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Universität Basel

Forschung

Universität Basel, Biozentrum
Bild: Universität Basel, Biozentrum, Christian Flierl

Die Universität Basel vereint ein breites Spektrum an Kompetenz und Expertise zu Themen der Nachhaltigkeit. Einen Schwerpunkt bildet die Nachhaltigkeits- und Energieforschung, die insbesondere mit transfakultären und interdisziplinären Projekten hervorsticht. Weitere Forschungsbereiche beschäftigen sich mit Fragen zu Natur- & Umwelt, Changing Societies, Klima & Emissionshandel, Migration & Konflikte, Gesundheit aber auch zu Ungleichheiten und Geschlechtergerechtigkeit.

Ziele 2019 - 2021

Aufbauend auf der Datenbasis von 2018 (siehe «Status 2018») hat die Universität Basel für den Zeithorizont von 2019-2021 Ziele zur Weiterentwicklung der Nachhaltigkeit in der Forschung entwickelt und zielführende Massnahmen definiert.

Ziele
Massnahmen
Verantwortlich
Ziele

Stärkung der inter- und transdisziplinären Forschung zu den  Sustainable Development Development Goals

Massnahmen
  • Durchführung von Anlässen und Aktivitäten, um den interdisziplinären Austausch zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie mit externen Stakeholdern zu fördern
Verantwortlich

Grants Office in Zusammenarbeit mit der Fachstelle für Nachhaltigkeit

Ziele

Erhöhung der Sichtbarkeit der Forschung für nachhaltige Entwicklung an der Universität Basel

Massnahmen
  • Verstärkte Kommunikation bestehender nachhaltigkeitsrelevanter Forschung. Motivation zu gemeinsamen Anträgen und Forschungsprojekten.
Verantwortlich

Grants Office in Zusammenarbeit mit der Fachstelle für Nachhaltigkeit

Ziele
Massnahmen
  • Identifikation («tagging») von Forschungsprojekten, die zu den Sustainable Development Goals beitragen, Umsetzung im Rahmen des neuen Forschungsportals.
Verantwortlich

Vizerektorat Forschung in Zusammenarbeit mit der Fachstelle für Nachhaltigkeit

Ziele

Förderung von Nachhaltigkeit im Forschungsalltag

Massnahmen
  • Stärkung der Transparenz bei Tierversuchen und Förderung der Implementierung des 3R-Ansatzes (Reduction, Refinement, Replacement)
Verantwortlich

3R-Koordinationsstelle an der Universität Basel

Status 2018

Als exzellente Forschungseinrichtung schafft die Universität Basel neue Erkenntnisse zu nachhaltigkeitsrelevanten Themen und führt interdisziplinäre Forschungsprojekte zur Erreichung der UN Sustainable Development Goals (SDGs) durch. Diese Expertise wird an der Universität in engem Austausch mit gesellschaftlichen Partnern, wie Industrie und Behörden, zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung genutzt.

Im Folgenden werden einige Einblicke in die Forschung gegeben, um die Breite des Spektrums an nachhaltigkeitsrelevanten Themen aufzuzeigen, zu denen 2018 an der Universität Basel geforscht wurde.


 

Einblicke in die Forschung zum Thema Energie & Klima

Ein grosser Teil der Forschung zu Energie- und Klimathemen wird unter dem Dach eines nationalen  Kompetenzzentrums gebündelt. Das nationale Competence Center for Research in Energy, Society and Transition (SCCER CREST) ist eines von acht Kompetenzzentren, die vom Bund im Hinblick auf die Energiewende in der Schweiz geschaffen wurden. Leading House des SCCER CREST ist die Universität Basel unter der Leitung von Prof. Dr. Frank Krysiak.

Aktuelle Forschungsprojekte reichen von ökonomischen und juristischen Themen, wie zum Beispiel der Gestaltung zukünftiger Strommärkte, bis zu sozialwissenschaftlichen und psychologischen Themen, wie zum Beispiel der Wirkung neuer Mobilitätsoptionen (Carsharing, autonome Fahrzeuge) auf das Verhalten der Menschen und den Energieverbrauch.

