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Universität Basel

05. Februar 2019

Ein Schweizer Netzwerk bringt Stressforscher zusammen

Gestresster junger Mann mit einem Durcheinander im Kopf. (Bild: SIphotography / iStock)
Stress gefährdet die psychische und körperliche Gesundheit. Ein nationales Netzwerk tritt an, die Forschung darüber in der Schweiz zu stärken. (Bild: SIphotography / iStock)

Um die Stressforschung in der Schweiz zu fördern, haben die Professoren Dominique de Quervain von der Universität Basel und Carmen Sandi vom Brain Mind Institute der EPFL stressnetwork.ch gegründet – ein Netzwerk von über 30 renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an Schweizer Universitäten, die in verschiedenen Bereichen der Stressforschung arbeiten.

Stress kann aus schwierigen Situationen in unserem privaten oder beruflichen Leben entstehen und bildet einen erheblichen Risikofaktor für die geistige und körperliche Gesundheit. Chronischer Stress kann eine Reihe von Folgen haben, darunter Bluthochdruck, Gewichtszunahme, Sucht, Burn-out und Depression, um nur einige zu nennen. Stress führt auch zu finanziellen Problemen, was seit Längerem bekannt ist: Eine Studie des Staatssekretariats für Wirtschaft des Bundes von 2003 hat gezeigt, dass Stress eine wirtschaftliche Belastung von mehreren Milliarden Franken pro Jahr verursacht.

«Ein besseres Verständnis von Stress ist eine Voraussetzung, um stressbedingte Gesundheitsprobleme vermeiden und behandeln zu können», sagt Professorin Carmen Sandi vom Brain Mind Institute der ETH Lausanne. Und um dieses bessere Verständnis zu erreichen, haben Sandi und Professor Dominique de Quervain von der Universität Basel, zwei weltweit renommierte Fachleute für Stressforschung, nun ein nationales Netzwerk von mehr als 30 Stressforscherinnen und -forschern an Schweizer Universitäten gegründet.

Das Netzwerk, vereinigt unter der Website www.stressnetwork.ch, hat zum Zweck, «die Stressforschung in der Schweiz zu fördern, indem es das öffentliche und politische Bewusstsein für die Bedeutung der Stressforschung schärft, die wissenschaftliche Interaktion zwischen verschiedenen Disziplinen fördert und das Fundraising für die Stressforschung unterstützt».

«Wir glauben, dass Forschende verschiedener Disziplinen zusammenarbeiten müssen, um das komplexe Phänomen Stress adäquat angehen zu können», so Dominique de Quervain.

«Neben unserem Schwerpunkt in der Stressforschung will das Netzwerk auch dazu beitragen, die Stressbedingungen in der Schweiz zu verbessern», sagt Carmen Sandi. «Wir haben einen Austausch mit wichtigen Interessengruppen – Politikern, Stiftungen, Gewerkschaften – initiiert, um Kernthemen zu identifizieren, bei denen unsere gemeinsame Expertise mit innovativen Lösungen und Ansätzen einen Beitrag leisten kann. Wir planen auch eine Reihe von Aktivitäten, um wichtige Entwicklungen in der Stressforschung und -bewältigung der Öffentlichkeit zu vermitteln.»

Nobelpreisträgerin spricht in Basel

Stressnetwork.ch organisiert öffentliche Vorträge und jährliche Symposien rund um das Thema Stress. Das nächste Symposium findet am 27. Februar 2019 in Basel statt. «Unter den eingeladenen internationalen Referenten wird Elizabeth Blackburn, Nobelpreisträgerin von 2009, über die Auswirkungen von Stress auf Chromosomen, Gesundheit und Alterung sprechen», sagt de Quervain. Die Vorlesung findet am 27. Februar um 18 Uhr in der Aula der Universität Basel statt. Der Vortrag ist öffentlich, für die Teilnahme ist eine Anmeldung per E-Mail erforderlich: stressnetwork-psychologie@unibas.ch


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