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Universität Basel

05. Juli 2022

Ein Hub für die disziplinübergreifende Forschung und den Wissenstransfer im Bereich Nachhaltigkeit

Sonnenuntergang in Basel
(Bild: Getty Images/iStockfoto)

Das Forschungsnetzwerk «Sustainable Future» bringt Forschende der Universität Basel, die sich mit Nachhaltigkeitsthemen beschäftigen, in einen Dialog und unterstützt sie bei trans- und interdisziplinären Projekten. Es koordiniert zudem «living labs», in denen Nachhaltigkeitsforschende eng mit Behörden, Privatwirtschaft und der Bevölkerung zusammenarbeiten.

Dr. Annika Sohre ist Senior Researcherin und Lehrbeauftragte im Fachbereich Nachhaltigkeit an der Universität Basel. Sie kennt die Herausforderungen ihrer Forschungskolleginnen und ‑kollegen aus eigener Erfahrung: «Hier gibt es unzählige Forschungsgruppen, die an Nachhaltigkeitsfragen forschen», erzählt sie. «Aber oft wissen wir nicht genau, an was unsere Kolleginnen und Kollegen in anderen Fakultäten arbeiten oder wen wir in Hinblick auf eine bestimmte Fragestellung und Projektidee kontaktieren könnten.»

Sohre macht ein Beispiel: Sowohl in der Psychologie, in den Wirtschaftswissenschaften als auch in den Nachhaltigkeitswissenschaften werden Antworten auf die Frage gesucht, wie Verhaltensänderungen zugunsten einer umweltfreundlicheren Mobilität unterstützt werden können. Wieso sich also nicht zusammenschliessen? Das Forschungsnetzwerk Sustainable Future, das Sohre seit Februar als Geschäftsführerin leitet, soll solche Verbindungen schaffen und Brücken über Fachdisziplinen und Fakultätsgrenzen hinweg bauen.

Das Forschungsnetzwerk wurde 2020 gegründet, als die nationale Initiative für die Etablierung von Kompetenzzentren für die Energieforschung (SCCER) auslief. Zwischen 2013 und 2020 hatte die Universität Basel die Leitung des Kompetenzzentrums für Energie und gesellschaftlichen Wandel inne und war damit der Knotenpunkt für viele Energieforschungsprojekte. «Diese Vernetzung sollte weitergeführt und verstärkt werden, wofür eine institutionelle Basis nötig war», erklärt Sohre.

Heute sind am Netzwerk Forschende der Theologischen, Philosophisch-Historischen, Philosophisch-Naturwissenschaftlichen, Wirtschaftswissenschaftlichen sowie der Fakultät für Psychologie beteiligt. Weitere sollen folgen. «Jede Forschungsgruppe mit Bezug zu Nachhaltigkeitsthemen kann sich bei uns für eine Mitgliedschaft bewerben», sagt Sohre.

Lunch-Vorträge und Zukunftsdialoge

Aktuell organisieren Annika Sohre und ihre beiden Mitarbeiterinnen jeden Freitag einen «Research Lunch», an dem Forschende ihre aktuelle Arbeit präsentieren. «Das ist einerseits gut für die Vernetzung, andererseits erhalten Expertinnen und Experten fachfremdes Feedback aus anderen Disziplinen», erklärt Sohre. «Das kann inspirierend und wertvoll sein».

Am 16. September wird zudem erstmals ein «Zukunftsdialog» stattfinden, dieses Jahr zum Thema Nachhaltige Mobilität. Forschende der Universität Basel werden den Anlass mit Input-Referaten eröffnen, danach steht das Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft im Vordergrund.

Sowieso soll der Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft gezielt gefördert werden. Dafür unterstützt das Netzwerk auch die Gründung von «living labs», in welchen transdisziplinär an praktischen Nachhaltigkeitsfragen geforscht wird. Forschende des Fachbereichs Nachhaltigkeitsforschung bauen derzeit ein solches Reallabor für die nachhaltige Weiterentwicklung des Wettsteinquartiers auf.

Das Forschungsnetzwerk «Sustainable Future» will auch dazu beitragen, dass solche inter- und transdisziplinären Dialoge künftig noch mehr öffentliche Beachtung finden. Schliesslich bergen diese viel Potenzial in Hinblick auf neue Lösungsansätze für die grossen gesellschaftlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts – davon sind Sohre und ihre Kolleginnen und Kollegen überzeugt.

Die drei Fokusthemen des Forschungsnetzwerks Sustainable Future

Die am Netzwerk «Sustainable Future» beteiligten Forschungsgruppen fokussieren sich aktuell auf drei Themenkomplexe: «Energie und Klima», «GeoBio-Diversität» und «Sustainable Digital World».

  • Im Themenbereich «Energie und Klima» untersuchen Forschende, wie der Übergang zu einer Gesellschaft möglich ist, die den nationalen und internationalen Klimazielen gerecht wird und welche politischen und sozialen Rahmenbedingungen einen erfolgreichen Übergang zu einer klimaneutralen Gesellschaft begünstigen.
  • Im Themenkomplex «GeoBio-Diversität» stehen die Interaktionen zwischen aquatischen und terrestrischen Ökosystemen im Mittelpunkt. Dabei beschäftigen sich die Forschenden mit den Treibern des globalen Wandels, darunter der globalen Erhitzung, des Bevölkerungswachstums, des Ressourcenmanagements sowie dem Verlust von Biodiversität.
  • Im Bereich «Digital Sustainable World» bringen die Forschenden die beiden Megatrends Digitalisierung und Nachhaltigkeit zusammen. Sie untersuchen Heimenergie-Infrastrukturen, die Zukunft der Mobilität und das Potenzial der Digitalisierung für eine grüne Sharing-Wirtschaft. Gleichzeitig beschäftigen sie sich aber auch mit möglichen negativen Konsequenzen der Digitalisierung in Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft.
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