x
Loading
+ -

Universität Basel

22. Februar 2018

Symposium für Reto Brun am Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut

Reto Brun in seinem Büro sitzend
In seiner Forschung fokussierte sich Reto Brun massgeblich auf die Entwicklung neuer Medikamente gegen die Afrikanische Schlafkrankheit und Malaria. (Foto: Roland Schmid)

Zu seiner Pensionierung wird Prof. Dr. Reto Brun vom Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut (Swiss TPH) heute Freitag (23.2.) mit einem halbtägigen öffentlichen Abschiedssymposium geehrt. Brun trug in über 40 Jahren Forschung massgeblich zur Entwicklung neuer Medikamente gegen die Afrikanische Schlafkrankheit und Malaria bei – und ist einer der produktivsten und am häufigsten zitierten Wissenschaftler der Universität Basel.

Eigentlich wollte Reto Brun Erfinder werden. Als kleiner Junge bastelte er alles Mögliche, bis er feststellen musste, dass Erfinder kein Beruf ist, mit dem man sich seine Brötchen verdienen kann. In den späten 1960er-Jahren studierte er Biologie an der Universität Basel, wollte hier eine Doktorarbeit verfassen und wurde bei Rudolf Geigy vorstellig, dem damaligen Direktor des Schweizerischen Tropeninstituts. Dieser schlug ihm vor, in Ostafrika Insektenflagellaten in Schmeissfliegen zu untersuchen. Denn die Ähnlichkeit dieser Lebewesen mit den Trypanosomen, den Erregern der Afrikanischen Schlafkrankheit, ist frappant.

«Ich wollte bei der Entwicklung neuer Medikamente gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten massgeblich beteiligt sein», sagt der 71-Jährige Brun heute. In einem Zentrum zur Erforschung der Afrikanischen Schlafkrankheit in Tororo (Uganda) fing er Fliegen, sezierte deren Därme und untersuchte sie auf Infektionen mit den Flagellaten. Dabei fand er neue Nährmedien, um die Flagellaten unter Laborbedingungen zu züchten, wobei sterile Bedingungen einzuhalten waren. Später gelang es ihm, sterile Fliegen zu züchten, um diese wiederum mit den Flagellaten zu infizieren.

Medikamente gegen Schlafkrankheit und Malaria

Nach der Dissertation und einem Postdoktorat an der University of California, Irvine, kehrte Brun wieder ans Schweizerische Tropeninstitut zurück. Hier entwickelte er weitere Nährmedien für verschiedene Formen des Schlafkrankheitserregers. Seine 1979 publizierte Arbeit zur Kultivierung von Trypanosoma brucei steht laut dem «Web of Science» an dritter Stelle der meistzitierten Arbeiten seit 1900. Diese und andere Arbeiten legten den Grundstein für den Erfolg des Swiss TPH bei der Entwicklung neuer Medikamente gegen die Schlafkrankheit und Malaria.

Als der vielversprechendste neue Wirkstoff gegen die Schlafkrankheit gilt Fexinidazol. Das Molekül stammt aus der Substanzbibliothek der «Drug for Neglected Diseases Initiative» (DNDi) in Genf. Forschende am Swiss TPH bewiesen seine Wirksamkeit in Tiermodellen und klinischen Studien im Kongo. Fexinidazol, dessen Marktzulassung noch dieses Jahr erwartet wird, kann als Tablette eingenommen werden und ist für den Patienten unbedenklich. «Dieser Wirkstoff wird die Eliminierung dieser schrecklichen Krankheit beschleunigen», sagt Brun.

Bereits in den 1980er-Jahren hatte Brun die Zusammenarbeit mit afrikanischen Partnerinstitutionen angeregt. Mit Organisationen in Uganda und Kenia war der Forscher bei der Gründung des «Eastern Africa Network for Trypanosomiasis» (EANETT) massgeblich beteiligt. Ziel war es, die Schlafkrankheit unter Kontrolle zu bringen und die Ausbildung junger afrikanischer Forschenden zu fördern. 


Symposium zu Ehren von Reto Brun, Freitag, 23. Februar 2018, 13.00–17.15 Uhr, Swiss TPH, Socinstrasse 57, Basel, Seiteneingang, Seminarraum Kilimantscharo.

Weiterführende Informationen
nach oben