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Universität Basel

27. Juli 2020

12-Millionen-Förderung für Zukunftstechnologie in der Chirurgie

Roboter-Endoskopspitze auf einem Finger
Eines der Ergebnisse der ersten Förderphase für das Miracle-Projekt: eine hochpräzise robotische Endoskopspitze mit integrierter Laser-Knochensäge. (Foto: Werner Siemens-Stiftung, F. Brüderli)

Forschende der Universität Basel haben eine Vision: Ein individuell konfigurierbarer Roboter soll chirurgische Eingriffe revolutionieren und Patienten und Patientinnen zahlreiche Vorteile bringen. Erste Schritte dorthin haben sie bereits getan. Für die weitere Umsetzung dieser Vision erweitert die Werner Siemens-Stiftung ihre Förderung für das Projekt «Miracle» nun um zwölf auf insgesamt 27 Millionen Franken.

Zwei Personen mit VR-Brillen und Steuerelement vor Abbild von Blutgefässen
Ein weiteres Ergebnis der ersten Förderphase: Präzisere Planung von chirurgischen Eingriffen in der Virtuellen Realität – auch mit Fachleuten in anderen Ländern oder Kontinenten. (Foto: Werner Siemens-Stiftung, F. Brüderli)

In einer ersten Projektphase entwickelten die beteiligten Forschungsgruppen bereits Technologien, die im OP-Saal der Zukunft zum Einsatz kommen sollen. In einer zweiten Phase geht es nun darum, die einzelnen Systeme (siehe Kontextbox) miteinander in einem modularen Roboter zu vereinen, der sich für den geplanten operativen Eingriff individuell konfigurieren lässt und zugleich OP-Lampen und -Tisch umfasst. Dieses System können die Chirurginnen und Chirurgen während des Eingriffs über eine Konsole überwachen.

Für die zweite Projektphase stockt die Werner Siemens-Stiftung ihre Förderung für das seit 2015 laufende Projekt nun noch einmal um 12 Millionen Franken auf. «Wir sind dieser Stiftung sehr dankbar, dass sie unser visionäres Projekt unterstützt», sagt Prof. Dr. Philippe Cattin, Co-Leiter beider Projektphasen von «Miracle» und Leiter des Department of Biomedical Engineering der Universität Basel. Dadurch eröffne sich eine einzigartige Chance für den Innovationsstandort Basel. «Dank dieser Finanzierung und unserem Know-how können wir nun einige der enormen Möglichkeiten erschliessen, die die Robotik für die Chirurgie eröffnet.»

Massgeschneiderte 3D-gedruckte Bio-Implantate

In der ersten Projektphase hat das Team um Cattin eine Virtual-Reality-Plattform zur Planung von Operationen entwickelt, die im Spital bereits zum Einsatz kommt. Nun sollen mit diesem System auch Form und Beschaffenheit von Implantaten entworfen werden. Gegenüber älteren, vorwiegend manuellen Verfahren werde dadurch eine schnellere und präzisiere Formgebung möglich. Die so geplanten Implantate sollen dann massgeschneidert mittels 3-D-Druck hergestellt werden. In Zukunft könnte es sogar möglich sein, die Implantate direkt im Körper zu drucken.

Drei Forschungsziele

Ein flexibles, modulares Robotersystem

Das in der ersten Projektphase entwickelte robotergestützte Endoskop (Instrument zur Untersuchung des Körpers und zur Entnahme von Gewebeproben) soll durch weitere, spezialisierte Endoskope ergänzt und mit allen anderen Geräten in einem Operationssaal koordiniert werden. Um eine optimale Leistung zu erzielen, sollen die Roboterarme, die OP-Leuchten und der OP-Tisch zu einem großen Robotersystem zusammengefügt werden.

Entwurf von Implantaten in der Virtuellen Realität

Das entwickelte System zu Planung chirurgischer Eingriffe in der Virtuellen Realität (VR) soll so erweitert werden, dass damit die exakte Form von Knochenersatzimplantaten direkt in der VR bestimmt werden kann. Darüber hinaus soll diese Plattform auch durch ein haptisches Feedback (technische Simulation von Berührung) erweitert werden und damit die Durchführung von patientenspezifischen Simulationen von chirurgischen Eingriffen ermöglichen. Mit einem solchen System könnte die Chirurgin/der Chirurg einen Eingriff zunächst trainieren, bevor sie/er diese durchführt.

Intelligente Bio-Implantate

Dreidimensionale Bildgebungstechnologien sollen Gewebedefekte identifizieren in 3D vermessen und die Struktur entsprechender, patientenspezifischer Implantate virtuell berechnen. Dann sollen die patientenspezifischen Hochleistungsimplantate in Bioreaktoren gezüchtet oder mit robotergestützter Bio-Druck-Technologie ausserhalb und innerhalb des Körpers im 3D-Druckverfahren hergestellt werden.

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