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Universität Basel

11. Januar 2021

In der Lunge entdeckte Immunzellen verbessern Abwehr gegen Viren

Kranke Frau mit Mundschutz im Bett mit einem Buch
Bestimmte Immunzellen in der Lunge helfen nach einer überstandenen Grippe, erneute Infektionen mit ähnlichen Grippeviren abzuwehren. (Foto: Engin Akyurt, Unsplash)

Ein Forschungsteam der Universität Basel hat in der Lunge ansässige Immunzellen entdeckt, die lange nach einer überstandenen Grippe fortbestehen. In Versuchen mit Mäusen zeigte sich, dass diese Helferzellen die Immunantwort gegen eine erneute Infektion mit einem anderen Grippevirus-Stamm verbessern. Die Entdeckung könnte Ansätze für länger wirksame Impfungen gegen sich schnell verändernde Viren liefern.

Mikroskopische Aufnahme von Lungengewebe mit T-Gedächtniszellen in Magenta, in enger Nachbarschaft mit antikörperproduzierenden B-Zellen in Cyan.
Mikroskopische Aufnahme von Lungengewebe mit T-Gedächtniszellen in Magenta, in enger Nachbarschaft mit antikörperproduzierenden B-Zellen in Cyan. (Aufnahme: Swarnalekha et al., Science Immunology)

Die Forschenden beschreiben in ihrer Studie zwei Typen von T-Helferzellen in der Lunge. Der eine Typ schüttet im Falle einer erneuten Infektion Signalstoffe aus, um anderen Immunzellen «tödlichere Waffen» im Kampf gegen den Erreger zu verleihen. Der andere Typ, den man bis dato nur im Lymphgewebe, aber noch nicht im Lungengewebe charakterisiert hatte, unterstützt antikörperproduzierende Immunzellen (B-Zellen) und bildet mit diesen im Gewebe eng benachbarte Teams.

In weiteren Experimenten konnten die Forschenden beweisen, dass die Anwesenheit dieser Zellen in unmittelbarer Nähe zu den antikörperproduzierenden B-Zellen zu einer effizienteren Immunantwort führte, wenn es einen geringfügig anderen Grippevirus abzuwehren galt.

Ansatz für langfristig wirksamen Impfschutz

«Diese T-Helferzellen könnten ein interessanter Ansatzpunkt für länger wirksame Grippeimpfungen sein», sagte David Schreiner, ebenfalls Co-Erstautor der Studie. Denkbar sei beispielsweise, Impfstoffe mit Wirkstoffen zu ergänzen, die die Bildung dieser ins Gewebe einwandernden T-Helferzellen unterstützen. Dafür bräuchte es entsprechende weitere Forschung und Entwicklung.

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