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Ausgabe 02/2026: Süsses Gift?

Berufseinstieg nach dem Studium: Was die neuen Zahlen bedeuten.

Das Bundesamt für Statistik meldete unlängst, dass Studierte ein Jahr nach Abschluss häufiger arbeitslos sind als 2023. Thomas Grob, Vizerektor Lehre, ordnet ein, was das für Lehre und Studium bedeutet.

Thomas Grob steht lächelnd mit locker gefalteten Händen im Freien vor dem Kollegienhaus. Er trägt ein dunkles Sakko über einem blau-weiss gestreiften Hemd.
Thomas Grob, Vizerektor Lehre (Foto: Catherine Weyer)

UNI NOVA: Laut neuen Statistiken ist die Erwerbslosigkeit unter Hochschulabsolventinnen und -absolventen ein Jahr nach Abschluss gestiegen. Was sagt das aus Ihrer Sicht über den Berufseinstieg nach dem Studium aus?

Thomas Grob: Vorläufig sind das Momentaufnahmen, die noch wenig aussagekräftig sind. Sie betreffen vor allem spezifische Felder, die stark auf den KI-Boom reagieren. Wie sich KI mittelfristig auf die Berufsfelder auswirkt, lässt sich nicht verlässlich prognostizieren. Natürlich werden unsere Fachbereiche den Arbeitsmarkt beobachten und wir werden die Kompetenzziele der Fächer laufend überarbeiten.

Viele Absolventinnen und Absolventen nennen fehlende Berufserfahrung als Hürde. Muss eine Universität stärker auf den Arbeitsmarkt vorbereiten – und wenn ja, wie?

Die meisten unserer Bereiche bilden nicht für bestimmte Berufe aus – im Unterschied zu Fachhochschulen. Der Arbeitsmarkt ist viel zu breit und zu offen, als dass wir alle Studierenden spezifisch darauf vorbereiten könnten. Unser Ziel muss vielmehr eine gute fachliche Grundbildung sein, mit der man selbstständig, methodisch und wissensbasiert, kritisch, kooperativ und flexibel Funktionen ausüben kann – im studierten Fach und darüber hinaus. Die Übertragbarkeit des Erlernten auf unterschiedliche Aufgaben ist wichtiger als spezifische Skills, die man sich bei Bedarf immer noch aneignen kann. Die Stellensuche nach dem Studium erfolgt je nach Bereich sehr unterschiedlich; bereits Erfahrungen mitzubringen, hilft selbstverständlich.

Was raten Sie Studierenden, die angesichts dieser Entwicklung unsicher sind, ob ihr Studium ihnen gute Berufschancen bietet?

Viele unserer ehemaligen Studierenden üben beruflich Funktionen aus, von denen sie zu Anfang des Studiums kaum etwas wussten. Offenheit für Verschiedenes ist zentral. Ebenso, sich schon während des Studiums zu informieren, Dinge zu tun, die einen wirklich interessieren, und sich ein eigenes Profil zu erarbeiten sowie wenn möglich Praxiserfahrung zu sammeln. Wichtig ist auch, die eigenen Stärken und Schwächen zu kennen und möglichen Arbeitgebern sagen zu können, was man besonders gut kann.


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