x
Loading
+ -

Universität Basel

Als Nanoforscherin in Südschweden.

Heidi Potts ist zurzeit Postdoktorandin an der Universität Lund in Schweden. Sie studierte in Basel und Toronto Nanowissenschaften und darauf wurde sie am Institut für Materialwissenschaften an der École Polytechnique Fédérale de Lausanne über das Wachstum und die Charakterisierung von halbleitenden Nanodrähten promoviert.

Sommerlicher Ausflug: Nanowissenschaftlerin Heidi Potts mit Familie zu Besuch in Ystad. (Foto: Heidi Potts)
Beobachtete die politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen: Auslandskorrespondentin Astrid Frefel in Kairo. (Bild: Dana Smillie, Kairo)

Nach meinem Studium an der Universität Basel und meiner Doktorarbeit an der École Polytechnique Fédérale de Lausanne bin ich mit Mann und Tochter im Januar 2018 nach Lund gezogen. Also vom Genfersee, wo damals viel Schnee auf den Bergen lag und der Frühling trotzdem nicht mehr weit war, nach Schweden, wo bereits um halb vier Uhr nachmittags die Sonne unterging. Dagegen wissen sich die Einheimischen allerdings gut zu helfen – mit schätzungsweise 15 Lampen in jedem Zimmer. Jetzt verstehe ich auch endlich, warum es bei IKEA eine derart grosse Lampenauswahl gibt.

An der Universität im südschwedischen Lund untersuche ich die Wechselwirkung von Elektronen und deren Spins auf Quantenpunkten in Nanodrähten. Unser Projekt ist Teil von NanoLund, dem Zentrum für Nanowissenschaften an der Universität Lund – wo ich mich als Nanoforscherin natürlich direkt daheim fühle. Nicht nur das Thema gefällt mir sehr gut, sondern auch das Arbeitsklima hier. Die Forschungsgruppen sind gut miteinander vernetzt, sodass wir viel gemeinsam an Projekten arbeiten. Da hilft sicher auch die tägliche Kaffeepause («fika») mit zugehöriger Zimtschnecke («kanelbulle»).

Als junge Familie profitieren wir sehr von der kinderfreundlichen Einstellung der Gesellschaft und dem hohen Stellenwert der Gleichberechtigung in Schweden. Flexible Elternzeit – auch für die Väter –, eine hervorragende staatliche Kinderbetreuung und viel Verständnis vonseiten der Kollegen und Kolleginnen machen es einem hier sehr angenehm, Familie und Beruf miteinander zu kombinieren.

Es ist allerdings nicht alles so, wie ich mir früher Schweden vorgestellt habe – mit den Langlaufskis zur Arbeit gefahren bin ich zum Beispiel noch nie. Das liegt nicht nur daran, dass wir nur zwei Minuten von der Universität entfernt wohnen, sondern es hat hier im Süden des Landes auch einfach keinen Schnee. Dafür kann man sehr gut mit dem Velo ans Meer fahren und dort Fisch essen. Viel Käse gibt es hier auch. Es ist allerdings schon nicht das Gleiche wie ein feiner Gruyère – deshalb bringen wir gerne immer wieder einmal einen, zwei oder gleich auch fünf Stück Schweizer Bergkäse mit aus den Ferien in der Heimat.

Heidi Potts ist zurzeit Postdoktorandin an der Universität Lund in Schweden. Aufgewachsen im süd-badischen Staufen, studierte sie in Basel und Toronto Nanowissenschaften. Darauf wurde sie am Institut für Materialwissenschaften an der École Polytechnique Fédérale de Lausanne über das Wachstum und die Charakterisierung von halbleitenden Nanodrähten promoviert. Sowohl für ihre Masterarbeit wie auch für ihre Dissertation wurde sie mit einem Preis ausgezeichnet.

Weitere Artikel in der aktuellen Ausgabe von UNI NOVA.

nach oben