x
Loading
+ -

Universität Basel

13. Mai 2020

Neue Professorinnen und Professoren an der Universität Basel

Der Universitätsrat der Universität Basel hat sechs neue Professorinnen und Professoren gewählt: Prof. Dr. Roland Bingisser für Notfallmedizin, Prof. Dr. Petr Broz für Immunologie, Prof. Dr. Annette Brühl für Affektive Störungen, Prof. Dr. Ruth Delzeit für Global and Regional Land Use Change, Prof. Dr. Scott McNeil für Nanopharmaceutical and Regulatory Sciences sowie Prof. Dr. Corinne Zellweger-Gutknecht für Privatrecht.

Prof. Dr. Roland Bingisser
Prof. Dr. Roland Bingisser. (Bild: zvg)

Prof. Dr. Roland Bingisser

Prof. Dr. Roland Bingisser ist vom Universitätsrat auf die neu geschaffene strukturelle Klinische Professur für Notfallmedizin mit Beginn ab 1. Juni 2020 berufen worden. Der Gewählte ist bereits seit 2007 als Professor an der Medizinischen Fakultät und seit 2004 als Chefarzt des Notfallzentrums am Universitätsspital Basel tätig. Seit der Übernahme der Funktion als Chefarzt des Notfallzentrums hat er die klinische Notfallmedizin, die interdisziplinäre und die interprofessionelle Zusammenarbeit innerhalb des Universitätsspitals gefördert.

Geboren 1961 in Winterthur, wurde Bingisser nach dem Medizinstudium an der Universität Zürich im Jahr 1991 promoviert und erwarb danach die Facharzttitel in Innerer Medizin und Pneumologie sowie den Schwerpunkt Notfallmedizin. Es folgten Tätigkeiten als Assistenz-, Ober- und Leitender Arzt unter anderem am Universitätsspital Zürich, an der University of Western Australia, Perth, am Kantonsspital St. Gallen und am Universitätsspital Basel.

In seinen wissenschaftlichen Arbeiten forscht Bingisser unter anderem über Risikofaktoren in Bezug auf das Ergebnis von Notfallbehandlungen, über die Entwicklung und Validierung von Triage- und Dispositions-Instrumenten, über Verbesserungen des Monitorings und den Einsatz moderner Informationstechnologie zur Unterstützung klinischer Entscheidungen. Besonders wichtig ist ihm die Verbesserung der Kommunikation mit Notfallpatienten.

Prof. Dr. Petr Broz
Prof. Dr. Petr Broz. (Foto: Universität Basel, Biozentrum)

Prof. Dr. Petr Broz

Prof. Dr. Petr Broz, neuer Professor für Immunologie an der Medizinischen Fakultät, ist als Associate Professor im Departement für Biochemie der Universität Lausanne tätig, wo er seit 2017 auf dem Gebiet der angeborenen Immunität und Zelltod forscht. Seine Stelle in Basel wird er auf 1. Januar 2021 antreten. 

Broz wurde 1977 in Prag (Tschechien) geboren und wuchs in Rheinfelden AG auf. Nach seinem Studium in Mikrobiologie wurde er 2006 am Biozentrum der Universität Basel über die Struktur bakterieller Typ-3-Sekretionssysteme promoviert. Nach immunologischer Forschung bei CSL Behring AG, Bern, wechselte er 2008 mit einem Langzeitstipendium des «Human Frontier Science Program» für vier Jahre an die Stanford University (USA) und kehrte von 2013 bis 2017 als SNF-Assistenzprofessor nach Basel zurück.

Broz gilt als Spezialist auf dem Gebiet Bakterien-Wirtszell-Interaktionen. Dabei erforscht er die Abwehrstrategien des angeborenen Immunsystems, insbesondere die Rolle eines zellulären Signalkomplexes, dem Inflammasom, bei der Abwehr eingedrungener Krankheitserreger. Für sein Projekt über den Mechanismus und die Funktion des durch das Protein Gasdermin-D induzierten entzündlichen Zelltods erhielt er einen ERC Consolidator Grant (2018 bis 2023). Petr Broz ist verheiratet und hat zwei Kinder im Alter von vier und acht Jahren.

