x
Loading
+ -

Universität Basel

21. Juni 2018

Wissenschaftspreis der Stadt Basel für Angela Heck

Die Psychologin Dr. Angela Heck von der Universität Basel erhält den diesjährigen Basler Wissenschaftspreis. Ausgezeichnet wird sie für ihre herausragende transdisziplinäre Forschung zu den neurobiologischen Grundlagen des menschlichen Gedächtnisses.

Gewinnerin des Wissenschaftspreises der Stadt Basel 2018: Dr. Angela Heck. (Bild: zvg)
Gewinnerin des Wissenschaftspreises der Stadt Basel 2018: Dr. Angela Heck. (Bild: zvg)

Mit der Verleihung des Wissenschaftspreises 2018 an Dr. Angela Heck ehrt die Stadt Basel eine junge Wissenschaftlerin, die als ausgebildete Psychologin die neurobiologischen Grundlagen des menschlichen Gedächtnisses erforscht. Damit habe sie erfolgreich die Brücke zwischen der Psychologie und den molekularbiologisch orientierten Wissenschaften geschlagen, schreibt die Basler Regierung in ihrer Mitteilung.

Der Wissenschaftspreis ist mit 20'000 Franken dotiert und wird jährlich im Turnus der sieben Fakultäten der Universität Basel an Forschende vergeben, die mit der Universität verbunden sind.

Die 1978 in Würzburg in Deutschland geborene Forscherin studierte in Würzburg Psychologie. Von 2005 bis 2009 widmete sie sich ihrem Promotionsstudium am Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München. Dieses beendete sie 2009 an der Universität Basel mit einer Arbeit über die Rolle von genetischen Varianten in der Entwicklung von Persönlichkeitseigenschaften und Strategien der Stressbewältigung.

Seit 2010 forscht Angela Heck als Wissenschaftlerin an der Transfakultären Forschungsplattform Molekulare und Kognitive Neurowissenschaften der Universität Basel. Am Dies Academicus 2015 der Universität Basel wurde ihr der Steven Karger-Preis der Fakultät für Psychologie verliehen.

Transdiziplinäre Forschung

Zu den überragenden Leistungen von Dr. Angela Heck gehört ihre fachbereichsübergreifende Forschung, welche innovativ die Psychologie und die Neurowissenschaften verbindet. Sie bedient sich eines transdiziplinären Arsenals an psychologischen, humangenetischen und statistischen Methoden, um sich der Funktionsweise des menschlichen Gehirns anzunähern und insbesondere die neurobiologischen Grundlagen des menschlichen Gedächtnisses zu erkunden.

So hat Angela Heck in den letzten Jahren Gruppen von Genen identifiziert, die für eine intakte Gedächtnisleistung verantwortlich sind und gleichzeitig das Risiko des Auftretens der Alzheimer-Demenz und der Schizophrenie beeinflussen. Darüber hinaus hat sie zeigen können, dass die Aktivierung des menschlichen Gehirns in bestimmten Regionen während des Lösens von Gedächtnisaufgaben von diesen Gengruppen abhängt. Angela Heck konnte damit wiederholt belegen, dass die bei gesunden Personen gewonnenen Erkenntnisse für das Verständnis von Krankheitsprozessen von zentraler Bedeutung sind.

Therapieperspektive bei Gedächtnisstörungen

Das von Angela Heck gewonnene Wissen über die beteiligten Gengruppen und die dazugehörenden Stoffwechselprozesse kann für die Entwicklung von neuartigen Therapien genutzt werden. Hecks Forschung ist für die Entwicklung von Medikamenten, die Gedächtnisstörungen entgegenwirken, also von zentraler Bedeutung. Störungen der Gedächtnisfunktion gehören bei den meisten psychischen Störungen wie beispielsweise Alzheimer-Demenz, Schizophrenie, Depression und Posttraumatischen Belastungsstörungen zu den schwerwiegendsten und bisher nicht adäquat therapierbaren Symptomen.

Angela Hecks Arbeiten, die grossen internationalen Anklang finden, stellen damit die zentrale wissenschaftliche Relevanz transdisziplinären Denkens unter Beweis. Mit ihnen wird zudem der Fokus auf eine Thematik gelegt, die mit Blick auf die Herausforderungen auch unserer zusehends älter werdenden Bevölkerung von höchster gesellschaftlicher Relevanz ist.

Am Life Sciences-Standort Basel findet Angela Heck nicht nur selber optimale Voraussetzungen für ihre Forschungsarbeit. Sie leistet sowohl methodisch wie auch thematisch einen höchst relevanten Forschungsbeitrag im Rahmen der Transfakultären Forschungsplattform Molekulare und Kognitive Neurowissenschaften MCN, was unsere hiesige Universität hervorragend lokal, national wie auch international profiliert und nachhaltig weiterentwickelt.

nach oben