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Universität Basel

Ein Auge für Risiken und Potenzial.

Interview: Bettina Volz

Ist ein neues Medikament wirklich sicher? Die Epidemiologin Rahel Schneider identifiziert und quantifiziert bei Novartis in Basel die Risiken von Arzneimitteln. Daneben engagiert sie sich als ehemalige Stipendiatin bei der Schweizerischen Studienstiftung, um junge Bewerberinnen und Bewerber zu prüfen.

Porträt von Rahel Schneider
Rahel Schneider. (Foto: )

UNI NOVA: Frau Schneider, wie sieht Ihr beruflicher Alltag aus?

RAHEL SCHNEIDER: Momentan unterstütze ich zwei in der Entwicklung befindliche Arzneimittel. Eine meiner Hauptaufgaben besteht darin, sicherzustellen, dass potenzielle Risiken, die in der klinischen Entwicklung nicht erkennbar waren, nach der Zulassung durch die Arzneimittelbehörden adäquat überwacht werden. Das können beispielsweise sehr seltene negative Langzeiteffekte sein, die erst Jahre nach der Medikamenteneinnahme auftreten. Damit die Arzneimittelsicherheit gewährleistet werden kann, arbeite ich mit Menschen aus aller Welt und allen Fachrichtungen zusammen. Dieses internationale Umfeld, verbunden mit dem riesigen vorhandenen Know-how, fasziniert und begeistert mich immer wieder aufs Neue.

UNI NOVA: Was können Sie von Ihrem Pharmaziestudium und Ihrem Doktorat in Epidemiologie an der Universität Basel einbringen?

SCHNEIDER: Ich kann vieles davon in meine Arbeit einbringen, etwa Kenntnisse im Arbeiten mit grossen Datenbanken, eigenständiges Planen und Durchfuhren von pharmakoepidemiologischen Studien, Verfassen und Veröffentlichen von wissenschaftlichen Texten sowie die Vermittlung von Forschungsergebnissen an Experten und Laien. Darüber hinaus habe ich während meiner Zeit als Doktorandin gelernt, dass soziale Kompetenzen ebenso wichtig sind wie fachliches Wissen. All dies hat mir den Einstieg in die Industrie erleichtert. Aber auch nach dem Studium sehe und lerne ich jeden Tag Neues, das macht meinen Job so unglaublich spannend.

UNI NOVA: Welche Rolle spielte die Schweizerische Studienstiftung für Ihren Werdegang?

SCHNEIDER: Das Highlight meiner Zeit in der Studienstiftung war – neben den vielen tollen Menschen, die ich kennengelernt habe – eine Studienreise nach New York, bei der wir am «National Model United Nations», der grössten Simulationskonferenz der Vereinten Nationen, teilnehmen durften. Auch heute noch bin ich neugierig und offen für Ideen, neue Projekte und Begegnungen mit anderen Menschen. Durch den Alumni-Verein der Schweizerischen Studienstiftung wird dieses spannende Netzwerk weitergelebt. Weil die Stiftung viel zu meiner persönlichen Entwicklung beigetragen hat, bin ich inzwischen freiwillig als Assessorin tätig. Dabei darf ich Bewerberinnen und Bewerber auf ihre Eignung für eine Aufnahme in die Studienstiftung prüfen. Ich finde es ungemein bereichernd, mich mit solch engagierten jungen Menschen auszutauschen.

Die Schweizerische Studienstiftung feiert 2021 ihr 30-jähriges Jubiläum, weshalb AlumniBasel an dieser Stelle eine Basler Alumna und ehemalige Studienstiftlerin vorstellt. Die Studienstiftung bietet interdisziplinäre Bildungsangebote, finanzielle Unterstützung sowie vielfältige Vernetzungsmöglichkeiten, damit junge Menschen die besten Voraussetzungen erhalten, neue Ideen zu entwickeln und ihren Platz in der Gesellschaft zu finden.

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