Vom Studium ins Berufsleben mit dem Alumni-Mentoringprogramm
Zwischen Studium und Berufseinstieg liegen viele Möglichkeiten, aber auch ebenso viele offene Fragen. Genau hier setzt das Alumni-Mentoringprogramm der Universität Basel an: Erfahrene Berufspersonen begleiten Studierende über neun Monate, teilen ihre Erfahrungen und helfen dabei, den eigenen Weg in die Arbeitswelt zu finden.
Nicht alle Studierenden wissen schon früh, wohin ihr beruflicher Weg führen soll. Welche Positionen gibt es? Welche passen zu den eigenen Interessen und Stärken? Oft steht zunächst das Interesse am Fach im Vordergrund, bis plötzlich der Abschluss näher rückt und die Frage auftaucht: «Gut, und wohin jetzt mit meinen Fähigkeiten?»
Genau an diesem Punkt befand sich auch Sebastian Oestreich. Während der Philosophie- und Soziologiestudent in der Universitätsbibliothek an seiner Masterarbeit sass, schweiften seine Gedanken immer wieder in die Zukunft. «Ich wusste einfach nicht, wie ich mit meinen Fächern in die Berufswelt kommen soll», erinnert er sich.
Mitten in dieser Phase der Orientierungssuche landete die Ausschreibung für das Alumni-Mentoringprogramm in seinem Posteingang. «Die Mail kam genau zur richtigen Zeit», sagt er. Kurzerhand meldete er sich an.
It’s a match!
Das kostenlose Mentoringprogramm bringt Studierende aller Fakultäten vom Bachelor bis zu den Postdocs mit erfahrenen Berufspersonen aus ganz unterschiedlichen Branchen zusammen. Während rund neun Monaten treffen sich Mentor*innen und Mentees regelmässig, tauschen sich aus und arbeiten individuell an Themen rund um den Berufseinstieg. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht fertige Antworten, sondern Orientierung, persönliche Entwicklung und der Austausch mit Menschen, die den Schritt von der Universität in die Arbeitswelt bereits gemeistert haben.
Sebastian wurde mit Michael Uebelhart, einem Psychologen mit Abschluss an der Universität Basel und Geschäftsführer der Beratungsfirma Copartner Experience AG, einem Mentor aus dem Bereich Organisations- und Führungsberatung gematcht. Besonders beeindruckt habe ihn dessen breite Erfahrung und sein grosses berufliches Netzwerk. «Er kannte unglaublich viele Berufsfelder und war mitten in der Arbeitswelt», erzählt Sebastian.
Entsprechend aufgeregt war er vor dem ersten Treffen. «Ich wollte einen guten Eindruck machen und mich möglichst gut präsentieren.» Diese Anspannung habe sich jedoch schnell gelegt. Statt eines förmlichen Kennenlernens entwickelte sich rasch ein offenes Gespräch auf Augenhöhe. «Er war sehr unkompliziert, bodenständig und gab mir von Anfang an das Gefühl, verstanden zu werden.»
Ein Mentor als Rückenwind
Im Verlauf des Programms trafen sich Sebastian und Michael insgesamt viermal und standen zusätzlich per E-Mail und WhatsApp in Kontakt. Schritt für Schritt arbeiteten sie an Sebastians Berufseinstieg: Sie evaluierten Sebastians Stärken und Interessen, diskutierten auf dieser Basis verschiedene Berufsmöglichkeiten, schärften mögliche Karrierewege und überarbeiteten gemeinsam den Lebenslauf sowie das Motivationsschreiben für den Schweizer Arbeitsmarkt.
Mindestens genauso wertvoll wie die fachliche Unterstützung sei jedoch die persönliche Begleitung für den Mentee gewesen. Absagen gehörten zwar zur Stellensuche dazu, trotzdem nehme man sie schnell persönlich. «Wenn dir dann jemand, der beruflich erfolgreich ist, sagt, dass das völlig normal ist und du auf dem richtigen Weg bist, gibt das enorm viel Mut», so Sebastian.
Genau diese Entwicklung zu begleiten, macht für Michael den Reiz des Mentorings aus. Dabei gehe es nicht nur darum, mögliche Berufsfelder oder Arbeitgeber zu identifizieren. Ebenso wichtig sei, dass Mentees lernen, ihre eigenen Stärken und Interessen zu reflektieren und überzeugend zu vermitteln. Vieles passiere deshalb auch zwischen den Treffen, wenn das Besprochene selbstständig weitergedacht werde. «Diese Entwicklungsschritte zu begleiten und die Fortschritte zu erleben, sind die Würze des Mentorings», sagt Michael. Besonders freue ihn, dies bei einem «motivierten, klugen und engagierten jungen Menschen wie Sebastian» erleben zu dürfen.
Raus aus der Uni-Blase, rein ins Berufsleben
Rückblickend sei für Sebastian genau diese Mischung aus Erfahrung, ehrlichem Feedback und persönlicher Ermutigung das Wertvollste am Mentoring gewesen. Vor allem habe ihm der Austausch geholfen, seine eigene Perspektive auf den Berufseinstieg zu verändern. «Je länger man studiert, desto mehr lebt man in einer Uni-Blase», sagt er. «Heute weiss ich: Viel wichtiger als die perfekte Note oder der perfekte Lebenslauf ist es, resilient zu bleiben und den Schritt in die Arbeitswelt zu wagen.» Ein Schritt, dem er nach seinem bevorstehenden Abschluss nun deutlich gelassener entgegenblickt.
Für Sebastian ist deshalb klar: Er würde das Programm allen Studierenden empfehlen. Wer sich ähnliche Fragen stellt wie er damals, kann sich jedes Jahr von Mai bis September für das Alumni-Mentoringprogramm anmelden. Das Programm startet jeweils im Oktober und bietet 80 Studierenden die Möglichkeit, von der Erfahrung einer Mentorin oder eines Mentors zu profitieren.