Oliver Spiess vom «Journal of Pragmatics» ausgezeichnet
Oliver Spiess, Doktorand am Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft, wurde mit dem Jacob L. Mey and Hartmut Haberland Early Career Award 2025 ausgezeichnet.
28. Juli 2026
Sein Aufsatz Frames are for talking: Modeling interactants’ co-constructed semantic and pragmatic structures untersucht das grosse Potenzial für eine Zusammenarbeit zwischen Konversationsanalyse und Frame-Semantik. Er veranschaulicht dieses Potenzial durch die wiederholte Analyse eines Konversationsfragments und der von den beiden Teilnehmern gemeinsam konstruierten Bedeutung.
Spiess argumentiert, dass Frame-Semantik und Konversationsanalyse in hohem Masse kompatibel sind, da sie zentrale methodologische Anliegen teilen. Ihre Integration schliesst zwei wesentliche Forschungslücken in beiden Bereichen: die oft implizite, aber notwendige Abhängigkeit von semantischem Wissen und kognitiven Prozessen in der Konversationsanalyse sowie die Vernachlässigung interaktionaler Daten und Phänomene in der Framesemantik.
Jacob-L.-Mey-und-Hartmut-Haberland-Nachwuchspreis
Der Jacob L. Mey und Hartmut Haberland Early Career Award wird für den herausragendsten Artikel eines Nachwuchswissenschaftlers verliehen, der in den vergangenen zwölf Monaten im «Journal of Pragmatics» veröffentlicht wurde. Der preisgekrönte Artikel erhält kostenlosen Werbezugang über die Website der Zeitschrift. Die Auswahl des Gewinnerartikels erfolgt durch eine Abstimmung unter den Mitgliedern des Redaktionsbeirats nach folgenden Kriterien: Originalität, Breite der Thementiefgang und erwartete Bedeutung für das Fachgebiet.
Das «Journal of Pragmatics» wurde 1977 gegründet, um ein breites Spektrum hochwertiger Forschung auf dem Gebiet des Sprachgebrauchs zu präsentieren, und ist die älteste Fachzeitschrift in diesem Bereich. Von Anfang an haben die Herausgeber der Zeitschrift Einreichungen von Nachwuchswissenschaftlern nachdrücklich gefördert. Die Stärke einer Fachzeitschrift liegt nicht nur darin, die allerbesten Forschungsergebnisse zu veröffentlichen, sondern auch darin, Nachwuchswissenschaftler dabei zu unterstützen, eine aktive Rolle in dem fortlaufenden Dialog zu übernehmen, für den das «Journal of Pragmatics» steht.