Herausgepickt

Horizon 2020 MSCA ITN: «Smart-BEEjS / Human-Centric Energy Districts: Smart Value Generation by Building Efficiency and Energy Justice for Sustainable Living»

Paul Burger, Professor für Nachhaltigkeitsforschung im Departement Gesellschaftswissenschaften, beteiligt sich an diesem mit rund 4 Millionen Euro geförderten Horizon 2020 MSCA-ITN Verbundprojekt, das zum Ziel hat, transformatorische Strategien im Bereich von energiearmen Gebäuden unter Berücksichtigung von Gerechtigkeit und Energiearmut, zu entwickeln. Ein fairer Zugang zu Energie ist nicht nur eine Frage der Armutsbekämpfung sondern, so ist das Konsortium überzeugt, ein entscheidender Faktor auf dem Weg zu energienachhaltigen Volkswirtschaften.

Einblicke in die Forschung zum Thema gesellschaftlicher Wandel

Projekte in diesem Feld behandeln den gesellschaftlichen Wandel als Antwort auf globale Herausforderungen wie zum Beispiel Ressourcenknappheit oder Migration:

  • «Suffizienz als Mehrwert im Alltag» sowie die «Sustainabilisierung» der staatlichen Verwaltung mit Blick auf die Bewältigung von Nachhaltigkeitsproblemen sind Forschungsthemen im Fachbereich Nachhaltigkeitsforschung unter der Leitung von Prof. Dr. Paul Burger). Der Forschungsverbund Oberrheinischer Cluster für Nachhaltigkeitsforschung (URCforSR) widmete sich mit grenzüberschreitenden, interdisziplinären Forschungsaktivitäten dem Thema „Governance of sustainable growth“.
  • Die Forschungsgruppe von Prof. Dr. Max Bergman (Fachbereich Soziologie) untersucht Fragen des gesellschaftlichen Wandels und gesellschaftliche Unternehmensverantwortung in einer globalisierten Welt vor dem Hintergrund der SDGs und dem UN Global Compact.
  • «Urban Green Religions? Die Rollen von Religion im nachhaltigen Wandel»: Das vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) geförderte Projekt untersucht die Rolle von Religion im ökologisch-nachhaltigen Wandel vergleichend am Beispiel zweier europäischer Städte (Prof. Dr. Jens Köhrsen, Theologische Fakultät & Zentrum für Religion, Wirtschaft und Politik)
  • Das Projekt «Knowledge for Peace» untersuchte die Möglichkeiten, Synergien zwischen Forschung, Policy und Praxis zu stärken, welche relevant für Friedensbildung und Nachhaltige Entwicklung sind. (Prof. Dr. Laurent Goetschel, Fachbereich Politikwissenschaft und swisspeace Foundation)
  • Das Thema Changing Societies ist einer der Forschungsschwerpunkte der Philosophisch-Historischen Fakultät.

Herausgepickt

Swiss Network of International Studies: «Infrastructure Space and the Future of Migration Management: The EU Hotspots in the Mediterranean Borderscape»

Bilgin Ayata, Assistenzprofessorin für Politische Soziologie untersucht in Kooperation mit Kenny Cupers, Professor für Urban Studies in diesem mit 265'000 CHF geförderten Projekt die Rolle von Infrastruktur im Migrationsmanagement der Europäischen Union. Sie fokussieren sich dabei auf die angespannte Lage im Mittelmeer, die zu neuen migrationspolitischen Massnahmen in Italien, Griechenland, Türkei, Libyen und Tunesien, geführt hat. Untersuchungsgegenstand ist die Infrastruktur des «Hotspot-Ansatz» der EU und die dadurch ausgelösten sozio-politischen Transformationsprozesse auf lokaler, nationaler und regionaler Ebene. Anfangs eingesetzt als eine temporäre Massnahme des Migrationsmanagements, ist der Hotspot Ansatz mittlerweile ein zentraler Bestandteil europäischer Migrationspolitik, deren nachhaltige Folgen in diesem interdisziplinären Projekt untersucht werden.

Einblicke in Forschungsaktivitäten der Umweltwissenschaften

Projekte in diesem Themenfeld behandeln umweltwissenschaftliche Fragestellungen zu den Auswirkungen des menschlichen Handelns auf die Natur sowie mögliche Handlungsoptionen zu deren Schutz:

Herausgepickt

Sinergia-Projekt: «African contributions to global health: Circulating knowledge and Innovation»

Das durch den SNF mit 2.2 Millionen CHF finanzierte Kooperationsprojekt mit Julia Tischler, Professorin für Geschichte Afrikas, dem Swiss TPH und der EPFL untersucht afrikanische Beiträge zur globalen Gesundheit. Diskurse über Innovation basieren häufig auf der stillschweigenden Annahme, dass neue wissenschaftliche und technische Errungenschaften im «Westen» initiiert werden, während Länder des Globalen Südens als passive Empfänger erscheinen. Das Projekt stellt diese einseitigen Modelle in Frage.

