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Universität Basel

06. Dezember 2017

UB zeigt Nachlass des Basler Komponisten Wildberger

Jacques Wildberger musiziert am Klavier.
Der Werdegang des kontrovers diskutierten Komponisten Jacques Wildberger wird in der Universitätsbibliothek aufgezeigt.

Vom Aussenseiter zu einem der bedeutendsten Komponisten der Schweiz: Eine Ausstellung in der Universitätsbibliothek Basel zeigt die Entwicklung von Jacques Wildberger. Verschiedene Klanginstallationen machen seine aufrührerischen Kompositionen hörbar.

Der Basler Jacques Wildberger (1922–2006) gilt als einer der bedeutendsten Schweizer Komponisten des 20. Jahrhunderts, dies obwohl seine frühen Arbeiten in seiner Heimat auf Unverständnis gestossen sind. Wildbergers Karriere begann mit dem Schreiben antifaschistischer Kampflieder, in denen er auch seinen Unmut über die aussenpolitische Haltung der Schweiz kundtat. Mitte der 1940er-Jahre war er Mitglied der Partei der Arbeit. Als Reaktion auf die Politik Stalins trat er aber bereits 1947 wieder aus.

Rückzug aus der Politik

In den folgenden Jahren widmete Wildberger sich dem Studium der Zwölftontechnik, wobei er vom Exil-Russen Wladimir Vogel unterrichtet wurde. Zwischen 1959 und 1966 dozierte Jacques Wildberger an der Hochschule für Musik in Karlsruhe. Anschliessend kehrte er in seine Heimatstadt Basel zurück und trat am Konservatorium der Musik-Akademie die Professur für Tonsatz und Komposition an.

Die Ausstellung in der Universitätsbibliothek Basel zeigt, wie Wildberger vom Aussenseiter zu einer angesehenen Persönlichkeit der Schweizer Musikszene wurde, wie seine sozialistische Grundhaltung zu seinem Selbstverständnis als Komponist passt und warum er am Gesetz der Zwölftonkomposition festhielt, obwohl seine Kompositionen vor allem daraus bestanden, dieses Gesetz ausser Kraft zu setzen. Neben Wildbergers Nachlass, der sich grösstenteils in der Universitätsbibliothek befindet, werden Werke aus dem Familienbesitz des Künstlers ausgestellt. Klanginstallationen machen das Gezeigte zusätzlich hörbar.

Kooperation der Basler Hochschulen

Entstanden ist die Ausstellung durch eine Zusammenarbeit der Universität Basel und der Hochschule für Musik (FHNW). Neben der Ausstellung in der Universitätsbibliothek finden im Januar an der Musik-Akademie Basel und im Landgasthof Riehen Konzerte mit Kompositionen Wildbergers statt. Abgeschlossen wird die Kooperation Anfang März mit einem internationalen Symposium an der Musik-Akademie.


Das linke Ohr. Der Komponist Jacques Wildberger. Universitätsbibliothek Basel, 1. Stock, 8. Dezember 2017  bis 2. März 2018, Montag bis Freitag 8.00–22.00 Uhr, Samstag 9.00–19.00 Uhr, Eintritt frei. Vernissage am 7. Dezember, 18.00 Uhr. Begleitveranstaltungen siehe Flyer.

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