Prof. Dr. Annette Brühl
Prof. Dr. Annette Brühl. (Bild: Maurice Haas/zvg)

Prof. Dr. Annette Brühl

Die neue Klinische Professorin für Affektive Störungen an der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Annette Brühl, wird ihre Arbeit an den Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) auf 1. August 2020 aufnehmen. Hier wird sie auch Chefärztin des Zentrums für Affektive-, Stress- und Schlafstörungen an der UPK-Klinik für Erwachsene. Seit 2018 ist sie stellvertretende Chefärztin an der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich. Ebenso leitet sie das Zentrum für Depressionen, Angsterkrankungen und Psychotherapie sowie eine Forschungsgruppe.

Geboren 1977 in Koblenz (Deutschland), studierte Brühl Medizin an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, wo sie am Institut für Pharmakologie 2004 promoviert wurde. Darauf war sie als Assistenzärztin und Studienärztin in mehreren klinischen Studien in Psychiatrie und Neurologie tätig, später als Assistenz- und Oberärztin unter anderem an der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich (Klinik für Alterspsychiatrie und Klinik für Soziale Psychiatrie und Allgemeinpsychiatrie). Seit 2008 ist sie Lehrbeauftragte für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universität Zürich. Nach ihrer Habilitation 2013 absolvierte sie einen dreijährigen Forschungsaufenthalt an der University of Cambridge.

In ihrer Forschung befasst sich Brühl unter anderem mit der Entwicklung von Therapien bei Depressionen und Angsterkrankungen, der Neurobiologie von Emotionen, neurobiologischen Mechanismen von affektiven und Angsterkrankungen sowie von Therapien. Als Störungsbilder untersucht sie Angsterkrankungen, Zwangsstörungen, Depression, Emotional-instabile Persönlichkeitsstörungen (Borderline-Typ). In ihrer Freizeit ist sie gerne sportlich und in der Natur unterwegs.

Prof. Dr. Ruth Delzeit
Prof. Dr. Ruth Delzeit. (Bild: zvg)

Prof. Dr. Ruth Delzeit

Der Universitätsrat hat Prof. Dr. Ruth Delzeit auf die Professur für Global and Regional Land Use Change an der Philosophisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät berufen. Sie wird die Stelle am 1. Februar 2021 antreten. Der Fokus ihrer Forschung liegt auf der ökonomischen Analyse von globalen Landnutzungsänderungen und Wassernutzung. Mithilfe von Modellierungen untersucht sie, welche Rolle gesellschaftliche und wirtschaftliche Faktoren auf der einen sowie biophysikalische Faktoren wie der Klimawandel auf der anderen Seite für diese Entwicklungen spielen. Dabei arbeitet sie transdisziplinär mit Partnerinnen und Partnern aus Wissenschaft, Fachpolitik und Praxis.

Delzeit wurde 1980 in Adenau in Deutschland geboren und studierte Geografie an der Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn, wo sie anschliessend in Agrarwissenschaften promovierte. Forschungsaufenthalte führten sie zudem an die Technische Universität in Lissabon sowie zur Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) nach Paris, für die sie auch als Beraterin tätig war. Derzeit leitet sie das Research Center «Umwelt und natürliche Ressourcen» am Institut für Weltwirtschaft in Kiel.

Prof. Dr. Scott McNeil
Prof. Dr. Scott McNeil. (Bild: zvg)

Prof. Dr. Scott McNeil

Prof. Dr. Scott McNeil wird Professor für Nanopharmaceutical and Regulatory Sciences an der Philosophisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät. Er übernimmt damit die erste von zwei Stiftungsprofessuren für Nanopharmazie, welche von der Vifor Pharma Gruppe finanziert werden. Die Stelle wird er voraussichtlich am 1. Juli 2020 antreten.

Bis vor Kurzem war McNeil Leiter des «Nanotechnology Characterization Laboratory» in Frederick, Maryland (USA), einer gemeinsamen Einrichtung des National Cancer Institute und der US-Arzneimittelbehörde FDA. Schwerpunkte seiner Forschung sind die Entwicklung und die Charakterisierung neuer nanopharmazeutischer Arzneistoffe sowie anderer nicht biotechnologisch erzeugter Wirkmoleküle.

