Das Alte Testament in seiner koptisch-sahidischen Fassung zählt zu den bedeutendsten Zeugnissen der Geistesgeschichte im östlichen Mittelmeerraum. Es liefert wichtige Erkenntnisse für die Erforschung der biblischen Textgeschichte und der ägyptisch-koptischen Sprache, und es bildet als Grundlage der religiösen Kultur des christlichen Ägypten und der bis heute bestehenden koptisch-orthodoxen Kirche ein kulturelles Erbe von bleibender Aktualität.
Die Übersetzung ins Sahidische entstand vermutlich Ende des 4. Jahrhunderts. Von diesem umfangreichen Textbestand sind oft nur Fragmente erhalten: Ganze Klosterbibliotheken – etwa die des Schenuteklosters – wurden ab der frühen Neuzeit zerstreut und sind heute in über 100 Sammlungen weltweit zu finden. Das macht die Rekonstruktion des Textes des koptischen AT zu einem komplexen, seit weit über einem Jahrhundert bearbeiteten Forschungsproblem.
Ein Göttinger Akademievorhaben bildet den gesamten Prozess der Rekonstruktion und Edition nun in einer webbasierten Arbeitsumgebung (Coptic Old Testament Virtual Manuscript Room) ab – von der Erfassung aller Textzeugen bis zur digitalen kritischen Ausgabe und zur Übersetzung in mehrere Sprachen. Der Vortrag wird über den Stand der Arbeiten an diesem zersplitterten kulturellen Erbe berichten.
Im Anschluss an den Vortrag lädt das Forschungsnetzwerk NOMAD zum Apéro ein. Zur besseren Planung bitten wir um eine Anmeldung bis 21. August.
Veranstalter
Forschungsnetzwerk NOMAD: Naher Osten, Mesopotamien, Ägypten im Diskurs
Theologische Fakultät der Universität Basel
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