Neue Hans-Otto Meyer-Stiftungsprofessur
Mit der Ernennung von Prof. Dr. Daniel Malz zum neuen Assistenzprofessor für «Theoretical Quantum Optics with a Focus on the Physics of Light-Matter Interaction» trat an der Universität Basel Anfang Februar eine besondere Professur ihren Dienst an: die Hans-Otto Meyer-Stiftungsprofessur. Möglich wurde sie durch eine grosszügige Hausschenkung von Prof. Hans-Otto Meyer. Ein Geschenk, das weit über finanzielle Unterstützung hinausreicht und die enge Verbindung eines ehemaligen Studierenden zu seiner Alma Mater sichtbar macht.
Ein Basler Bildungsweg, der prägt
Hans-Otto Meyer wurde 1943 in Basel geboren und durchlief hier seine gesamte Ausbildung bis zur Promotion. Die prägenden Jahre an Basler Schulen und der Universität blieben für ihn lebenslange Bezugspunkte. Lehrer wie Rudolf Thüring und Professoren wie Paul Huber und Eugen Baumgartner weckten früh sein Interesse an Mathematik und Physik und legten den Grundstein für seine internationale wissenschaftliche Laufbahn. Auch nach seinem Ruf an die Indiana University in Bloomington blieb die Verbundenheit zu Basel bestehen.
Ein neuer Professor für ein zukunftsweisendes Forschungsfeld
Mit Prof. Dr. Daniel Malz hat am 1. Februar ein ausgewiesener theoretischer Physiker die Hans-Otto Meyer-Stiftungsprofessur angetreten. Im folgenden Gespräch erläutert Daniel Malz, weshalb Basel für ihn der ideale Standort ist, wie seine Forschung gesellschaftliche Wirkung entfalten kann und welche Bedeutung langfristige Förderung für die Spitzenforschung hat.
Interview mit Prof. Dr. Daniel Malz
Herr Professor Malz, was hat Sie an der Hans-Otto Meyer-Stiftungsprofessur und am Standort Basel besonders angesprochen?
Die Universität Basel verfügt über ein international hervorragend vernetztes Forschungsumfeld in der Quantenoptik und angrenzenden Bereichen. Besonders reizvoll ist für mich die enge Zusammenarbeit mit Kolleg*innen aus Theorie und Experiment. Die sehr guten Rahmenbedingungen erlauben es zudem, sich konsequent auf Forschung und Lehre zu konzentrieren. Das ist ein entscheidender Faktor für nachhaltige wissenschaftliche Arbeit. Als grosser Musik- und Bergfan finde ich persönlich die Stadt Basel und die umgebende Natur ebenfalls fantastisch.
Ihre Forschung bewegt sich in einem hochkomplexen Feld. Weshalb ist die Wechselwirkung von Licht und Materie von so grundlegender Bedeutung?
Licht-Materie-Wechselwirkungen liegen vielen technologischen und wissenschaftlichen Entwicklungen zugrunde: von präzisesten Atomuhren bis hin zu Anwendungen in der Quantentechnologie. In der Quantenoptik untersuchen wir jene Effekte, bei denen die quantenmechanischen Eigenschaften des Lichts gezielt genutzt werden können. Dieses Grundlagenwissen ist entscheidend, um künftige Innovationen überhaupt möglich zu machen.
Welche langfristigen Anwendungen oder gesellschaftlichen Effekte könnten sich aus Ihrer Forschung ergeben? In unserem Feld gibt es derzeit eine rasante Entwicklung hin zu Quantentechnologien, die fundamental alle auf der ein oder anderen Form von Licht-Materie-Wechselwirkung basieren. Die gibt es schon jetzt: Zum Beispiel optische Uhren, welche die präzisesten Uhren der Welt sind. Diese Uhren basieren auf einem spezifischen optischen Übergang in manchen Atomen die im Vakuum in Lichtgittern gefangen werden - das ist Quantenoptik par excellence. Manche dürfen auch schon von Gravitationswellen gehört haben. Um diese zu detektieren werden grosse Lichtinterferometer verwendet um den Abstand zwischen Spiegeln extrem präzise zu messen. Auch hier spielen Quanteneffekte eine Rolle, und die Methoden der Quantenoptik werden verwendet um die Messgenauigkeit zu optimieren.
Weitere Beispiele werden sicher folgen. Aber am aufregendsten könnte die derzeitig rasante Entwicklung im Feld der Quantencomputer sein: Rechner, die fundamental auf Quantenmechanik aufbauen und deshalb manche (spezielle) Probleme lösen könnten, die uns gegenwärtig noch Kopfzerbrechen bereiten.
Welche Perspektiven eröffnet Ihnen die Universität Basel für Ihre weitere Forschung?
Basel bietet mit seinen starken experimentellen Gruppen im Bereich der Quantentechnologien ein ideales Umfeld für neue Kooperationen. Die enge Verzahnung von Theorie und Experiment ermöglicht es, wissenschaftliche Ideen rasch weiterzuentwickeln und in einen grösseren Kontext einzubetten.
Was ist Ihnen in der Lehre besonders wichtig, um Studierende für ein komplexes Fachgebiet wie die Quantenphysik zu begeistern? Die Quantenphysik übt von sich aus eine grosse Faszination aus. Die eigentliche Herausforderung liegt weniger darin, Begeisterung zu wecken, als vielmehr darin, Studierende dabei zu unterstützen, das Fach wirklich zu durchdringen. Genau darin sehe ich meine Aufgabe in der Lehre.
Was möchten Sie Förder*innen mitgeben, die gezielt in exzellente Forschung investieren?
Langfristige Förderinstrumente wie eine Stiftungsprofessur schaffen Freiräume, um neue Ideen zu verfolgen und nachhaltige Strukturen aufzubauen. Solche Investitionen wirken weit über einzelne Projekte hinaus: Sie stärken den Wissenschaftsstandort, fördern den wissenschaftlichen Nachwuchs und tragen dazu bei, dass exzellente Forschung in der Schweiz auch künftig international sichtbar bleibt.
Stiftungsprofessuren: Eine nachhaltige Investition in Lehre und Forschung
Möchten auch Sie ein Zeichen setzen und die wissenschaftliche Exzellenz in Basel nachhaltig prägen? Lassen Sie uns gemeinsam besprechen, wie Sie durch die Förderung einer Professur den Boden für die Innovationen von morgen bereiten können. Wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen.
