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Universität Basel

19. November 2021

«Hacker» bringen Licht in die Nachhaltigkeitsforschung

Wie adressieren die Schweizer Forschungsinstitute die UN-Nachhaltigkeitsziele? Dieser Frage gingen die über 200 internationalen Teilnehmerinnen und Teilnehmer des ersten öffentlichen SDG-Hackathons der Universität Basel nach. Mithilfe eines von Basler Forschenden entwickelten Tools visualisierten sie Informationen aus der Datenbank des Schweizerischen Nationalfonds.

 

Eine Analyse der Geschlechterverteilung in der SDG-Forschung und die Darstellung, wie viel die Schweizer Universitäten zur Erreichung der einzelnen SDGs beitragen; das sind zwei der Projekte, die im Rahmen des sogenannten SDG-Hackathons des Universität Basel zu den Siegern zählten. SDG steht für Sustainable Development Goals, mit denen die Vereinten Nationen die nachhaltige Entwicklung vorantreiben wollen – in sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Belangen.

Die Erreichung dieser 17 Ziele ist auch für die Schweizer Forschung zu einem wichtigen Wegweiser geworden. «Für die Universität Basel ist es sehr wichtig, einen substanziellen Beitrag zur Erreichung dieser Nachhaltigkeitsziele zu leisten», sagt Arne Menn, Leiter der Fachstelle für Nachhaltigkeit. «Es gehört zu den Aufgaben einer Universität, zur Lösung zentraler gesellschaftlicher Probleme beizutragen.» Das Dilemma dabei ist jedoch: Einerseits soll öffentlich sichtbar gemacht werden, welchen gesellschaftlichen Impact die universitäre Forschung hat. Andererseits ist dieser schwierig zu messen.

Ein neues Tool hilft bei der Analyse

Wie könnte man die Datenlage verbessern? In dieser Frage wurde die Fachstelle für Nachhaltigkeit vom Center for Cognitive and Decision Sciences (CDS) der Fakultät für Psychologie unterstützt: Dort haben Mitarbeitende mit text2sdg ein offenes Tool entwickelt, das es den Nutzerinnen und Nutzern erlaubt, SDGs in unterschiedlichen Texten zu identifizieren. Anfang dieses Jahres machte das Tool in der Forschungsdatenbank der Universität Basel Projekte ausfindig, die relevante Themen in Bezug auf die SDGs behandeln.

«Seither haben wir das Tool weiterentwickelt und auf die schweizweite Forschung ausgeweitet», erklärt Dirk Wulff, Assistent am CDS und Mitautor von «text2sdg». Diese Weiterentwicklung mündete Anfang November im ersten öffentlichen SDG-Hackathon der Universität Basel; den 24 Stunden dauernden Anlass organisierten Mitarbeitende des CDS zusammen mit Datenspezialisten von CorrelAid Switzerland, mit Unterstützung der Fachstelle für Nachhaltigkeit und weiteren Partnern.

Blick auf die schweizweite Forschung

Unter den 209 Teilnehmenden befanden sich sowohl Forschende als auch Studierende aus aller Welt. Sie prüften Daten auf Textbeiträge zu den einzelnen Nachhaltigkeitszielen und übersetzten sie in Visualisierungen. Die Grundlage bildete die öffentlich zugängliche Datenbank des Schweizerischen Nationalfonds (SNF). Diese enthält Informationen darüber, welche Forschungsschwerpunkte die Schweizer Hochschulen in Bezug auf die SDGs verfolgen oder wie viel Geld in die einzelnen Disziplinen fliesst.

Dazu arbeiteten sie in Online-Workshops, alleine und in Teams. Am Ende der Veranstaltung kürten eine achtköpfige Jury sowie die Teilnehmenden selbst ihre jeweiligen Siegerprojekte. «Die Qualität der Einreichungen war sehr gut», bestätigt Juryvorsteherin Nicole Lachenmeier von der Agentur Superdot.

Mit dem Hackathon wollte die Universität Basel einerseits Aufmerksamkeit für die SDG-Forschung in der Schweiz schaffen und diese Forschung sichtbar machen. Andererseits habe bisher eine vergleichende Analyse der Forschung zu den Nachhaltigkeitszielen gefehlt: «Es gibt zwar bereits verschiedene Systeme sowohl von privaten Organisationen als auch von öffentlichen Non-Profit-Organisationen, die SDG-Forschung beschreiben», erklärt Wulff. Diese seien aber nur teilweise öffentlich und beruhten auf unterschiedlichen Analysemethoden. «Wir haben nun ein offenes und freies Tool entwickelt, das es ermöglicht, die Methoden miteinander zu vergleichen. Die Teilnehmer des Hackathons haben uns dabei geholfen, Licht in die verschiedenen Systeme zu bringen.»  

 

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