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Universität Basel

23. Januar 2019

Louis-Jeantet-Preis für Netzhaut-Forscher Botond Roska

Prof. Dr. Botond Roska (Bild: IOB)
Prof. Dr. Botond Roska (Bild: IOB)

Der Louis-Jeantet-Preis für Medizin 2019 geht an den Neurobiologen Prof. Dr. Botond Roska, Professor an der Universität Basel und Co-Direktor des Instituts für molekulare und klinische Augenheilkunde in Basel. Er wird für seine Forschung zur visuellen Informationsverarbeitung und für die Entwicklung von therapeutischen Strategien bei Netzhauterkrankungen geehrt.

Roska erforscht mit seinem Team die Funktionsweisen der Netzhaut, des Thalamus und des Grosshirns, um visuelle Fehlfunktionen besser zu verstehen und auf Ebene der beteiligten Zellen und Schaltkreise zu heilen. Für seine Arbeit verleiht ihm die Stiftung Louis-Jeantet den mit 500'000 Franken dotierten Preis für Medizin. Die Preisverleihung findet am 10. April in Genf statt.

In seiner Forschung fokussiert sich Roska auf Netzhauterkrankungen und damit auf ein Gebiet, auf dem es in den letzten Jahrzehnten kaum medizinische Innovationen gab. Mit seinem Team arbeitet er daran, neuartige Ansätze zur Therapie von Sehbehinderung und Blindheit zu entwickeln. Das dabei gewonnene Wissen hat bereits das Verständnis der Krankheitsmechanismen erweitert und Wege für potenziell neue Behandlungsmethoden aufgezeigt, hält die Stiftung Louis-Jeantet fest.

Gründungsdirektor des IOB

Botond Roska, geboren 1969 in Ungarn, promovierte in Medizin an der Semmelweis Universität in Budapest und in Neurobiologie an der University of California, Berkeley. Seine weitere Ausbildung in Genetik und Virologie führten ihn an die Harvard University und der Harvard Medical School. Im Jahr 2005 gründete er am Friedrich Miescher Institut FMI in Basel eine eigene Forschungsgruppe.

Seit 2014 ist er Professor an der Medizinischen Fakultät der Universität Basel und seit 2018 einer der beiden Gründungsdirektoren des Instituts für molekulare und klinische Augenheilkunde in Basel IOB, welches von der Universität Basel, dem Universitätsspital Basel sowie dem Pharmakonzern Novartis finanziert wird.

Für seine herausragenden Forschungsleistungen erhielt Roska bereits mehrere Auszeichnungen, zuletzt den Bressler-Preis in Vision Science und den W. Alden Spencer Award. Das Preisgeld der Stiftung Louis-Jeantet will er für die Entwicklung von Methoden einsetzen, um die funktionelle Architektur der gesunden und erkrankten menschlichen Netzhaut besser zu verstehen.

Wissenschaftspreis für Spitzenforscher

Mit dem Louis-Jeantet-Preis werden seit 1986 jährlich Spitzenforscherinnen und Spitzenforscher aus dem Bereich Biomedizin geehrt, die in Europa arbeiten. Damit will die Stiftung die Medizin fördern und die Bedeutung und Rolle der europäischen biomedizinischen Forschung im internationalen Wettbewerb stärken. Dieses Jahr zeichnete die Stiftung Louis-Jeantet zudem den italienischen Forscher Luigi Naldini mit dem Jeantet-Collen Preis für Translationale Medizin 2019 aus.

Botond Roska ist bereits der sechste Preisträger der Universität Basel, der mit dem Louis-Jeantet-Preis ausgezeichnet wird. Frühere Preisträgerinnen und Preisträger sind Silvia Arber (2017), Michael Hall (2009), Walter Keller (1998), Gottfried Schatz (1990) und Walter Gehring (1987).

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