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Universität Basel

04. Februar 2020

Michael Hall mit dem Sjöberg-Preis 2020 ausgezeichnet

Prof. Dr. Michael N. Hall. (Bild: Universität Basel, Biozentrum, Matthew Lee)
Prof. Dr. Michael N. Hall. (Bild: Universität Basel, Biozentrum, Matthew Lee)

Die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften verleiht den Sjöberg-Preis 2020 gemeinsam an Prof. Michael Hall vom Biozentrum der Universität Basel und Prof. David Sabatini vom Massachusetts Institute of Technology (USA). Die beiden Wissenschaftler erhalten die internationale Auszeichnung für ihre Entdeckung von mTOR und dessen Rolle bei der Kontrolle von Zellwachstum und Zellstoffwechsel.

Der Sjöberg-Preis zeichnet Wissenschaftler für ihre wegweisende Forschung auf dem Gebiet der Krebsforschung aus. Prof. Michael N. Hall vom Biozentrum der Universität Basel und Prof. David M. Sabatini werden gemeinsam für ihre Entdeckung des Enzyms TOR geehrt, einem zentralen Regulator für das Zellwachstum. Die Entdeckung von TOR ermöglichte es Wissenschaftlern, das Zellwachstum und seine Bedeutung für Entwicklung, Alterung und Krankheiten wie Krebs besser zu verstehen. Die Preisverleihung findet am Jahrestreffen der Akademie am 29. März 2020 in Stockholm statt.

Der Sjöberg-Preis wurde im Jahr 2016 von der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften ins Leben gerufen, um Forscher für ihre bedeutenden wissenschaftlichen Beiträge in der Krebsforschung zu ehren. Der Preis ist mit einem Gesamtbetrag von rund 1 Million US-Dollar dotiert und wird jährlich von der Sjöberg-Stiftung vergeben. Die Königliche Schwedische Akademie der Wissenschaften entscheidet über die jeweiligen Sjöberg-Preisträger.

Die Entdeckung von mTOR

Michael Hall entdeckte mit TOR eine evolutionär konservierte Proteinkinase, die durch Nährstoffe aktiviert wird und das Zellwachstum zentral steuert. Diese Entdeckung veränderte das Verständnis über das Zellwachstum grundlegend. Denn Zellwachstum ist nicht, wie lange Zeit angenommen, ein spontaner Vorgang, der einfach passiert, sondern ein stark regulierter, plastischer Prozess, der durch TOR-abhängige Signalwege gesteuert wird.

TOR spielt eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung und beim Altern und ist an der Entstehung verschiedener Erkrankungen beteiligt, darunter Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Abstossungsreaktionen von Transplantaten, Fettleibigkeit und Diabetes. Diese Erkenntnisse finden bereits in der Klinik ihre Anwendung. So wird mit Rapamycin, ein mTOR-Hemmstoff, in drei der oben genannten Therapiebereiche eingesetzt. Zudem werden einige neuartige mTOR-Inhibitoren derzeit als Krebsmedikamente genauer untersucht.

Von der Hefe zum Menschen

Seit der Entdeckung von TOR hat sich die Forschung, die als Grundlagenforschung begann, auf die medizinische Forschung und die pharmazeutische Industrie ausgeweitet. Über 25 Jahre ist Michael Hall als einer der führenden Wissenschaftler auf diesem von ihm selbst begründeten und mittlerweile hart umkämpften Forschungsgebiet aktiv. In seinen jüngsten Arbeiten konzentriert er sich auf die mTOR-gesteuerten Signalwege und ihre Rolle in stoffwechselaktiven Geweben und Tumoren.

Ziel der Forschung ist es zu verstehen, wie mTOR das Wachstum des gesamten Körpers sowie den Stoffwechsel steuert. Mit der Tumorforschung bei Mäusen und beim Menschen möchten Hall und sein Team die Mechanismen des Tumorwachstums aufklären und herausfinden, welche alternativen Wege Krebszellen bei der Entwicklung einer Resistenz gegen zielgerichtete Krebstherapien finden. In den vergangenen Jahren haben sich Halls Studien zu TOR immer weiter von der Hefe auf den Menschen verlagert. Sie leisten damit einen grossen Beitrag zur Aufklärung grundlegender und klinisch wichtiger biologischer Prozesse.

Michael N. Hall ist seit 1987 wissenschaftlicher Mitarbeiter und Mitglied der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Basel. Von 2002 bis 2009 und von 2013 bis 2016 war er Vizedirektor des Biozentrums. Geboren in Puerto Rico, erhielt der Schweizer Staatsbürger seinen Doktortitel in Harvard und absolvierte anschliessend seinen Postdoc am Institut Pasteur in Paris und an der University of California, San Francisco.

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