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Universität Basel

06. November 2019

Assaf Naor erhält Ostrowski-Preis für höhere Mathematik

Prof. Dr. Assaf Naor (Foto: © Simons Foundation)
Prof. Dr. Assaf Naor (Foto: © Simons Foundation)

Der tschechisch-israelische Mathematiker Assaf Naor erhält den mit 100'000 Franken dotierten internationalen Ostrowski-Preis für höhere Mathematik 2019. Die Auszeichnung geht auf den Mathematikprofessor Alexander M. Ostrowski zurück, der an der Universität Basel gelehrt hat.

Assaf Naor, Mathematikprofessor an der Princeton University (USA), erhält den Ostrowski-Preis 2019 für seine bahnbrechenden Leistungen an der Schnittstelle der Geometrie von Banach-Räumen, der Struktur von metrischen Räumen und Algorithmen.

Seit Mitte der Neunzigerjahre spielen geometrische Methoden eine einflussreiche Rolle, um Algorithmen für die rechnergestützte Berechnung von grossen Problemen zu entwickeln, welche nicht offensichtlich etwas mit Geometrie zu tun haben. Assaf Naor ist der weltweit führende Forscher auf diesem Gebiet. Er hat tiefe Resultate aus der Theorie der Banach-Räume und der euklidischen Geometrie erzielt, welche helfen, Lösungen für lange ungelöste Aufgabenstellungen zu finden.

Einer der Schwerpunkte der Forschung von Assaf Naor ist die optimale Partition von Graphen. Ein Graph ist eine Menge von Knoten zusammen mit einer Menge von Kanten, das sind paarweisen Verbindungen zwischen den Knoten. Ein Schnitt bezeichnet in der Graphentheorie eine Partition der Knotenmenge eines Graphen. Die Bestimmung von optimalen Schnitten ist ein NP-vollständiges Problem. Deshalb existiert eine Reihe von vorgeschlagenen Heuristiken, um in kurzer Zeit wenigstens annähernd optimale Schnitte finden zu können. Assaf Naor erforscht polynomial-zeitliche Näherungsverfahren, welche denjenigen Schnitt finden, der einen Graphen in zwei gleich grosse Teile zerlegt und dabei eine möglichst geringe Anzahl Kanten unterteilt (Sparsest Cut Problem).

Assaf Naor, geboren 1975, ist ein tschechisch-israelischer Mathematiker. Er promovierte 2002 an der Hebräischen Universität in Jerusalem beim israelischen Mathematiker Joram Lindenstrauss. Nach Positionen bei Microsoft Research, der University of Washington und dem Courant Institute of Mathematical Sciences wurde er 2014 als Professor für Mathematik an die Princeton University berufen.

Preis mit Basler Geschichte

Alexander M. Ostrowski (1893–1986), ein ehemaliger Mathematikprofessor an der Universität Basel, hat eine nach ihm benannte Stiftung errichtet, welche seit 1989 alle zwei Jahre einen Preis für die besten wissenschaftlichen Leistungen auf den Gebieten der reinen und der theoretischen Grundlagen der numerischen Mathematik verleihen soll.

Laut Statut besteht die Jury aus je einem Vertreter der Universitäten Basel, Jerusalem und Waterloo (Kanada) und der Akademien von Dänemark und den Niederlanden. Die Zuerkennung des Preises hat ohne Rücksicht auf Politik, Nationalität, Religion und Alter zu erfolgen.

Der Ostrowski-Preis wird zum sechzehnten Mal verliehen, zuletzt 2017 an den US-Mathematiker Akshay Venkatesh. Die feierliche Preisverleihung wird in den kommenden Monaten an der Universität Basel stattfinden.


Weitere Auskünfte

Prof. Dr. Helmut Harbrecht, Präsident der Ostrowski-Stiftung, Universität Basel, Departement Mathematik und Informatik, Tel. +41 61 207 39 92, E-Mail: helmut.harbrecht@unibas.ch

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