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campus stories
13. Februar 2026 / Studium & Campus , Lara Uebelhart

Das erste Mal in der Studienberatung: ein Erfahrungsbericht

An Informationen mangelt es nicht, im Gegenteil. Und hier hilft die Studienberatung: Sie bietet Orientierung und zeigt Richtungen auf. (Foto: Universität Basel, Serah Saner)

Um sich für ein Studium zu entscheiden, braucht es nicht zwingend eine Beratung von Expert*innen. An Informationen online oder in Broschüren mangelt es nicht. Warum ein Gespräch bei der Studienberatung trotzdem sinnvoll und hilfreich sein kann, habe ich vor kurzem am eigenen Leib erfahren.

Nervös sitze ich auf einem bequemen Stoffsessel in einem Raum, der mich in seiner Gestaltung verdächtig stark an das Therapiezimmer bei meiner Psychologin erinnert. Dieser Eindruck sollte sich im Verlauf des anstehenden Gesprächs als nicht ganz unbegründet herausstellen. Kein Wunder, denn die psychologisch ausgebildeten Fachleute holen die Leute, die zu ihnen kommen, genau da ab, wo sie stehen und bieten Orientierung für den weiteren Weg. Gehen muss man diesen immer noch selbst.

Realitätscheck nach dem Bachelorabschluss

An welchem Punkt stehe ich denn gerade, dass ich zum ersten Mal den Gang zur Studienberatung wage? Mein Bachelorstudium habe ich diesen Sommer erfolgreich abgeschlossen. Durch eine etwas längere Studiendauer als im Regelfall angedacht, war für mich erst einmal etwas Abstand vom Uni-Umfeld dringend nötig.

Das Ziel der folgenden Monate war klar: ins Berufsleben einsteigen oder zumindest erste praktische Erfahrungen sammeln. Was eigentlich simpel klingt, stellte sich dann doch als eine grössere Herausforderung heraus. Mit einer guten Portion Glück, aber auch Ausdauer und Geduld, landete ich schliesslich in einem Praktikum. Der Weg dahin war aber ein Realitätscheck, der mich zunehmend verunsichert hat. Das wirft Fragen auf: Wo will und kann ich langfristig beruflich hin? Wie werde ich für Arbeitgebende interessant und kompetent genug? Und schliesslich: Ist es vielleicht doch sinnvoll, noch einen Master zu machen?

Die Überwindung, sich Hilfe zu holen

Nach unzähligen Stunden Recherche auf Job-Portalen, berufsspezifischen Webseiten, in Foren und Alumni-Berichten und auch mehr oder weniger desillusionierenden Gesprächen mit Freund*innen, die einen ähnlichen Weg in ihrer Ausbildung gehen oder gegangen sind, weiss ich zwar mehr, bin einer Lösung aber gefühlt keinen Schritt näher. Da kam der Rat einer Arbeitskollegin wie gerufen: «Geh doch mal zur Studienberatung. Hast ja nichts zu verlieren.»

Markus Diem holt mich vertändnisvoll und mit einer Prise Humor genau da ab, wo ich aktuell festhänge. Standardantworten bekomme ich keine. (Foto: Universität Basel, Serah Saner)

Also sitze ich nun am Steinengraben 5, kurz vor meinen Termin. Obwohl ich diesen telefonisch oder auch vor Ort hätte buchen können, war ich sehr erleichtert, als ich das online per Kontaktformular erledigen konnte. Eine Hürde weniger, die mich vielleicht abgehalten hätte, dieses Angebot in Anspruch zu nehmen. Ich war nämlich noch nie bei einer Berufsberatung, obwohl es nicht das erste Mal ist, dass mir meine Ausbildung wie eine schlecht geplante Schnitzeljagd vorkommt.

Dr. Markus Diem, der Leiter der Studienberatung, hatte mich freundlich begrüsst und sitzt mir nun gegenüber. Durch meine Antworten bei der Online-Anmeldung weiss er bereits mehr über mich als die meisten Dozierenden, die mich unterrichtet hatten. Die erste und ganz zentrale Frage, die er mir stellt, ist bereits eine, die keine kurze Antwort kennt: «Was führt Sie hierher in die Studienberatung?»

Entlastung in der Überforderung

Und so nimmt das Gespräch, angestossen durch diese Frage, seinen Lauf und führt uns durch meine Vergangenheit in die Gegenwart und dann, endlich, in die Zukunft; oder sagen wir: Zukünfte. Denn hier besprechen wir mehrere Alternativen, wägen gemeinsam ab, was aufgrund meiner Lebenssituation sinnvoll erscheint, aber auch, was ich wirklich will. Dabei habe ich, wie ich es aus der Therapie kenne, einen ziemlich grossen Redeanteil; nicht umsonst sind die Berater*innen ausgebildete Psycholog*innen.

Dr. Markus Diem gibt mir keine Standardantworten oder -vorschläge. Ich merke, dass es hier wirklich ganz konkret um meinen Weg geht und nicht nur einmal erlebe ich einen Aha-Moment. Der Berater hilft mir dabei, die Herausforderung des Berufseinstiegs und der Studienwahl in einen gesellschaftlichen Kontext einzubetten, was mir auch etwas Last von den Schultern nimmt. Unser Bildungssystem und der aktuelle Arbeitsmarkt macht es mir nämlich schon alleine aus strukturellen Gründen nicht gerade leicht, mich zurechtzufinden. Und der Informationsüberfluss bietet zwar viel Input, aber wenig Orientierung, wodurch die Überforderung eine logische Konsequenz ist.

Für wen ist die Studienberatung?

Die Studienberatung berät zum regionalen und nationalen Studienangebot. Sie steht für Maturand*innen und Gymnasiast*innen von Basel-Stadt und Basel-Landschaft, generell an der Universität Basel studieninteressierten Personen sowie Studierende und Doktorierende der Universität Basel offen. Die Beratungen sind vertraulich, unabhängig und kostenlos. Termine sind ganztags möglich und können direkt über die Webseite oder telefonisch angefragt werden.

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