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Universität Basel

29. August 2017

Übergewichtige haben zu wenig Zellen mit Sättigungshormonen

Menschen mit starkem Übergewicht besitzen ein vermindertes Sättigungsgefühl – bei ihnen werden viel weniger Sättigungshormone freigesetzt als bei Normalgewichtigen. Grund: Die dafür verantwortlichen Zellen im Magen-Darm-Trakt von Übergewichtigen sind massiv reduziert, wie Basler Mediziner in «Scientific Reports» berichten. Diese Störung kann durch eine gewichtsreduzierende Operation behoben werden.

Gewebeschnitte des Zwölffingerdarms: Zellen, die Sättigungsbotenstoffe freisetzen können, sind grün markiert. Bei Übergewichtigen (mittleres Bild) ist die Zahl dieser Zellen markant tiefer als bei Normalgewichtigen (oben) und übergewichtigen Patienten drei Monate nach Operation (unten).
Gewebeschnitte des Zwölffingerdarms: Zellen, die Sättigungsbotenstoffe freisetzen können, sind grün markiert. Bei Übergewichtigen (mittleres Bild) ist die Zahl dieser Zellen markant tiefer als bei Normalgewichtigen (oben) und übergewichtigen Patienten drei Monate nach Operation (unten).

Forschende vom Departement Biomedizin von Universität und Universitätsspital Basel sowie dem Claraspital Basel sind mit Kollegen der University of Liverpool den Ursachen der verminderten Ausschüttung von Sättigungshormonen nachgegangen. Dafür haben sie mittels Magenspiegelung Gewebeproben aus dem Magen-Darm-Trakt von 24 Normalgewichtigen und 30 stark übergewichtigen Patienten vor und nach einem gewichtsreduzierendem Eingriff entnommen.

«Leider oft stigmatisiert»

Das Team um Dr. Bettina Wölnerhanssen zeigte, dass die Zahl an enteroendokrinen Zellen bei den Übergewichtigen signifikant niedriger war als bei Normalgewichtigen. Deshalb kommt es zu einer verminderten Ausschüttung von Sättigungshormonen und damit zu einem veränderten Appetitverhalten. Bei Übergewichtigen war auch die Zusammensetzung der sogenannten Transkriptionsfaktoren verändert, die für die Bildung der enteroendokrinen Zellen aus Stammzellen verantwortlich sind. Nach einer Operation erholten sich die Anzahl enteroendokriner Zellen und die Zusammensetzung der Transkriptionsfaktoren beinahe vollständig.

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