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Universität Basel

18. Januar 2018

Vom Gesundheitswesen zur Kriegsführung: Über die Regulierung der Neurotechnologie

Neurotechnologie, Computer, Gehirn
Ist es legitim, militärische Forschung auf dem Gebiet der Neurotechnologie zu betreiben? (Bild: Ars Electronica | CC BY-NC-ND 2.0)

Ethiker der Universität Basel haben speziell für den Bereich der Neurotechnologie ein Rahmenkonzept erarbeitet, das zum Schutz vor einer missbräuchlichen militärischen Nutzung beitragen soll. Die Forscher halten ein völliges Verbot von Dual-Use-Technologien ethisch nicht zu rechtfertigen. Sie fordern jedoch Bestimmungen, um die geistige Privatsphäre und psychische Integrität der Menschen zu schützen. Die Zeitschrift Neuron hat die Studie veröffentlicht.

Der Begriff «Dual-Use» bezieht sich auf eine Technologie, die sowohl für nützliche (d. h. medizinische) als auch für gefährliche (d. h. militärische oder terroristische) Zwecke eingesetzt werden kann. Bis vor Kurzem entstanden die meisten Dual-Use-Technologien hauptsächlich in der Virologie und Bakteriologie. In den letzten Jahren hat die vom Militär finanzierte Forschung jedoch die Neurowissenschaften erreicht.

Das hat zu einer rasanten Zunahme von Prototypen auf dem Gebiet der Neurotechnologie geführt, die zum Ziel haben, die Emotionen, Gedanken und das Verhalten von Soldaten zu verändern. Dazu gehören neurotechnologische Anwendungen zur Täuschungserkennung und für Verhöre sowie Gehirn-Computer-Schnittstellen für militärische Zwecke.

Neurotechnologie und ethische Fragen

Aufgrund der militärischen Forschung sind Bedenken laut geworden, dass die Neurotechnologie als Waffe eingesetzt werden könnte. Das hat eine kontroverse Debatte entfacht: Ist es legitim, militärische Forschung auf dem Gebiet der Neurotechnologie zu betreiben? Und wie sollten politische Entscheidungsträger die Dual-Use-Neurotechnologie regulieren?

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