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Ausgabe 02/2026: Süsses Gift?

Mein Buch: Besser schlafen lernen.

Text: Christine Blume

Rund ein Drittel der Menschen hat Probleme beim Ein- oder Durchschlafen. Bei anhaltenden Schlafstörungen helfen nicht in erster Linie Medikamente, sondern eine spezielle Verhaltenstherapie. Diese setzt bei Gedanken und Verhaltensweisen an, die den Schlaf beeinträchtigen können.

Christine Blume steht lächelnd mit den Händen in den Hosentaschen vor einer Glastür. Sie trägt eine rote Bluse mit rosa Blumenmuster, eine dunkle Hose und eine Brille.
Dr. Christine Blume (Foto: Andreas Zimmermann)

Guter Schlaf ist Lebensqualität. Doch rund ein Drittel der Menschen in unserer Gesellschaft hat Probleme beim Ein- oder Durchschlafen. Bei etwas mehr als jeder zehnten Person sind die Beschwerden so ausgeprägt, dass sie auch den Tag beeinträchtigen. Neben Müdigkeit sind Konzentrationsschwierigkeiten, Unwohlsein oder Reizbarkeit typische Folgen. Dann spricht man von einer Insomnie.

Schlaftherapie statt Schlafmittel

Viele Betroffene glauben, dass dann nur noch Schlafmittel helfen. Doch die Behandlung der Wahl bei anhaltenden Ein- oder Durchschlafstörungen sind nicht Medikamente, sondern ein kurzes psychologisches Schlaftraining: die kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie, kurz KVT-I. In nur acht Sitzungen versuchen wir, das Verhalten sowie Gedanken rund um den Schlaf so zu verändern, dass guter Schlaf wieder möglich wird, und damit die Ursachen der Schlafstörung zu behandeln.

Zum Beispiel verkürzen wir zunächst die Zeit, die Betroffene nachts im Bett verbringen. Das Ziel ist, den vorhandenen Schlaf in ein kürzeres Zeitfenster zu pressen und so die Dauer und Häufigkeit der belastenden nächtlichen Wachphasen zu reduzieren. 

Patientinnen und Patienten erleben: Ich kann schlafen! Ab diesem Punkt verlängern wir die im Bett verbrachte Zeit schrittweise auch wieder.

In Studien erleben 80 Prozent durch die Behandlung eine Verbesserung ihres Schlafs, bei 40 bis 50 Prozent gehen die Symptome sogar so deutlich zurück, dass sie bei Behandlungsabschluss die Kriterien für eine Insomnie nicht mehr erfüllen. Auch in der Schlafambulanz der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel arbeiten meine Kolleginnen und ich mit diesem Ansatz.

Behandlung besser zugänglich machen

Mit unserem Buch möchten wir Psychologen und Ärztinnen das nötige Handwerkszeug für diese Therapie vermitteln. Neben den einzelnen Therapiebausteinen erklären wir praxisnah auch die wichtigsten Grundlagen des Schlafs – Wissen, das im Studium oft kaum Platz findet. Wir hoffen, dass wir so mehr Kolleginnen und Kollegen ermutigen können, diese Behandlungsform ebenfalls anzubieten und so die Lücke in der Versorgung von Menschen mit Insomnie zu schliessen.

Christine Blume ist Psychologin und Schlafforscherin an der Universität Basel und Schlaftherapeutin an den Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel. In ihrer Forschung befasst sie sich damit, wie sich das Leben in einer modernen Gesellschaft auf den zirkadianen Rhythmus und den Schlaf auswirkt.


Weitere Artikel in dieser Ausgabe von UNI NOVA (November 2026).

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