Einblicke in die Forschung zum Thema Gesundheit des Menschen in einer gesunden Umwelt

Projekte in diesem Feld behandeln u.a. Krankheiten und deren Bekämpfung, die Wechselwirkungen von Mensch & Tier sowie die Einflüsse natürlicher Faktoren auf die menschliche Gesundheit:

  • Die medizinische Forschung der Departemente Biomedizin, Klinische Forschung und Public Health an der Universität Basel leistet einen wichtigen Beitrag zum Thema «gesunder Mensch in einer gesunden Umwelt». 
  • Prof. Dr. Urs Peter Frey (Medizinische Fakultät, Pädiatrie) untersucht die Einflüsse von schädlichen Umweltfaktoren wie Luftverschmutzung auf die Entwicklung von Kindern.
  • Fokus verschiedener Forschungsprojekte am Swiss TPH[1] sind übertragbare Krankheiten wie Malaria, Tuberkulose und AIDS.
  • Mit dem Konzept One Health (Gemeinsam für die Gesundheit von Mensch und Tier) erforscht beispielsweise die Gruppe um Prof. Dr. Jakob Zinsstag  (Swiss TPH) die Schnittstelle zwischen Mensch und Tieren in Afrika und Asien und etabliert dabei einen wichtigen Grundpfeiler zu Public Health im globalen Süden.

 

Nachhaltigkeit im Forschungsalltag

Forschung ist ein Kernelement der Tätigkeiten der Universität Basel. Daher sind insbesondere in diesem Bereich Bestrebungen, die Forschungsaktivitäten nachhaltig zu gestalten, essenziell für eine nachhaltige Universität. Dies umfasst neben einer sorgfältigen Auswahl von Labor- und Probematerialien und energieeffizientem Equipment auch eine flexible Anpassung der Forschungseinrichtung an verändernde Forschungsbedingungen.

 

Best Practice - sciCORE: Von der Speicherung und Organisation umfangreicher Datenmengen, über die statistische Datenanalyse, bis hin zur Simulation komplexer Systeme nehmen computergestützte Methoden heute in der modernen Forschung eine zentrale Rolle ein. Damit einher gehen steigende Umweltauswirkungen der Informationstechnologie durch den Energieverbrauch und Entsorgung von Hardware. Als Kompetenzzentrum für wissenschaftliches Rechnen an der Universität Basel stellt sciCORE für die Forschenden der Universität Basel die zentrale Infrastruktur und Dienstleistungen im Bereich des wissenschaftlichen Rechnens bereit. Bei High-Performance Computing & Storage wird durch die gemeinsame Nutzung einer zentralen Infrastruktur eine optimale Auslastung der Hardware erreicht und sachgerechtes Recycling veralteter Hardware sichergestellt. Diese Bündelung von Ressourcen ermöglicht hohe Gesamteffizienz, wobei gleichzeitig leistungsfähige Clustersysteme entstehen, die hohe Peak-Performance für aufwendige wissenschaftliche Arbeiten zur Verfügung stellen. Eine der wichtigsten Faktoren für die Energieeffizienz im Bereich High-Performance Computing liegt in der Verwendung von effizienten Algorithmen. sciCORE unterstützt daher die Forscher durch Kurse und Schulungen zur Softwareentwicklung und Best Practices. Effiziente Algorithmen schonen nicht nur die Umwelt, sondern liefern auch schneller Ergebnisse für die Forschenden – eine Win-Win Situation.

Fussnoten
Fussnoten

[1] Neu geregelt wurde bereits die Anbindung der an die Universität assoziierten Institute. Das Swiss TPH, das Friedrich Miescher Institut und die Stiftung swisspeace kooperieren auf der Grundlage von Leistungsvereinbarungen intensiv und zu beidseitigem Nutzen mit verschiedenen Forschungsgruppen und Fakultäten der Universität.

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