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Wenn Eierstockkrebs den Bauchraum umprogrammiert

Illustration von wandernden Krebszellen
Tochtergeschwüre von Eierstockkrebs im Bauchraum: Krebszellen verändern das Gewebe des Omentums so, dass es ihre Ausbreitung unterstützt. (Symbolbild: AdobeStock)

Eierstockkrebs bildet häufig Tochtergeschwüre, vor allem in einem bestimmten Gewebe im Bauchraum, dem sogenannten Omentum. Forschende der Universität Basel und des Universitätsspitals Basel haben untersucht, was passiert, wenn der Krebs dieses Organ «kapert». Die Ergebnisse sollen erfolgreichere Therapien ermöglichen.

05. Januar 2026 | Angelika Jacobs

Illustration von wandernden Krebszellen
Tochtergeschwüre von Eierstockkrebs im Bauchraum: Krebszellen verändern das Gewebe des Omentums so, dass es ihre Ausbreitung unterstützt. (Symbolbild: AdobeStock)

Eierstockkrebs bleibt oft lange unerkannt. Bei sieben von zehn Betroffenen hat der Tumor zum Zeitpunkt der Diagnose bereits Tochtergeschwüre im Bauchraum gebildet. Besonders häufig entstehen diese Metastasen in einem Gewebe namens Omentum oder «Bauchfellschürze». Dieses Organ liegt vor dem Darm, erfüllt Schutz- und Immunfunktionen und beherbergt Fettzellen.

«Bei fortgeschrittenem Eierstockkrebs stellt sich die Frage, ob neben den sichtbaren Tumoren und Metastasen auch prophylaktisch das komplette Omentum chirurgisch entfernt werden sollte, um das Wiederauftreten von Tumoren zu verringern», erklärt Dr. Francis Jacob vom Departement Biomedizin der Universität Basel und des Universitätsspitals Basel.

Zellatlas von gesundem und krankem Zustand

Um diese Frage zu beantworten, analysierte das Team um Jacob und Prof. Dr. Viola Heinzelmann-Schwarz 36 Gewebeproben von 15 Patientinnen, wobei die Proben von verschiedenen Stellen des Omentums entnommen wurden. Einerseits stammten die Proben von Eierstockkrebs-Patientinnen, die bereits Tochtergeschwüre in diesem Organ aufwiesen. Andererseits von Patientinnen, die an anderen Krebsarten ohne Beteiligung dieses Organs erkrankt waren, deren Omentum also als krebsfrei gelten konnte. Die Forschenden analysierten genau, welche Zellen sich in den Proben befanden, und erstellten so einen Zellatlas des Omentums in erkranktem und gesundem Zustand.

Das Ergebnis: Das gesunde Omentum weist eine ausgewogene Zellzusammensetzung auf, das heisst, an allen untersuchten Stellen kommen etwa die gleichen Zellen in gleicher Menge vor. Dazu zählen vor allem Oberflächenzellen, Stammzellen des Bindegewebes und Immun-Gedächtniszellen.

Umbau des gesamten Organs

Bei den Eierstockkrebs-Patientinnen zeigte sich jedoch, dass der Krebs das Omentum in ein Milieu umbaut, welches die Tumorausbreitung begünstigt: In den Gewebeproben waren mehr Immunzellen vorhanden, darunter insbesondere solche Zelltypen, die den Angriff des Immunsystems auf Tumorzellen dämpfen und somit dem Krebs helfen.

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