Vier neue Professorinnen und Professoren an der Universität Basel
Der Universitätsrat hat vier neue Professorinnen und Professoren in den Bereichen Medizin, Hispanistik und Psychologie ernannt.
28. Juli 2026
Der Universitätsrat hat Prof. Dr. Wolf E. Hautz zum Klinischen Professor für Notfallmedizin an der Medizinischen Fakultät mit Anstellung am Universitätsspital Basel gewählt. Er wird seine Position am 1. Januar 2027 antreten und als Chefarzt die Leitung des Notfallzentrums am Universitätsspital Basel übernehmen.
Wolf Hautz ist derzeit assoziierter Professor für Notfallmedizin an der Universität Bern sowie Leitender Arzt und Mitglied der Klinikleitung der Universitätsklinik für Notfallmedizin am Inselspital Bern. Darüber hinaus gehört er der Kantonalen Ethikkommission des Kantons Bern an. Nach dem Medizinstudium an der Charité Berlin absolvierte er die Facharztausbildung in Anästhesiologie und erwarb Fähigkeitsausweise in Notfallmedizin und im Ultraschall. Ergänzend schloss er einen Master in Medical Education der Universität Bern und der University of Illinois at Chicago ab und promovierte 2015 im Bereich der evidenzbasierten medizinischen Ausbildung an der Charité Berlin. 2017 habilitierte er sich an der Universität Bern. Seine Laufbahn umfasst internationale Forschungsaufenthalte in den USA und als Visiting Scientist an der University of Oslo.
Seine wissenschaftliche Arbeit verbindet klinische Notfallmedizin mit Medical Education, Patientensicherheit und Qualitätsentwicklung. Sie beinhaltet schwergewichtig Forschung zur Diagnosequalität in der Akutmedizin, zur Prognose, Diagnose und Therapie notfallmedizinischer Patientinnen und Patienten, insbesondere kritisch Kranker, sowie zur Entscheidungsunterstützung in der Akutmedizin.
Systems Developmental Medicine
Neuer Tenure Track-Assistenzprofessor für Systems Developmental Medicine wird Dr. Marius Lange. Er wird seine Position am Departement Biomedizin der Medizinischen Fakultät und am Basel Research Centre for Child Health (BRCCH) zum 1. Januar 2027 antreten. Die Professur ist eine der drei strukturellen Professuren des BRCCH, das gemeinsam von der Universität Basel und der ETH Zürich getragen wird.
Marius Lange ist derzeit als Postdoktorand an am Departement für Biosysteme der ETH Zürich in Basel und am Memorial Sloan Kettering Cancer Center in New York tätig. Er studierte Physik an der Universität Freiburg und Angewandte Mathematik an der Universität Oxford, bevor er 2022 in Computational Biology an der TU München promovierte. Im Rahmen seiner akademischen Laufbahn absolvierte er Forschungsaufenthalte am Helmholtz-Zentrum München, an der ETH Zürich, am Memorial Sloan Kettering Cancer Center und an der Hebräischen Universität Jerusalem. Er erhielt mehrere renommierte Stipendien und Auszeichnungen, darunter ein EMBO-Postdoktorandenstipendium, den Rainer-Rudolph-Preis der Rainer-Rudolph-Stiftung und den Helmholtz-Softwarepreis.
In seiner Forschung konzentriert er sich darauf, dynamische biologische Prozesse aus der Perspektive der Einzelzellgenomik zu verstehen. Zu diesem Zweck entwickelt er computergestützte Werkzeuge, die er zur Klärung biologischer Fragestellungen einsetzt, die sich unter anderem bei Prozessen wie Entwicklung, Regeneration und Reprogrammierung ergeben. Insbesondere untersucht er die Entwicklung des menschlichen Gehirns in Organoid-Modellsystemen. Dabei integriert er räumlich-zeitliche Daten aus verschiedenen molekularen Modalitäten, um regulatorische Zusammenhänge zu verstehen. An der Universität Basel wird er diese Ansätze auf die Entwicklung menschlicher Gewebe und Organe in der frühen Kindheit übertragen.
Iberoromanische und Allgemeine Sprachwissenschaft
Zum 1. August 2026 tritt Prof. Dr. Sandra Schlumpf-Thurnherr ihre neue Position als Associate Professorin für Iberoromanische und Allgemeine Sprachwissenschaft an der Philosophisch-Historischen Fakultät an. Sie ist seit 2019 an der Universität Basel als Assistenzprofessorin für Iberoromanische und Allgemeine Sprachwissenschaft tätig.
Sandra Schlumpf-Thurnherr promovierte im Jahr 2014 in Basel in iberoromanischer Sprachwissenschaft und habilitierte sich 2024 in spanischer Sprachwissenschaft mit einem Projekt über die äquatorialguineische Gemeinschaft in Madrid. Ihre akademische Laufbahn umfasst Lehr- und Forschungsaufträge an den Universitäten Basel und Bern, die Betreuung von Nachwuchsforschenden, Führungsaufgaben innerhalb der Hermann Paul School of Linguistics Basel-Freiburg sowie die Teilnahme an nationalen und internationalen Forschungskooperationen.
In ihrer Forschung verbindet sie synchrone und diachrone Ansätze zur Sprache, mit besonderem Schwerpunkt auf Soziolinguistik, Postkoloniale Linguistik, Sprachkontakte, Sprache und Migration, Judenspanisch, historische Linguistik und Varietäten des Spanischen in Spanien, Lateinamerika, Afrika und Asien. Im Rahmen von Feldforschungen in Äquatorialguinea, Spanien und der Schweiz untersucht sie Mehrsprachigkeit, sprachliche Ideologien, Sprachkontaktphänomene und Sprachwandel.
Sustainability and Behavioral Change
Neuer Associate Professor für Sustainability and Behavioral Change an der Fakultät für Psychologie mit Amtsantritt am 1. September 2026 wird Prof. Dr. Florian Lange. Er ist derzeit Juniorprofessor für Umweltpsychologie an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen.
Florian Lange studierte Psychologie an der TU Braunschweig und promovierte 2016 an der Medizinischen Hochschule Hannover über Veränderungen kognitiver Flexibilität im Rahmen neurodegenerativer Erkrankungen. Ab 2017 war er als Marie Skłodowska-Curie Fellow, Postdoktorand und Senior Researcher an der KU Leuven tätig. Im Jahr 2026 trat er eine Juniorprofessur für Umweltpsychologie an der Zeppelin Universität an.
Seine Forschung konzentriert sich auf die Rolle der Psychologie bei der Förderung von nachhaltigen Verhaltensänderungen. Mithilfe von labor- und feldexperimentellen Methoden untersucht er, wie Individuen umweltrelevante Entscheidungen treffen und wie Kontexte gestaltet werden müssen, um umweltschützendes Verhalten systematisch zu stärken. Ein besonderes Interesse gilt dabei der Wirksamkeit von Interventionen, die die finanziellen, sozialen und ökologischen Konsequenzen umweltrelevanter Verhaltensweisen verändern.