McNeil wurde 1964 in Oregon, USA, geboren und studierte Chemie an der Portland State University sowie Zellbiologie und Anatomie an der Oregon Health Sciences University, wo er mit der Promotion abschloss. Anschliessend war er Leiter der Biochemie am Tripler Medical Center in Hawaii sowie Lehrbeauftragter an der John Burns School of Medicine der University of Hawaii. Während der letzten 15 Jahre arbeitete er für das Unternehmen Leidos Biomedical Research, unter anderem in der Funktion des Vizepräsidenten. Neben seinem akademischen Werdegang diente er während zehn Jahren als Offizier in der US-Armee. McNeil ist verheiratet und Vater von sechs Kindern im Alter von 18 bis 26 Jahren.

Prof. Dr. Corinne Zellweger-Gutknecht
Prof. Dr. Corinne Zellweger-Gutknecht. (Bild: zvg)

Prof. Dr. Corinne Zellweger-Gutknecht

Der Universitätsrat hat Prof. Dr. Corinne Zellweger-Gutknecht zur Professorin für Privatrecht unter besonderer Berücksichtigung des Gesellschafts- und Handelsrechts bzw. des Wirtschaftsrechts (50%) gewählt. Sie ist derzeit an der Kalaidos-Fachhochschule und als Privatdozentin an der Universität Zürich tätig und wird ihre Stelle an der Juristischen Fakultät der Universität Basel auf den 1. August antreten.

Geboren in Bern, studierte sie an der Universität Bern, wo sie auch als wissenschaftliche Assistentin tätig war und 2007 zum Thema der Gewähr als Risikoverantwortlichkeit promovierte. Es folgten Aufenthalte als Postdoc an der Universität Zürich sowie als Gastforscherin am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht in Hamburg, am House of Finance der Goethe-Universität Frankfurt sowie an der Université Paris I Panthéon-Sorbonne.

Zellweger-Gutknecht erwarb 2009 die Zulassung als Rechtsanwältin für den Kanton Zürich und die Schweiz. 2014 habilitierte sie sich mit einer Venia legendi für Zivil‐ und Zivilverfahrensrecht, Finanzmarktrecht und Rechtsvergleichung an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Zürich. Sie war von 2014 bis 2016 Professeure associée am Centre de droit bancaire et financier an der Faculté de droit der Université de Genève. Seit 2017 ist sie Professorin für Zivil- und Zivilverfahrensrecht, Finanzmarkt-, Geld- und Währungsrecht sowie Rechtsvergleichung an der Kalaidos Law School in Zürich.

Zellweger-Gutknecht lehrt und forscht auf den Gebieten des Geld-, Währungs- und Zentralbankrechts sowie zu Querschnittmaterien zwischen Privat- und Finanzmarktrecht. Ihr besonderes Interesse gilt derzeit dem Einfluss der Digitalisierung auf staatliches und privates Geld, Zahlungssysteme und den Finanzmarkt sowie der Erfassung von Kryptowerten im Privat-, Insolvenz- und Währungsrecht. Sie ist verheiratet und Mutter eines Kindes.

Zwei Beförderungen

Der Universitätsrat hat sich für die Beförderung von zwei Tenure-Track-Assistenzprofessorinnen ausgesprochen. Prof. Dr. Julia Tischler wird zur Associate Professorin für Afrikanische Geschichte am Departement Geschichte der Philosophisch-Historischen Fakultät ernannt. Ebenso hat der Universitätsrat Prof. Dr. Aya Kachi zur Associate Professorin an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät befördert. Beide Beförderungen treten auf den 1. August 2020 in Kraft.

Drei Titularprofessoren

Weiter hat der Universitätsrat die von der Regenz beschlossene Ernennung von Prof. Dr. Dr. Jens Kuhle für Neurologie, Prof. Dr. Dr. Cyrill A. Rentsch für Urologie sowie Prof. Dr. Daniel Tobler für Kardiologie zu Titularprofessoren an der Medizinischen Fakultät genehmigt.

Drei Freigaben

Zudem hat der Universitätsrat folgende drei Freigaben an der Philosophisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät genehmigt: eine Professur für Pharmaceutical Care am Departement Pharmazeutische Wissenschaften sowie zwei Professuren am Departement Physik, nämlich eine Professur für Experimental Quantum Computing with Semiconductors und eine Professur für Quantum Computing and Quantum Condensed Matter Theory.


Weitere Auskünfte

Dr. Angelika Jacobs, Universität Basel, Kommunikation, Tel. +41 61 207 63 04, E-Mail: angelika.jacobs@unibas.ch 

Fotos

Fotos der neu gewählten Professorinnen und Professoren finden sich in der Mediendatenbank.

nach oben