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Universität Basel

Ferdinand Hodler im Film

1896. Aus diesem Jahr stammt ein Film des Filmpioniers François-Henri Lavanchy-Clarke, der sich damals die Dokumentation der Landesausstellung in Genf zum Thema gesetzt hat. Im illustren Getümmel vor der Kamera hat ein Forscherteam nun den Künstler Ferdinand Hodler entdeckt.

Ferdinand Hodler nimmt am ersten Folkloreprogramm des Schweizer Dorfes an der Genfer Landesausstellung vom 16. Mai 1896 teil. (Screenshot des Films Lumière 312 © Institut Lumière, Lyon)
Ferdinand Hodler nimmt am ersten Folkloreprogramm des Schweizer Dorfes an der Genfer Landesausstellung vom 16. Mai 1896 teil. (Screenshot des Films Lumière 312 © Institut Lumière, Lyon)

Auch in den Kulturwissenschaften kommt es zu Entdeckungen: Der bedeutende Schweizer Maler Ferdinand Hodler (1853–1918) ist als Besucher des «Schweizer Dorfs» der Landesausstellung im Mai 1896 in Genf gefilmt worden. Dieser seltene Fund gelang einem Forschungsteam des Fachbereichs Medienwissenschaft und des Digital Humanities Lab der Universität Basel.

Unter Leitung von Dr. Hansmartin Siegrist hatte es den ersten erhaltenen Basler Film von 1896 einer Mikroanalyse unterzogen und dabei auch frühere Arbeiten des Filmpioniers François-Henri Lavanchy-Clarke untersucht. Dieser war als der erste ausländische Lizenzinhaber für Lumières Kinematografen aktiv. Zudem betrieb er an der Landesausstellung einen Pavillon, etwa für Sunlight-Produkte des englischen Seifenkönigs William H. Lever und für Kaffee der Handelsgesellschaft der Basler Mission – das erste temporäre Kino der Schweiz.

Am 16. Mai 1896 eröffnete er diesen Palais des fées, zeitgleich zur Vernissage der Expo-Ausstellung zur Schweizer Kunst. Hodler hatte den Wettbewerb für die Ausführung von 26 Paneelen für die Eingänge und die Fassade des Pavillon des Beaux-Arts gewonnen und galt als einer der führenden Künstler der Landesausstellung. Diese wurde von Lavanchy-Clarke mit Filmen in der ganzen Schweiz beworben.

Die Forschenden haben nach längeren Analysen des Filmmaterials und Recherchen durch ein spezialisiertes Archiv den Künstler und über ein Dutzend seiner Kollegen klar identifiziert. Neben klassischer Archivarbeit kamen bei den Untersuchungen auch Methoden mit Überlagerung von Fotografien und physiometrischen Berechnungen zum Einsatz.


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