssten so gestaltet sein, dass sie gesellschaftlich akzeptiert werden.

Denn genau daran hapert es oft. Sobald Klimapolitik konkrete Folgen hat, stellen sich grundlegende Fragen nach Verantwortung und Gerechtigkeit. «Ich glaube, dass es immer eine Utopie ist, die eine Lösung zu finden, die alles gerecht macht», so Jansesberger. Stattdessen gehe es darum, Schritt für Schritt Lösungen zu entwickeln, die von einer breiten Mehrheit getragen werden.

Wenn der Klimaschutz den Alltag trifft

Besonders sichtbar wird der Konflikt dort, wo Massnahmen den Alltag direkt betreffen – etwa bei steigenden Energiepreisen. «Warum soll ich einen Nachteil erfahren, weil das Klima gerettet werden soll?», beschreibt Jansesberger die Reaktion vieler Menschen. Klimapolitik werde dann schnell als unfair wahrgenommen, auch wenn sie langfristig notwendig ist.

Trotzdem sieht sie Anlass zur Zuversicht. Viele Menschen hätten konkrete Ideen, wie Klimapolitik verbessert werden könnte. «Nicht alle Menschen sind komplett unzufrieden», sagt sie. Fortschritt entstehe oft nicht durch den einen grossen Wurf, sondern durch viele kleine Schritte.

nach oben