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Universität Basel

15. September 2020

Ältere Menschen möchten zuhause wohnen bleiben

Die Inspire-Befragung wurde knapp 29’000 Baselbieterinnen und Baselbietern zugestellt. 30,7 Prozent haben den Fragebogen ausgefüllt. Etwas mehr als die Hälfte der Antworten stammen von Frauen. Das durchschnittliche Alter lag bei 81,8 Jahren. (Bild: Inspire-Projekt)
Die Inspire-Befragung wurde knapp 29’000 Baselbieterinnen und Baselbietern zugestellt. 30,7 Prozent haben den Fragebogen ausgefüllt. Etwas mehr als die Hälfte der Antworten stammen von Frauen. Das durchschnittliche Alter lag bei 81,8 Jahren. (Bild: Inspire-Projekt)

Im Alter zuhause wohnen: Das wünschen sich die meisten älteren Menschen. Entsprechend hoch ist der Bedarf an altersgerechten Wohnungen und massgeschneiderten Dienstleistungen für die Versorgung von älteren Menschen, die im eigenen Haushalt auf Unterstützung angewiesen sind. Das ist ein Hauptergebnis der Bevölkerungsbefragung im Kanton Basel-Landschaft, die im Rahmen des «Inspire»-Projekts durchgeführt wurde. Der ausführliche kantonale Bericht ist nun öffentlich.

Wie in vielen anderen Regionen Europas steigt auch in der Schweiz der Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung. Allein im Kanton Basel-Landschaft wird bis 2045 mit einer Verdopplung der Personen gerechnet, die über 80 Jahre alt sind.

Ergebnisse für Versorgungsplanung nutzen

Um den Bedürfnissen ältere Menschen gerecht zu werden, braucht es oft eine Kombination von Dienstleistungen, die häufig jedoch weder zentralisiert angeboten werden noch koordiniert sind. Ältere Personen sind somit dem Risiko einer fragmentierten Versorgung ausgesetzt, was zu Stress und Belastung führt, auch bei den Angehörigen. Vielfach kommen noch höhere Kosten hinzu, etwa durch widersprüchliche Empfehlungen und Medikationsfehler. Solche unerwünschten Prozesse und Auswirkungen können durch koordinierte Versorgungsmodelle verhindert werden.

Vor diesem Hintergrund trat 2018 im Kanton Basel-Landschaft das Altersbetreuungs-  und Pflegegesetz in Kraft. Das Gesetz verpflichtet die Gemeinden, Versorgungsregionen zu bilden, die Informations- und Beratungsstellen für ältere Menschen einrichten. Der «Inspire»-Bericht, der im Auftrag des Amts für Gesundheit Basel-Landschaft erstellt wurde, bietet eine Übersicht über die aktuelle gesundheitliche und soziale Situation älterer Menschen im Kanton Basel-Landschaft und zeigt zugleich die Hindernisse auf, welche einer besseren Lebensqualität im Alter im Wege stehen.

Aktuelle Situation älterer Menschen

Die «Inspire»-Befragung wurde knapp 29’000 Baselbieterinnen und Baselbietern im Frühjahr 2019 zugestellt. 30,7 Prozent haben den Fragebogen ausgefüllt. Etwas mehr als die Hälfte der Antworten stammen von Frauen. Das durchschnittliche Alter lag bei 81,8 Jahren. 

Die Hauptergebnisse zeigen, dass ältere Menschen grossen Wert darauf legen, in ihrem eigenen Zuhause zu leben. Die Mehrheit gab an, derzeit keine Hilfe von anderen Personen im Alltag zu benötigen, geht jedoch davon aus, in Zukunft vermehrt auf Hilfe angewiesen zu sein. Rund ein Viertel der Befragten zeigt Anzeichen von Gebrechlichkeit, was sowohl auf körperliche Einschränkungen wie Mobilitäts- und Gedächtnisprobleme als auch auf soziale Herausforderungen wie Einsamkeit und Angst zurückzuführen ist. Im Fall einer zukünftigen Abhängigkeit bevorzugen die Befragten grösstenteils, weiter in ihrem angestammten Zuhause verbleiben zu können und durch Familienangehörige, Freunde, Nachbarinnen oder Hilfsorganisationen unterstützt zu werden. 

Prävention, Risikogruppen und neue Technologien

Nur etwa ein Drittel der Befragten folgt der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation, sich mindestens 75 Minuten pro Woche körperlich intensiv zu betätigen. Zudem gaben 11 Prozent der Männer an, täglich mehr Alkohol zu trinken als von der Eidgenössischen Kommission für Fragen zu Sucht und Prävention als Obergrenze empfohlen wird.

Eine genauere Analyse der Unterschiede zwischen nicht gebrechlichen Menschen (73,4 Prozent) und gebrechlichen Menschen (26,6 Prozent) ergab, dass sich letztere tendenziell weniger körperlich betätigten, dass sie einsamer und deprimierter sind und häufiger mehr Medikamente einnehmen.

Erwähnenswert ist darüber hinaus, dass ältere Menschen für den Einsatz neuer Technologien wie etwa Telemedizin oder Haushaltsroboter offen zu sein scheinen.

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