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Universität Basel

23. Oktober 2018

Basler Forschungsprojekt erhält 5,3 Millionen Euro

ERC-Logo vor der Basler Skyline

Der Europäische Forschungsrat zeichnet ein gemeinsames Forschungsprojekt der Universität Basel, des Universitätsspitals Basel und des Friedrich Miescher Instituts mit einem der begehrten ERC Synergy Grants aus. Das interdisziplinäre Team möchte herausfinden, ob Nasenknorpelzellen für die Regeneration von Bandscheiben verwendet werden können. Die Fördersumme beläuft sich auf 5,3 Mio. Euro.

Prof. Dr. Ivan Martin (Bild: Universität Basel)
Prof. Dr. Ivan Martin (Bild: Universität Basel)

Der Europäische Forschungsrat (ERC) hat den Gruppen von Prof. Ivan Martin vom Departement Biomedizin der Universität und des Universitätsspitals Basel (USB) und Prof. Filippo Rijli vom Friedrich Miescher Institute for Biomedical Research (FMI) je 2,66 Mio. Euro zugesprochen.

Der Förderbeitrag aus dem ERC Synergy Grant fliesst in ein gemeinsames Projekt, das untersucht, ob Zellen des Gesichtsschädels dazu beitragen können, fortschreitende Schäden an Bandscheiben zu stoppen. Der ERC ist eine von der Europäischen Kommission eingerichtete Institution zur Finanzierung von grundlagenorientierter Forschung.

Das spezielle Interesse der Arbeitsgruppe von Prof. Ivan Martin liegt in der Untersuchung und Charakterisierung von Nasenknorpelzellen. Diese bilden sich aus den sogenannten Neuralleisten­zellen, aus denen sich auch der Gesichtsschädel entwickelt, und besitzen die Fähigkeit, sich neuen Umgebungen anzupassen. Aufgrund ihrer hervorragenden Regenerations­eigenschaften wurden körpereigene Nasenknorpelzellen in einer Pionierstudie bereits erfolgreich bei Patienten zur Reparatur von Knieknorpel eingesetzt. Allerdings weiss man noch wenig über die biologischen Prozesse, die diesen Regenerationseigenschaften zu Grunde liegen.

Prof. Dr. Filippo Rijli (Bild: FMI)
Prof. Dr. Filippo Rijli (Bild: FMI)

Bandscheibenschäden im Visier

Neuralleistenzellen wandern während der frühen embryonalen Entwicklung aus der sich entwickelnden Neuralröhre in die zukünftige Kopfregion, wo sie dann Kinn, Wangenknochen oder Nase bilden. Auch nach Erreichen ihres Ziels im Kopf bewahren diese Zelle ihre Plastizität – das heisst, sie sind weiterhin in der Lage, verschiedene Zelltypen hervorzurufen –, bis ein Signal der Umwelt eine spezifische Differenzierung auslöst.

Die Arbeitsgruppe von Prof. Filippo Rijli untersucht, wie diese Gesichtsentwicklung reguliert ist. Die Forscher konnten bereits den Mechanismus erläutern, der dafür sorgt, dass gewisse Gene, die für die embryonale Gesichtsentwick­lung hochbe­deutsam sind, in einem Bereitschaftszustand erhalten und durch Umweltsignale aktiviert werden.

In ihrem Projekt gehen die Forscher der Frage nach, ob Nasenknorpelzellen vergleichbare Fähigkeiten wie Neuralleistenzellen haben und ob sie für weitere Therapien nutzbar gemacht werden können. So ist vorgesehen, in Zusammenarbeit mit der Spinalen Chirurgie des USB adulte Nasenknorpelzellen für die Regeneration von Bandscheiben einzusetzen.

Indem die beiden Gruppen das Projekt gemeinsam angehen, kann die Grundlagenforschung aus der Entwicklungsbiologie genutzt werden, um Vorgänge in der regenerativen Medizin besser zu verstehen. Die Wissenschaftler erhoffen sich durch die progressive Herangehensweise vielversprechende Resultate. Dies ist ganz im Sinn der beteiligten Institutionen, die einerseits fundamentale biologische Prozesse verstehen wollen und anderseits wissenschaftlich fundierte Therapien für die klinische Umsetzung entwickeln.


Weitere Auskünfte

Matthias Geering, Universität Basel, Leiter Kommunikation & Marketing, Tel. +41 61 207 35 75, mobil: +41 79 269 70 71, E-Mail: matthias.geering@unibas.ch

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