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Universität Basel

12. Juni 2019

«Ulysses» am Rhein: Basel feiert den grössten Bloomsday der Schweiz

Bloomsday Weltkarte 2018, zusammenstellt von Dr. Cleo Hanaway-Oakley
Versuch einer Kartographie: Rund um den Globus wird alljährlich der Bloomsday zu Ehren von James Joyces Jahrhundertroman "Ulysses" gefeiert. Auf einer Google-Map können sich Veranstalter selber eintragen. (Bild: Screenshot, zusammengestellt von Dr. Cleo Hanaway-Oakley)

Feiertage für die Literatur sind eher selten, aber am 16. Juni ist es wieder soweit: Dann wird weltweit der Bloomsday zu Ehren von James Joyce begangen. Auch in diesem Jahr lädt das Englische Seminar der Universität Basel zum literarisch inspirierten Fest mit Musik, Theater und kulinarischen Überraschungen ein. Am Nadelberg wird die Tradition seit nunmehr sieben Jahren gepflegt. Mit mehr als 200 Gästen hat sich der Basler Ableger mittlerweile als grösster Bloomsday in der Schweiz etabliert.

Die Bloomsday-Weltkarte von 2018 lässt keinen Zweifel: Der Gedenktag zu Ehren von James Joyces Roman «Ulysses» (1922) ist ein globales Phänomen. Dies ist umso beachtlicher, als dass es sich hier um einen der schwierigsten Texte der Weltliteratur handelt. Und doch wird der 16. Juni weit und breit gefeiert, mit akademischen Vorträgen wie auch mit karnevalesken Strassenumzügen, Lesungen und Kneipentouren. Seit 2013 findet sich auch Basel auf der Bloomsday-Weltkarte. Was im Rahmen eines Studierendenseminars begann, hat sich über die Jahre zum öffentlichen Fest mit ganz eigenem Charakter entwickelt.

Sinnliches Abenteuer

«Der Basler Bloomsday ist ein Fest für alle Sinne und eine Einladung zum Mitmachen», so Dr. Michelle Witen vom Fachbereich Englisch an der Universität Basel. «Wir möchten einen kreativen und spielerischen Umgang mit Joyces Text schaffen und zeigen, wie Literatur eine ganze Gemeinschaft zusammenbringen kann.» Witen ist Oberassistentin und beschäftigt sich seit über fünfzehn Jahren mit dem Werk von Joyce. Sie weiss um die Komplexität, aber auch die Aktualität seiner Texte. Die Bloomsday-Tradition sieht sie als Möglichkeit, Joyces «Ulysses» immer wieder neu und im Dialog mit der Gegenwart auferstehen zu lassen.

Entsprechend hat sich Witen für das alljährliche Event eine clevere Vermittlungs-Idee ausgedacht: Neben den traditionellen Musik- und Theatereinlagen, beinhaltet der Basler Bloomsday auch eine sogenannte «Culinary Odyssee». Die «kulinarische Odyssee» ist ein grosses Buffet, dass von Zitaten aus Ulysses inspiriert ist. Jedes Jahr wählt die Joyce-Expertin mit grosser Sorgfalt neue Zitate aus «Ulysses» aus, die als Basis für verschiedenste Speisen dienen. Auch für diesen Bloomsday haben sich wieder rund 30 passionierte Köche und Bäckerinnen angemeldet, um sich der kulinarischen Herausforderung zu stellen, ein Gericht passend zum Zitat zu kreieren. Die Zitate sind dann Teil des Buffets, wo sie gleichsam mit der Speise konsumiert werden können.

Highlights 2019

Die Vorbereitungen für den diesjährigen Bloomsday laufen bereits seit sechs Monaten. Derzeit probt die Theatergruppe des Seminars noch eifrig und stöbert im Estrich nach historischen Kostümen. Gäste des Bloomsday erwartet am kommenden Sonntag, 16.06.2019, ab 17 Uhr ein buntes Programm im Innenhof des Englischen Seminars: Eine Neuauflage der «kulinarische Odyssee», kurze Sketche sowie Musikeinlagen von Scéalta, Nimmermeer, Joyce division und Stephanie Zundel.

Der Eintritt ist kostenlos. Weitere Informationen auf Facebook und der Webseite des Seminars.


Weitere Auskünfte
Dr. Michelle Witen, Universität Basel, Fachbereich Englisch, E-Mail: michelle.witen@unibas.ch

Bloomsday

1922 veröffentlichte der irische Schriftsteller James Joyce sein Hauptwerk «Ulysses». Der Roman spielt in Dublin und beschreibt die Ereignisse eines einzigen Tages – des 16. Juni 1904. Namensgeber ist die Hauptfigur des Romans, Leopold Bloom. Die Anfänge der Feiertags-Tradition liegen in Dublin, wo die ganze Stadt den Bloomsday mit öffentlichen Lesungen und Theateraufführungen an Strassenecken oder Pubs begeht. Mittlerweile wird der Bloomsday aber weltweit gefeiert und seit 2013 eben auch in Basel.

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