«Hallo, DiMI!» – Wie ein Masterprojekt einen Roboter ins Gespräch bringt
Was braucht es, damit ein Roboter ein einfaches Gespräch führen kann? Ein Masterprojekt macht DiMI, den neuen Roboter des Departements Mathematik und Informatik, fit für Gespräche mit Menschen und bildet die Grundlage für seine weitere Entwicklung.
"Hi, I am DiMI. What is your name?"
So beginnt die Begegnung mit einem neuen «Mitglied» des Departements Mathematik und Informatik der Universität Basel. Eine eigene UniCard hat DiMI bereits. Eine E-Mail-Adresse ebenfalls. Nur eines unterscheidet sie von den meisten Mitarbeitenden: DiMI ist ein Roboter.
Erst seit dem Frühjahrssemester 2026 gehört sie zum Departement. Dass sie heute Menschen erkennt, begrüsst und Gespräche führen kann, ist keineswegs selbstverständlich, sondern das Ergebnis zahlreicher Programmierstunden im Rahmen des Masterprojekts von Informatikstudentin Anna Pietzak – der ersten Studentin, die mit DiMI arbeitet.
Person erkannt. Interaktion wird gestartet...
Seit dem Frühlingssemester 2026 bereitet Anna in ihrem Masterprojekt DiMI auf Begegnungen mit Menschen vor. Kamera, Mikrofon sowie Programme zur Gesichts- und Spracherkennung brachte der Roboter bereits mit. Doch einzelne Funktionen machen noch kein Gespräch. «Die Sprachmodelle existierten bereits», erklärt Anna. «Die Herausforderung bestand darin, die einzelnen Komponenten so zu verbinden, dass daraus ein funktionierendes Gespräch entsteht.»
Dafür entwickelte Anna eine sogenannte «State Machine» – einen Ablaufplan, der festlegt, wie sich DiMI in unterschiedlichen Situationen verhält. Erkennt der Roboter eine Person im Raum, begrüsst er sie zunächst mit «Hallo, ich bin DiMI». Anschliessend hört er zu, verarbeitet das Gesagte mithilfe eines Sprachmodells und antwortet darauf. Verlässt die Person den Raum, beendet DiMI das Gespräch. Betritt später jemand anderes den Raum, beginnt automatisch eine neue Unterhaltung. Kehrt dieselbe Person zurück, kann der Roboter das Gespräch sogar wieder aufnehmen.
System wird analysiert...
Die erste an einem neuen Projekt zu sein, bringt Freiheiten mit sich, aber auch Herausforderungen. Anna konnte sich auf keine bestehende Dokumentation oder frühere Projekte stützen. Ein grosser Teil ihrer Arbeit bestand deshalb zunächst darin, herauszufinden, was DiMI überhaupt schon konnte.
Dafür arbeitete sie sich zunächst in das Betriebssystem des Roboters ein. Erst nach und nach entdeckte sie die verschiedenen Fähigkeiten des Roboters und wurde dabei immer wieder überrascht. So wollte sie DiMI zunächst beibringen, Personen mit dem Blick zu folgen. Später stellte sich heraus, dass diese Funktion bereits vorhanden war. «Ich musste sie nur richtig aktivieren.»
Eine der wichtigsten Erkenntnisse aus dem Projekt war für Anna die Bedeutung einer guten Dokumentation. «Am Anfang habe ich vieles ausprobiert, aber nicht immer aufgeschrieben», erzählt sie. Die Folge: Manche Schritte musste sie später erneut herausfinden, weil sie nicht mehr nachvollziehen konnte, welche Einstellungen oder Befehle bereits funktioniert hatten. «Da habe ich gemerkt, wie wichtig eine gute Dokumentation ist.»
Von da an hielt sie ihre Erkenntnisse systematisch fest. Diese Dokumentation erleichtert heute nicht nur ihr eigenes Arbeiten, sondern bildet auch die Grundlage für zukünftige Projekte mit DiMI. Wer den Roboter weiterentwickeln möchte, muss nun also nicht mehr bei null beginnen.
Update wird vorbereitet...
Mit ihrem Masterprojekt hat Anna den ersten Schritt gemacht. Die nächsten folgen bereits: Noch braucht DiMI Unterstützung bei der Navigation und bewegt sich nur per Joystick. «Aktuell muss man den Roboter noch babysitten», sagt Anna. Für künftige Projekte gibt es deshalb noch viel zu tun. Seit dem Frühjahrssemester 2026 arbeiten Studierende in Seminaren wie «Robot Programming» mit dem Roboter und entwickeln seine Fähigkeiten kontinuierlich weiter. Auch in den kommenden Semestern sind weitere Lehrveranstaltungen mit DiMI geplant.
Mit einem einfachen «Hallo» hat DiMI ihre ersten Worte gefunden. Wie ihre Geschichte weitergeht, schreiben respektive programmieren nun die nächsten Studierenden.
