Sebastian Hiller wird Mitglied der Wissenschaftsakademie Leopoldina
Prof. Dr. Sebastian Hiller, Strukturbiologe am Biozentrum der Universität Basel, ist als neues Mitglied in die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina aufgenommen worden. Die Aufnahme in die Wissenschaftsakademie gilt als eine der höchsten wissenschaftlichen Auszeichnungen in Deutschland.
29. Mai 2026
In diesem Jahr hat die Leopoldina Prof. Dr. Sebastian Hiller gemeinsam mit 20 weiteren Forschenden in die Klasse II Lebenswissenschaften berufen. Damit würdigt die Akademie seine herausragenden Beiträge zur Strukturbiologie, insbesondere seine wegweisenden Arbeiten zur Aufklärung von Struktur und Funktionsweise von Proteinen. Innerhalb der Leopoldina wird Hiller der Sektion Biochemie und Biophysik angehören.
«Mit der Aufnahme in die Leopoldina geht für mich ein Traum in Erfüllung», sagt Hiller «Die Wahl ist aber auch eine grosse Anerkennung für meine Forschungsgruppe, in der die unterschiedlichsten Talente über viele Jahre hinweg hervorragende Arbeiten geleistet haben.»
Sebastian Hiller ist seit 2010 Professor für Strukturbiologie am Biozentrum der Universität Basel. Nach seinem Studium an der ETH Zürich promovierte er in der Forschungsgruppe von Nobelpreisträger Prof. Dr. Kurt Wüthrich. Anschliessend forschte er als Postdoktorand an der Harvard Medical School, Boston, sowie an der ETH Zürich.
Der Schwerpunkt seiner Forschung liegt auf der Untersuchung der Struktur, Dynamik und Wechselwirkungen komplexer Proteine auf atomarer Ebene mittels Kernspinresonanz-Spektroskopie (NMR). Seine Arbeiten haben wesentlich zum Verständnis beigetragen, wie Proteine in Zellmembranen eingebaut werden und wie molekulare Chaperone die korrekte Faltung von Proteinen sicherstellen. In jüngster Zeit hat sein Team zudem die Wirkmechanismen neuartiger Antibiotika entschlüsselt. Die neuen Erkenntnisse über therapeutisch relevante Proteine bilden zudem eine wichtige Grundlage für die Entwicklung innovativer Medikamente.
Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften
Die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina wurde 1652 gegründet und ist eine der ältesten nationalen Wissenschaftsakademien der Welt. Mit ihrem Hauptsitz in Halle (Saale) berät die Leopoldina Politik und Öffentlichkeit zu aktuellen wissenschaftlichen und wissenschaftspolitischen Fragen, und bringt sich in gesellschaftlich relevante Debatten ein.
Die Aufnahme in die Leopoldina erfolgt nach strengen Kriterien für wissenschaftliche Exzellenz. Seit ihrer Gründung hat die Akademie mehr als 7000 bedeutende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu Mitgliedern ernannt, unter anderem Marie Curie, Charles Darwin und Albert Einstein. Derzeit sie vereint unter ihrem Dach rund 1700 Mitglieder aus über 30 Ländern. Mit Sebastian Hiller gehören nun acht aktuelle und ehemalige Professoren des Biozentrums der Leopoldina an.