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Universität Basel

Auszeichnung für Tierpflegende für die Verminderung überzähliger Versuchstiere

Gruppenbild bei der Preisverleihung.
(v.l.n.r.) Lothar Jäckel, Lisa Schneider, Angelika Offinger, Emilia Terszowska, Sabine Eckervogt, Yasmin Müller-Quijada und Michel Brühlhart. Nicht auf dem Bild: Vanessa Schull, Johann Himber, Brice Herbrecht und Daniel-Uwe Zimmer. (Bild: Rolf Zeller)

Den Tierpflegerinnen und Tierpflegern des Departements Biomedizin am Standort Mattenstrasse ist es gelungen, die Zahl der überzähligen Versuchstiere erheblich zu reduzieren. Erreicht haben sie dies durch Unterstützung bei der Zuchtplanung, Sensibilisierung und eine verbesserte Kommunikationskultur zwischen Forschenden und der Tierstation. Dafür wurde das Team nun mit dem Swiss 3RCC Culture of Care Award ausgezeichnet.

08. Januar 2024 | Christian Heuss

Gruppenbild bei der Preisverleihung.
(v.l.n.r.) Lothar Jäckel, Lisa Schneider, Angelika Offinger, Emilia Terszowska, Sabine Eckervogt, Yasmin Müller-Quijada und Michel Brühlhart. Nicht auf dem Bild: Vanessa Schull, Johann Himber, Brice Herbrecht und Daniel-Uwe Zimmer. (Bild: Rolf Zeller)

In der Züchtung von Versuchstieren entstehen zwangsläufig auch Tiere, die nie für die experimentelle Forschung verwendet werden können. Grund dafür sind komplexe Züchtungsschemata und genetische Gesetzmässigkeiten, die eine gewisse Anzahl an Zuchttieren benötigen. Darüber hinaus sind Forschende aber gemäss des 3R-Prinzips (Replacement, Reduction, Refinement) verpflichtet, die Zahl ihrer Versuchstiere so weit wie möglich zu reduzieren. Dazu gehören zum Beispiel verbesserte Zuchtstrategien, die Kryokonservierung derzeit nicht benötigter Tierlinien oder eine enge Abstimmung mit anderen Forschenden über die Verwendung der Tiere.

Maus mit Mäuschen bei der Nestpflege.
Haltung von Labornagetieren an der Universität Basel: Die Mäuse leben in einzeln belüfteten Käfigsystemen. (Foto: Universität Basel, Philippe Wiget).

«Es brauchte viele Gespräche, ein ausserordentliches Engagement und eine gewisse Hartnäckigkeit des ganzen Tierpflegeteams, um die Verantwortlichen von den vorgeschlagenen Massnahmen zu überzeugen», erzählt Anne Zintzsch.

Das Projekt startete im November 2022 und zeigte schnell Erfolge. Bereits nach wenigen Monaten sank die Zahl der überzähligen Tiere je nach Zuchtlinie um 35 bis 50 Prozent. Darüber hinaus initiierten die Tierpflegenden eine Seminarreihe, um den Austausch zwischen Tierpflege und Forschung am Standort zu verbessern. In sechs Seminaren präsentierten die Forschenden ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse und schafften so ein besseres Verständnis für die Notwendigkeit der Tierversuche.

Win-Win-Win für Forschung, Tierpflege und Tierwohl

«Die Initiative ist ein grosser Erfolg», sagt Anne Zintzsch. «Nicht nur die Zahl der überzähligen Tiere ist gesunken. Der gegenseitige Respekt ist gleichzeitig gestiegen. Die Bemühungen haben deshalb zu einer echten Win-Win-Win-Situation geführt – für Forschung, Tierpflege und Tierwohl.» Die Tierschutzbeauftragte hofft, dass die Bemühungen am DBM auch Vorbildcharakter für andere Einheiten an der Universität Basel und darüber hinaus haben werden.

In Anerkennung dieser Bemühungen hat das Schweizerische 3R-Kompetenzzentrum 3RCC dem Team der Tierpflegenden des DBM den Culture of Care Award verliehen. Das Projekt ist zudem ein gutes Beispiel, wie die kürzlich von der Universität Basel unterzeichnete Culture of Care Charter mit Leben erfüllt wird.

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