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Licht polt Magneten um

Künstlerische Darstellung des Konzepts mit einem leuchtenden blauen Laserstrahl mit Spiralstruktur, der mit geschichteten atomaren Strukturen interagiert.
Mit einem Laserpuls (blau) konnten die Forschenden einen ferromagnetischen Zustand in einem speziellen Material aus verdrehten atomaren Lagen (rot) umpolen. (Illustration: Enrique Sahagún, Scixel / Universität Basel, Departement Physik)

Forschenden der Universität Basel und der ETH Zürich ist es gelungen, einen besonderen Ferromagneten mithilfe eines Laserstrahls umzupolen. Mit dieser Methode könnten zukünftig anpassbare elektronische Schaltkreise mit Licht erzeugt werden.

28. Januar 2026 | Oliver Morsch

Künstlerische Darstellung des Konzepts mit einem leuchtenden blauen Laserstrahl mit Spiralstruktur, der mit geschichteten atomaren Strukturen interagiert.
Mit einem Laserpuls (blau) konnten die Forschenden einen ferromagnetischen Zustand in einem speziellen Material aus verdrehten atomaren Lagen (rot) umpolen. (Illustration: Enrique Sahagún, Scixel / Universität Basel, Departement Physik)

In einem Ferromagneten gilt: einzeln schwach, gemeinsam stark. Damit sich eine Kompassnadel nach Norden ausrichtet oder ein Kühlschrankmagnet an der Kühlschranktür haften bleibt, müssen sich die unzähligen Elektronenspins in deren Innerem, die einzeln nur ein winziges Magnetfeld erzeugen, alle in dieselbe Richtung ausrichten. Dies geschieht durch Wechselwirkungen zwischen den Spins, die stärker sein müssen als die ungeordnete thermische Bewegung im Ferromagneten. Liegt die Temperatur des Materials unter einem kritischen Wert, so wird es ferromagnetisch.

Umgekehrt gilt: Um das Magnetfeld eines Ferromagneten umzupolen, muss man ihn normalerweise zunächst über seine kritische Temperatur erwärmen. Dann können sich die Elektronenspins neu orientieren, und nach dem Abkühlen zeigt das Magnetfeld des Ferromagneten schliesslich in eine andere Richtung.

Einem Forschungsteam um Prof. Dr. Tomasz Smoleński von der Universität Basel und Prof. Dr. Ataç Imamoğlu von der ETH Zürich ist es nun gelungen, eine solche Neuausrichtung allein mithilfe von Licht zu erreichen – ganz ohne Aufheizen. Ihre Ergebnisse dazu haben sie soeben im Fachjournal «Nature» veröffentlicht.

Mit dem Laserpuls können so auch neue Begrenzungslinien gezogen werden, innerhalb derer sich der topologische ferromagnetische Zustand befindet. Dies kann wiederholt geschehen, wodurch eine dynamische Kontrolle der topologischen und ferromagnetischen Eigenschaften des Materials möglich ist. Um nachzuweisen, dass sich der nur wenige Mikrometer grosse Ferromagnet tatsächlich umgepolt hatte, massen die Forschenden die Reflektion eines zweiten, viel schwächeren Laserstrahls, welche Auskunft über die Orientierung der Elektronenspins gab.

«Mit unserer Methode können wir in Zukunft beliebige und anpassbare topologische Schaltkreise auf einem Chip optisch erzeugen», sagt Smoleński. Auf diese Weise könnten dann zum Beispiel winzige Interferometer realisiert werden, mit denen sich extrem kleine elektromagnetische Felder messen lassen.


Originalpublikation

Olivier Huber, Kilian Kuhlbdrodt et al.
Optical control over topological Chern number in moiré materials
Nature (2026), doi: 10.1038/s41586-025-09851-w

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