Workshop: Theologie
| Ort |
Kollegienhaus |
| Datum, Uhrzeit |
Montag, 16. Februar 2026 |
True Crime: Hexenprozesse – Wahrheit, Wahn und Machtmissbrauch
Wenn wir heute an „Hexen“ denken, haben viele sofort ein Bild im Kopf: spitzer Hut, Besen, dunkle Kleidung. Diese Vorstellungen gibt es schon sehr lange – und man findet sie sogar noch in modernen Filmen wie Wicked. Früher spielte die Kirche eine wichtige Rolle dabei, was die Menschen für Aberglaube, Sünde oder Gefahr hielten. Deshalb hatte sie großen Einfluss auf die Hexenprozesse.
In diesem Workshop lernst Du, was damals wirklich passiert ist. Wir schauen uns vereinfachte Texte aus den Basler Hexenprozessen an. Vielleicht habt ihr ja schon die Gedenktafel auf der Mittleren Brücke gesehen – sie erinnert an diese Ereignisse. Gemeinsam reisen wir in die Zeit vor ein paar hundert Jahren und fragen: Warum hielten die Menschen bestimmte Dinge für wahr? Welche Rolle spielten Angst, Religion und Politik? Du erfährst, warum viele glaubten, dass der Teufel oder Sünde eine große Gefahr seien, und wie mächtige Personen Entscheidungen beeinflussten. Wir reden auch darüber, wie man erkennen kann, wenn Menschen ihre Macht in religiösen Gruppen ausnutzen – und warum das wichtig ist.
So bekommst Du einen spannenden Einblick in Themen wie Geschichte, Religion und Ethik – und entdeckst, wie interessant es ist, alte Texte genau zu untersuchen.
Referent
Mag. theol. Julia Rau
Ich bin nicht christlich aufgewachsen. Bis heute sitze ich weder jeden Sonntag in der Kirche noch bete ich täglich. In der Theologie gelandet bin ich, weil Naturwissenschaften nie meine Stärke waren – und ich ehrlich gesagt auch keinen großen Spaß daran hatte. Drangeblieben bin ich aus einem anderen Grund: Religiöse Menschen faszinieren mich. Ihre Fragen, Hoffnungen, Widersprüche – und was Glaube in ihnen auslösen kann. Die Bibel ist für mich keine einzelne Schrift, sondern eine ganze Bibliothek voller Stimmen und Erfahrungen. Sie zeigt Wege, Grenzen und Möglichkeiten. Sich wissenschaftlich mit diesen Texten auseinanderzusetzen und sich von ihnen herausfordern zu lassen, inspiriert mich. Sie zeigt mir meine eigenen Grenzen – und manchmal eine Gottesdimension. Das bringt mich immer wieder zum Staunen. Und jetzt? Jetzt forsche ich in Ethik über Vorstellungen von Endzeiterzählungen.
Wenn ihr neugierig geworden sei, meldet euch gern.
