Der Mann, der Basel zum Jubeln bringt: Beat Läuchli im Gespräch.
Interview: Evelyn WeissheimMit Grossanlässen kennt sich Beat Läuchli aus: In Basel organisierte er unter anderem den Eurovision Song Contest (ESC). Seit Juni 2026 ist er COO beim FC Basel. Im Interview erzählt er, was ihn antreibt und wie ihn sein Studium an der Universität Basel geprägt hat.
AlumniBasel: Herr Läuchli, Bewegung zieht sich durch Ihr ganzes Leben. Ist das Zufall?
Beat Läuchli: Sport ist meine Leidenschaft. Und ich mache einfach ungern über lange Zeit das Gleiche, mich interessieren immer neue Sachen. Das ist auch das Spannende im Eventmanagement: Man bekommt einen Rahmen, entwickelt ein Konzept für einen Anlass und sieht am Ende den Output der Arbeit. Das ist gigantisch. Und dann kommt wieder ein neuer Rahmen. Vierzig Jahre lang dieselben Prozesse einzuhalten, wäre nichts für mich.
Was treibt Sie an, sich so stark zu engagieren?
Ich will Emotionen miterleben, die daraus entstehen. Es gibt nichts Schöneres, als Leute zum Beispiel nach einem Match oder Konzert glücklich aus dem Stadion gehen zu sehen, weil sie dort eine gute Zeit verbracht haben.
Haben Sie manchmal Sorge, diese Emotionen nicht auslösen zu können?
Nein. Es geht darum, zu akzeptieren, wie weit die eigenen Einflussfaktoren reichen. Ich bin nicht verantwortlich für das, was auf dem Fussballplatz oder auf der Bühne passiert. Meine Aufgabe ist es, den bestmöglichen Rahmen zu schaffen und mit klaren Abläufen die Sicherheit zu gewährleisten. Für die Emotionen des Publikums fühle ich mich nicht verantwortlich. Aber ich bin dankbar, sie miterleben zu dürfen. Mehr Stress bereitet mir mein eigenes Geburtstagsfest (lacht).
Die Basler Fasnacht, bei der Sie ebenfalls aktiv sind, ist Unesco-Weltkulturerbe, der ESC ein globales Event, der FC Basel einer der grössten Fussballclubs der Schweiz. Was reizt Sie am Grossen?
Gross bedeutet eine gewisse Komplexität: viele Themen, viele Stakeholder und eben auch eine politische und gesellschaftliche Bedeutung. Da gibt es unterschiedliche Perspektiven zu beachten, und manchmal muss man auch den eigenen Blickwinkel ändern. Beim FC Basel zum Beispiel kommen zu einem Spieltag das Tagesgeschäft und die strategische Arbeit hinzu, etwa die Weiterentwicklung des Stadions im Zuge der Sanierung. Genau diese Mischung reizt mich an meiner aktuellen Rolle.
Bei welchem Projekt hatten Sie das Gefühl, etwas Bleibendes geschaffen zu haben?
Der Eurovision Song Contest war für Basel etwas Einmaliges, ein Ereignis dieser Grösse bleibt in Erinnerung. Spannend war vor allem, mitzugestalten, wie das Event von der Basler Bevölkerung aufgenommen wird. Wir mussten auch jenen Menschen zuhören und Verständnis entgegenbringen, die sich nicht darauf gefreut haben, dass vor ihrer Haustür über viele Tage ein Riesenfest stattfindet. Am Ende wurde es aber gut aufgenommen und die Menschen haben gemeinsam gefeiert. Das war das Schönste. Wir hatten neben einem Top-Team aber auch eine grosse Portion Glück bei Dingen, die wir nicht vollständig beeinflussen konnten: Das Wetter war wunderbar. Und beim Thema Sicherheit kann leider immer etwas passieren. Wir blieben aber von grösseren Zwischenfällen verschont.
Für Ihre Arbeit sind Planung und Kontrolle essenziell. Aber Fasnacht, Sport- und Musikevents leben auch von Emotionen. Wie bringen Sie das zusammen?
Ich bin durchaus emotional beim Arbeiten: Ich rege mich auf oder freue mich. Diese Emotionen fliessen von Anfang an in die Prozessentwicklung ein. Noch wichtiger ist aber, dass ich die Emotionen meiner Mitarbeitenden wahrnehme und anspreche. Denn letztlich bedeutet die Umsetzung eines Events ja auch viel Stress und damit Emotionen, welche jeweils auch ein Schlüssel zum Erfolg sind. Ganz emotionslos ist die Planerei also nicht.
Welche Rolle spielt die Universität Basel für Ihren Lebensweg?
Das Sportstudium war reine Leidenschaft. Wir haben damals immer gewitzelt: «Was machen wir eigentlich, wenn wir fertig sind? Dann fangen wir einfach nochmal von vorne an!» Im anschliessenden Wirtschaftsstudium war es anonymer. Das kam mir sehr gelegen. Ich habe neben meinem Studium viel gearbeitet und da fiel es weniger auf, wenn ich mal nicht in der Vorlesung war. Die Uni hat mir die nächsten Schritte ermöglicht. In welche Richtung sie gingen, habe ich mir dann aber selbst ausgesucht.
Welches Projekt würden Sie gerne noch umsetzen?
Eines, das sogar mit der Uni zu tun hätte: Ich würde gern die Sommer-Universiade, quasi die Sommerolympiade für Studierende, in die Region holen – zusammen mit Freiburg im Breisgau und Strassburg. Für dieses Projekt habe ich aktuell keine Kapazität, aber vielleicht ja irgendwann. Ich melde mich bei Ihnen, wenn es so weit ist.
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