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Universität Basel

Forschungsgezwitscher.

Text: Anika Zielenski

Mit der Community kommunizieren und mitbekommen, was andere so forschen: Sechs Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler berichten über ihr Twitterversum.

Profilbild Christine Blume
@christine_blume, 3081* Follower auf Twitter.

Christine Blume hat Twitter während der Corona-Pandemie für sich entdeckt. Während dieser Zeit fanden nur noch wenige Konferenzen für den Austausch mit anderen Forschenden statt. Daher war für die Schlafforscherin das Gefühl einer «Forschungscommunity» auf Twitter besonders wichtig. Für sie haben soziale Medien vor allem ein Ziel: Das Soziale. Blume nutzt diese Plattformen daher vor allem, um mit anderen Forschenden in Kontakt zu treten, Diskussionen zu führen und einfach, um zu «sehen, was andere so für Forschung machen».

Profilbild Cornelius Römer
@CorneliusRoemer, 32'932* Follower auf Twitter.

Cornelius Römer hat trotz seiner grossen Followerschaft auf Twitter nicht das Ziel, mit seinen Tweets möglichst viele Leute zu erreichen. Stattdessen möchte er vor allem interessante Themen ansprechen. Der Bioinformatiker nimmt Twitter als ein sehr offenes, demokratisches Forum wahr. Auch für den Kontakt mit anderen Forschenden hat sich die Plattform als sehr praktisch erwiesen: Römer hat die Stellenausschreibung für seine derzeitige Position auf Twitter gefunden.

Profilbild Carolyn King mit ihrem Team
@ImmunologyKing, 1756* Follower auf Twitter.

Carolyn King ist sich ihres Konsums sozialer Medien sehr bewusst. Laut den Statistiken ihres Telefons verbringt die Immunologin durchschnittlich 14 Minuten pro Tag auf Twitter. Ihre Kinder haben ihr die Augen für die Gefahren der sozialen Medien geöffnet und sie achtet darauf, nicht zu viel Zeit damit zu verschwenden. King und ihr Team haben ihr Twitter-Konto vor zwei Jahren eingerichtet, nachdem ein Kollege es ihnen empfohlen hatte. Seitdem haben sie festgestellt, dass es ein nützliches Instrument ist, um «das sich ständig erweiternde Universum der Wissenschaft» zu verfolgen.

Profilbild Nadja Braun Binder
@braun_binder, 1171* Follower auf Twitter.

Nadja Braun Binder ist sowohl auf Twitter als auch auf LinkedIn aktiv. Die Juristin nutzt diese Kanäle Einerseits für Information, aber auch für Inspiration: «Die sozialen Medien bieten gute Denkanstösse.» Durch die Posts findet sie Hinweise und Studien, ähnlich wie man früher in der Bibliothek auf interessante Urteile gestossen ist. Ihr Wunsch für die Zukunft wäre, dass die sozialen Medien einen offeneren Zugang zu Originalquellen, Urteilen und Repositorien ermöglichen.

Profilbild Martin Röösli
@MartinRoosli, 1399* Follower auf Twitter.

Die Zeit im Zug auf dem Arbeitsweg investiert der Umweltepidemiologe Martin Röösli in seinen Twitter-Account. Das Interesse an seinem Fachgebiet, der Mobilfunkforschung, ist gross und der Austausch mit der Bevölkerung rege. Doch die Öffentlichkeit steht Rööslis Forschung auch kritisch gegenüber und er musste schon auf den einen oder anderen unfreundlichen Tweet reagieren. Sein Tipp für solche Situationen: «Immer sachlich bleiben!»

Profilbild Jonathan De Roo
@jonathan_deroo, 1970* Follower auf Twitter.

Um die Zeit auf Twitter zu minimieren, hat Jonathan de Roo die App auf seinem Handy deinstalliert und nutzt nur noch die Desktop-Version. «Es ist eine bewusstere Entscheidung», erklärt er. Der Chemiker war früher viel aktiver in den sozialen Medien. Zwar postet er immer noch regelmässig, aber er versucht, weniger Zeit mit Scrollen zu verbringen. De Roo twittert vor allem, um für seine Forschung zu werben oder die Erfolge von Kolleginnen und Kollegen zu würdigen. Seine Forschungsgruppe hat sogar einen eigenen Twitter-Account, auf dem sie Einblick ins Team gibt.

* Followerzahlen: Stand September 2022.


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