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Waldexperiment untersucht Auswirkungen des Klimawandels

Auftakt zu einem 20 Jahre dauernden Waldexperiment: In Hölstein BL wird ein 50 Meter hoher Baukran installiert. Er erlaubt es den Wissenschaftler, in den Baumkronen wissenschaftliche Experimente durchzuführen. (Bild: Universität Basel)
Auftakt zu einem 20 Jahre dauernden Waldexperiment: In Hölstein BL wird ein 50 Meter hoher Baukran installiert. Er erlaubt es den Wissenschaftler, in den Baumkronen wissenschaftliche Experimente durchzuführen. (Bild: Universität Basel)

Die Universität Basel untersucht auf dem Gebiet der Baselbieter Gemeinde Hölstein, was für Folgen der Klimawandel für mitteleuropäische Wälder hat. Diese Woche haben die Vorbereitungsarbeiten für das langjährige Experiment begonnen.

13. März 2018

Auftakt zu einem 20 Jahre dauernden Waldexperiment: In Hölstein BL wird ein 50 Meter hoher Baukran installiert. Er erlaubt es den Wissenschaftler, in den Baumkronen wissenschaftliche Experimente durchzuführen. (Bild: Universität Basel)
Auftakt zu einem 20 Jahre dauernden Waldexperiment: In Hölstein BL wird ein 50 Meter hoher Baukran installiert. Er erlaubt es den Wissenschaftler, in den Baumkronen wissenschaftliche Experimente durchzuführen. (Bild: Universität Basel)

In Wäldern entstehen Ressourcen wie Holz, Sauerstoff und sauberes Wasser. Gleichzeitig speichert der Wald grosse Mengen an Kohlenstoff und bietet Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere.

Wie unsere Wälder auf den Klimawandel reagieren, ist deshalb eine dringliche ökologische Frage. Neueste Prognosen lassen erwarten, dass die Sommerniederschläge im Westen der Schweiz bis zum Jahr 2085 um bis zu einem Fünftel zurückgehen.

Nachlassen von Niederschlägen simulieren

Um besser zu erforschen, wie sich die zunehmende Trockenheit auf die Schweizer Wälder auswirken, startet die Universität Basel diese Woche in der basellandschaftlichen Gemeinde Hölstein ein mehrjähriges Waldexperiment.

Im Gebiet «Schoren» möchten die Forscher die zu erwartende Trockenheit in einem ausgewachsenen Schweizer Mischwald über einen Zeitraum von 20 Jahren simulieren.

Dazu errichten sie auf der Hälfte der einen Hektar grossen Versuchsfläche eine Dachkonstruktion, die rund 50% des Niederschlagswassers für die Bäume abfängt. Die andere, durch einen Graben abgetrennte Hälfte dient als Kontrollfläche.

Kran im Zentrum

Im Vorfeld prüften die Forscher über 30 mögliche Standorte in Basel-Stadt und Baselland. «Der Standort ist einzigartig. Hier in Hölstein können wir Rotbuchen, Stieleichen, Hagebuchen, Fichten, Waldföhren und Weisstannen in das Experiment einbeziehen, die zwischen 80 und 150 Jahre alt sind. Zudem sickert dank der Kuppellage kein Grundwasser ein. Das haben wir sonst nirgends gefunden», sagt der Pflanzenwissenschaftler Professor Ansgar Kahmen, der das Experiment leitet.

Diese Woche bringt ein Helikopter einen 50 Meter hohen Baukran an den Standort. Dort wird er in der Mitte der Versuchsfläche aufgestellt. Mittels einer Gondel, die am 50 Meter langen Ausleger des Krans befestigt ist, können die Wissenschaftler in den Baumkronen Beobachtungen anstellen und wissenschaftliche Experimente durchführen. Der Aufbau der Dachkonstruktion folgt dann 2019.

Waldnutzen bewahren

Mit dem langfristigen Experiment möchten die Forscher klären, welche einheimischen Baumarten besonders empfindlich auf Trockenheit ansprechen und ob ausgewachsene Bäume in der Lage sind, ihren Stoffwechsel an Klimaveränderungen anzupassen. Zudem interessiert sie, wie sich der Wassermangel auf biogeochemische Kreisläufe im Wald auswirkt und ob unsere Wälder auch unter zukünftigen Klimabedingungen grosse Mengen an Kohlenstoff speichern können.

Mit der geplanten Laufzeit von 20 Jahren, der Grösse des Dachs und der vielen zu untersuchenden Baumarten ist dieses Projekt einmalig in Europa.

«Wenn wir besser verstehen, welche Effekte Trockenheit auf mitteleuropäische Wälder hat, können wir besser vorhersagen, was das für den Nutzen und die Leistungen bedeutet, die das Ökosystem Wald erbringt», so Ansgar Kahmen. «Das wiederum ist die Voraussetzung, um die Folgen des Klimawandels im Wald durch gezielte Bewirtschaftungsmassnahmen möglichst auffangen zu können.»


Weitere Auskünfte

Prof. Dr. Ansgar Kahmen, Universität Basel, Departement Umweltwissenschaften, Tel. +41 61 207 35 71, E-Mail: ansgar.kahmen@unibas.ch

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