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Universität Basel

Deutsche Literaturwissenschaft Abschluss: Master

Deutsche Literaturwissenschaft

Im Fokus: Literatur als eigenständiges Diskurssystem

Das Masterstudienfach Deutsche Literaturwissenschaft ermöglicht es, sich auf Literatur und Kultur im deutschen Sprachraum von den Anfängen im 8. Jahrhundert bis zur Gegenwart zu konzentrieren. Die Differenzierung des Fachs innerhalb der Deutschen Philologie ist deshalb so wichtig, weil Literatur als poetologisch oder ästhetisch eigenständiges Diskurssystem eine genaue und gründliche Betrachtung sowie eine historisch gestaffelte und systematisch elaborierte Herangehensweise verlangt. Dabei werden im Studium Methoden und Theorien einbezogen, die das Fach geprägt haben und gegenwärtig bestimmen. Dazu gehören hermeneutische, kulturwissenschaftliche und diskursanalytische Ansätze, Narratologie, Intermedialität, philosophische Ästhetik, literarische Ethnographie, historische Anthropologie, Interkulturalität, Gender Studies u.v.m.

Schwerpunkte der Lehre und Forschung

Der Gegenstand der Deutschen Literaturwissenschaft ist die Literatur im deutschen Sprachraum von den Anfängen im 8. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Die profilbildende These des Fachs ist, dass kulturelle Situationen wesentlich von poetischen Texten und literarischen Diskursen her verstanden werden können. Die historisch vertiefte und systematisch intensivierte Reflexion über die Entstehung der jeweiligen kulturellen Situation nimmt dabei das Bedürfnis der Gesellschaft auf, sich ihrer selbst und ihrer kulturellen Grundlagen bewusst zu werden. Aus der Studiensituation in Basel ergibt sich die Möglichkeit, die kulturellen und regionalen Differenzierungsformen innerhalb der deutschsprachigen Literatur unter besonderer Berücksichtigung der Schweizer Literatur in den Blick zu nehmen.

Die Studienstruktur lässt den Studierenden Spielraum bei der Gestaltung ihres Curriculums. Sie können ihren Interessen folgend Schwerpunkte setzen in der Germanistischen Mediävistik und/oder der Neueren deutschen Literaturwissenschaft.

Die Abteilung Neuere deutsche Literaturwissenschaft des Deutschen Seminars zeichnet sich aus durch starke Forschungskompetenzen in der Literaturtheorie, in der Erzählforschung, der Rhetorik und Ästhetik, den Editionswissenschaften, den Postcolonial Studies und den Inter-Art-Studies (Literatur/Musik, Literatur/Bild). Neben solchen Spezialisierungen werden aber vor allem auch die kanonischen Texte unterrichtet und beforscht. Zu den wichtigsten Schwerpunkten zählen hierbei die Literatur der Aufklärung, Romantik und Goethezeit, die Modernisierungsschübe des 19. Jahrhunderts (Vormärz bis Realismus und Fin de Siècle), die ästhetischen Avantgarden der klassischen Moderne und die Gegenwartsliteratur.

Forschungsschwerpunkte der Germanistischen Mediävistik bilden die epischen und lyrischen Texte der höfischen Literatur im 12. und 13. Jahrhundert mit Autoren wie Walther von der Vogelweide, Gottfried von Strassburg und Wolfram von Eschenbach. Im späteren Mittelalter und im 16. Jahrhundert liegen die Schwerpunkte auf Lieddichtung, Prosaroman und Schwankliteratur sowie auf der lateinischen und deutschsprachigen Literatur des oberrheinischen Humanismus mit ihrer europaweiten Bedeutung.

Studienaufbau

Der Master ist der zweite Studienabschluss nach dem Bachelor und umfasst insgesamt 120 Kreditpunkte (KP). Das Masterstudienfach Deutsche Literaturwissenschaft wird mit einem zweiten, davon unabhängigen Studienfach zu je 35 KP studiert. Dasjenige Fach, in dem die Masterarbeit (30 KP) geschrieben wird, wird zum Major, das andere zum Minor. Ergänzend kommt der komplementäre Bereich (20 KP) hinzu. Ein Kreditpunkt ECTS entspricht ungefähr 30 Arbeitsstunden.

Master of Arts (120 KP)
Major
aus Phil.-Hist. Fakultät
65 KP
Minor aus Phil.-Hist. Fakultät oder ausserfakultär
35 KP
Komplementär-bereich
20 KP
Studiengang

Fächerkombination

Als zweites Masterstudienfach kommt neben Fächern der Philosophisch-Historischen Fakultät – mit Ausnahme Deutsche Philologie – auch ein ausserfakultäres Studienfach in Frage.

Der Komplementärbereich besteht aus frei wählbaren Lehrveranstaltungen, die zur Vertiefung in den Studienfächern, zum Einblick in andere von der Universität Basel angebotene Studienfächer oder zum Erwerb von Sprachkompetenzen einsetzbar sind. Es können dabei auch Zertifizierungen oder Vertiefungs­ausweise separat ausgewiesen werden, falls thematisch zusammenhängende Studienleistungen im Umfang von mindestens 24 KP absolviert worden sind.

Berufsmöglichkeiten

Das Studium ist keine direkte Berufsausbildung, stellt jedoch – neben der wissenschaftlichen Ausbildung – eine breite Generalistenausbildung dar: Zusätzlich zu den rein fachlichen Kompetenzen erwerben die Studierenden Schlüsselqualifikationen, die sie befähigen, komplexe kommunikative und administrative Aufgaben zu erfüllen. Diese Qualifikationen sind in diversen Berufsfeldern wichtig und sowohl in der Privatwirtschaft wie auch in Verwaltung und Politik sehr gefragt. So arbeiten Literaturwissenschaftlerinnen und Literaturwissenschaftler als Kommunikationsverantwortliche in Firmen und Institutionen, als Dozentinnen und Dozenten an Bildungsinstitutionen, als Journalistinnen und Journalisten bei Printmedien, Rundfunk und Fernsehen, im Verlagswesen (Lektorat etc.), im Theaterbetrieb, in Literaturhäusern und im stetig wachsenden sogenannten tertiären Sektor – d.h. Verwaltung, Politik, (Kultur-)Management.

Wissenschaftlich Interessierte können via Promotionsstudium auch eine akademische Laufbahn einschlagen.

Lehrdiplom

Das Masterstudienfach Deutsche Literaturwissenschaft bereitet im Gegensatz zum Masterstudienfach Deutsche Philologie nicht auf ein Lehrdiplom für Maturitäts­schulen vor. Wird das Fach allerdings mit einem anderen Unterrichtsfach der Sekundarstufe II kombiniert (wie z.B. Englisch, Geschichte, Latein, Philosophie etc.), kann das Lehrdiplom in diesem zweiten Studienfach erworben werden. Bitte informieren Sie sich über Einzelheiten und die geltenden Regelungen zur Erlangung des Lehrdiploms an einer dafür zuständigen Pädagogischen Hochschule, z.B. der Pädagogischen Hochschule FHNW oder bei der Schweizerischen Konferenz der Kantonalen Erziehungsdirektoren.

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