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Universität Basel

Neues Antibiotikum gegen resistente Keime entdeckt

Medikamentenkapseln auf Buch mit chemischer Formel
Das neu entdeckte Antibiotikum Dynobactin wirkt auch gegen resistente Problemkeime. (Foto: Biozentrum, Universität Basel)

Antibiotika galten lange Zeit als Wunderwaffe gegen bakterielle Infektionen. Viele Erreger haben sich jedoch an die Wirkstoffe angepasst und sind resistent geworden, daher wird die Suche nach neuen antibakteriellen Substanzen immer wichtiger. Ein internationales Forschungsteam unter Beteiligung der Universität Basel hat nun mittels Computeranalyse ein neues Antibiotikum entdeckt und sein Wirkprinzip entschlüsselt. Ihre Studie ist ein wichtiger Schritt in der Entwicklung neuer wirksamer Medikamente.

11. Oktober 2022 | Katrin Bühler

Medikamentenkapseln auf Buch mit chemischer Formel
Das neu entdeckte Antibiotikum Dynobactin wirkt auch gegen resistente Problemkeime. (Foto: Biozentrum, Universität Basel)

Als «Stille Pandemie» bezeichnet die WHO die schleichende und rasant wachsende Zahl antibiotika-resistenter Bakterien. Die Krise wird durch den Umstand verschärft, dass in den letzten Jahrzehnten kaum neue Medikamente auf den Markt gekommen sind. Schon heute lassen sich nicht mehr alle Infektionen behandeln und sogar Routine-Eingriffe werden zur Gefahr.

Um den Vormarsch antibiotikaresistenter Keime aufzuhalten, braucht es dringend neue Wirkstoffe. Eine solche Entdeckung ist nun dem Team um Prof. Dr. Sebastian Hiller vom Biozentrum der Universität Basel und Forschenden der Northeastern University in Boston gelungen. Die Arbeit entstand im Rahmen des Nationalen Forschungsschwerpunktes (NFS) «AntiResist» und erschien nun in «Nature Microbiology».

Schwierige Gegner

Das neue Antibiotikum Dynobactin haben die Forschenden durch ein computerbasiertes Screening entdeckt. Es tötet gram-negative Bakterien, zu denen viele gefährliche und resistente Keime gehören. «Antibiotika gegen diese Gruppe von Bakterien zu finden, ist alles andere als trivial», sagt Hiller. «Sie sind durch ihre doppelte Membran gut geschützt und bieten daher nur wenig Angriffsfläche. Und in den Millionen Jahren ihrer Evolution haben sie zahlreiche Wege gefunden, Antibiotika unschädlich zu machen.»


Originalpublikation

Ryan D. Miller et al.
Computational identification of a systemic antibiotic for Gram-negative bacteria.
Nature Microbiology (2022), doi: 10.1038/s41564-022-01227-4

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