x
Loading
+ -

Universität Basel

02. Dezember 2019

Karrieresprung geplant? «Antelope» bringt Forscherinnen voran

Prof. Dr. Anna Petrig: «Ich hätte nie gedacht, dass mir ein solches Programm so viel bringen kann.» (Bild: Universität Basel, Dominik Plüss)
Prof. Dr. Anna Petrig: «Ich hätte nie gedacht, dass mir ein solches Programm so viel bringen kann.» (Bild: Universität Basel, Dominik Plüss)

Das Programm Antelope unterstützt hochqualifizierte Forscherinnen darin, die eigene Laufbahn voranzutreiben. Mit Erfolg, wie das Beispiel der Rechtsprofessorin Anna Petrig zeigt.

«Es war eine einsame Phase», erinnert sich Anna Petrig an ihre Zeit als Postdoktorandin. Als sie damals, mitten im Publikationsstress, eine E-Mail zum Antelope-Programm erhielt, dachte sie zunächst nur: «Für so etwas habe ich keine Zeit, ich muss schreiben, schreiben, schreiben.» Erst, als eine Kollegin sie erneut auf das Angebot aufmerksam machte, wurde Anna Petrig hellhörig. «Das Programm bietet mehr als ein Mentoring, es ist extrem facettenreich», hatte die Kollegin geschwärmt.

Kurz vor Ablauf der Bewerbungsfrist meldete sich Anna Petrig spontan an. Sie wurde aufgenommen. Heute ist sie Professorin für Völkerrecht und Öffentliches Recht an der Juristischen Fakultät der Universität Basel. Es ist ihre Traumstelle.

Das Karriereprogramm Antelope unterstützt hochqualifizierte Forscherinnen bei der systematischen Laufbahnplanung. Mit Erfolg: Wie Anna Petrig, die hier stellvertretend für andere Wissenschaftlerinnen zu Wort kommt, die nach der Antelope-Teilnahme einen Karrieresprung geschafft haben.

In Workshops und massgeschneiderten Einzelcoachings bereiten Fachpersonen die Teilnehmerinnen auf ihre zukünftigen Führungs- und Managementaufgaben vor. Ihr wissenschaftliches Profil wird geschärft und sie erhalten Unterstützung beim aufwendigen Bewerbungsverfahren. Aktuell können sich Interessierte für das Antelope-Programm 2020 bewerben.

«Es wäre überreif!»

«Ich hätte nie gedacht, dass mir ein solches Programm so viel bringen kann», sagt Anna Petrig drei Jahre nach ihrer Teilnahme. «Schon die Vorstellungsrunde war interessant.» Einige der anderen Frauen hätten sich bereits auf Professuren beworben, sie selber aber, die zu diesem Zeitpunkt weiter war als die meisten anderen Teilnehmerinnen, sei noch nicht richtig ins Bewerbungsrennen eingestiegen. «Erst dann habe ich mich gefragt: Warum eigentlich nicht? Es wäre überreif!» Zuvor meinte sie, noch mehr publizieren zu müssen, bevor sie in die Bewerbungsarena eintreten könne.

Ein Bewerbungsdossier hatte sie bereits zusammengestellt, nachdem dieses aber von einer Beraterin unter die Lupe genommen worden war, musste sich Anna Petrig eingestehen: «Da gibt es Luft nach oben.» Der Lebenslauf muss übersichtlich daherkommen – und es gilt: kein Understatement, sondern eigene Leistungen angemessen einschätzen und benennen.

Noch während ihrer Teilnahme am Programm erhielt Anna Petrig eine befristete Stelle als Assistenzprofessorin in Zürich. Kurz darauf folgte der Ruf nach Basel.

Professor Torsten Schwede, Vizerektor Forschung an der Universität Basel, wundert sich nicht über den grossen Erfolg des Programms. Im Gegenteil: Für ihn ist es ein effizienter Weg zur Förderung des weiblichen Nachwuchses: «Das Programm setzt gezielt dort an, wo mit relativ kleinem Aufwand viel erreicht werden kann. Diese Frauen sind schon exzellent, sie müssen sich dessen nur bewusstwerden und entsprechend handeln», sagt Schwede.

Rückblickend war der akademische Rucksack, den Anna Petrig vorweisen konnte, schon gut gefüllt. Dennoch möchte sie das Angebot nicht missen: «Eine Aussensicht hilft bei Bewerbungsprozessen enorm.» So habe sie etwa gelernt, Ausschreibungen für Projektgelder noch genauer zu lesen. Oft bringe es nichts, eine sehr gute Standardbewerbung einzureichen. Chancen auf einen Zuschlag hätten häufig nur massgeschneiderte Bewerbungen. Das gelte auch für Stellen. Wofür steht die Institution, bei der ich mich bewerbe? Inwiefern passt mein Profil zur Stelle? Inzwischen sitzt sie selber in Berufungskommissionen und weiss, wie wichtig es ist, sich vorgängig mit der fraglichen Universität zu beschäftigen.

Warum aber braucht es ein solches Programm aus Anna Petrigs Sicht explizit für Frauen? «Viele Frauen haben die Tendenz, ihre Fähigkeiten und Kompetenzen zu unterschätzen», sagt sie. Für Frauen seien Anstösse und Ermutigungen von aussen oft nötig auf dem Weg nach oben. «Antelope ist eine ausgezeichnete Unterstützung auf dem Sprung nach vorne.»

nach oben