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Universität Basel

06. Dezember 2021

Familienfreundlich: Basel als erste Schweizer Universität ausgezeichnet

Patricia Zweifel und Nicole Schaeren-Wiemers präsentieren vor dem Kollegienhaus das Zertifikat.
Das Zertifikat zum «audit familiengerechte hochschule» – für Patricia Zweifel, Projektleiterin Familienservice, und Vizerektorin Prof. Dr. Nicole Schaeren-Wiemers ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einer familiengerechten Hochschule. (Foto: Universität Basel, Dominik Plüss)

Die Universität Basel setzt sich strategisch und nachhaltig für eine familienbewusste Ausrichtung ein. Sie hat im Oktober das Zertifikat zum «audit familiengerechte hochschule» erhalten. Vertreterinnen und Vertreter der Universität sehen das Zertifikat als wichtigen Meilenstein – dennoch gibt es noch zu tun.

Auf die Verleihung des Zertifikats folgt die Umsetzung der vereinbarten Massnahmen: Im Rahmen der Auditierung muss die Universität Basel bis in einem Jahr den ersten Bericht vorlegen. «Darin werden wir darlegen, wie weit wir bei unseren Zielvereinbarungen sind, die wir individuell erstellt haben», sagt Patricia Zweifel von der Fachstelle Diversity. Sie war zusammen mit zahlreichen weiteren Vertreterinnen und Vertretern der Universität am Auditierungsprozess beteiligt.

Mehrere Bereiche wurden dabei unter die Lupe genommen. Die Ziele und Massnahmen, die sich aus den Prüfungen ergaben, seien im Haus breit abgestützt. Nicole Kälin, Leiterin der Fachstelle Diversity, sagt: «Das Commitment zum Thema Familie war im Prozess über alle Ebenen spürbar. Wir haben die besten Voraussetzungen, eine familienfreundliche Uni zu sein.»

Das Qualitätssiegel, das vom Kuratorium der «berufundfamilie Service Gmbh» erteilt wird, ist ein Novum in der Schweiz: Von den 94 Organisationen, die diesen Herbst erstmals oder erneut ausgezeichnet wurden, ist die Universität Basel die einzige schweizerische Institution. Unter dem Motto «Nachhaltig familienbewusst ins New Normal» attestiert die Auditgesellschaft audit familiengerechte hochschule eine familienfreundliche Studien- und Personalpolitik. Das Zertifikat gilt für drei Jahre. In dieser Zeit müssen die Unternehmen Fortschritte machen. Die Umsetzung der Massnahmen wird jährlich geprüft.

Starke Aussenwirkung

«Wir hoffen, dass wir nun noch stärker als attraktive Arbeitgeberin wahrgenommen werden – nicht nur innerhalb der Schweiz», sagt Reto Jeker, Leiter Human Resources. Er weist darauf hin, dass die Hälfte der Mitarbeitenden Doktorierende und Postdoktorierende seien und die Universität daher sehr international aufgestellt sei. «Entsprechend wichtig ist es, nach aussen zu tragen, dass wir familienfreundliche Anstellungs- und Studienbedingungen haben», sagt Jeker

«Wenn eine Familie Basel als Lebensmittelpunkt wählt, muss sich jedes Familienmitglied wohlfühlen – und das wollen wir erreichen», ergänzt Prof. Dr. Nicole Schaeren-Wiemers, Vizerektorin People & Culture. Das Zertifikat sei als Bekenntnis zu verstehen, sich weiterentwickeln zu wollen. So seien beispielsweise die Regenz-Sitzungen vom Mittwoch- auf den Donnerstagnachmittag verschoben worden, Abendsitzungen würden so gut es geht gemieden und die Uni-Kinderkrippe sei neu auch am Samstagmorgen geöffnet. Zudem bietet die Universität seit Anfang November eine Betreuung für kranke Kinder an.

Was genau möchte oder muss die Universität verbessern? «Derzeit sind wir beispielsweise dabei, manche Merkblätter zu überarbeiten. So etwa jenes zur Pflege oder zum Homeoffice», sagt Patricia Zweifel. Wichtig sei, dass alle Menschen an der Universität ihren Blick schärften und ihren Zuständigkeitsbereich unter dem Aspekt der Familienfreundlichkeit betrachteten. Die Grundlagen, also etwa die Reglemente und Ordnungen, seien schon sehr gut. «Nun gilt es, Familienfreundlichkeit auch zu leben», sagt Zweifel. Nicht, dass es von der individuellen Einstellung von Vorgesetzten oder Dozierenden abhängig ist, ob Studierende, Forschende und Mitarbeitende gute Rahmenbedingungen vorfinden.

Reto Jeker und sein Team sind dabei, die Anstellungsbedingungen unter dem Gesichtspunkt der Familienfreundlichkeit zu überarbeiten und weiterzuentwickeln. Etwas, was oft zu kurz komme, sei «elderly care», die Pflege und Betreuung älterer Familienmitglieder. «Ein solches Engagement muss möglich sein, ohne dass jemand ausbrennt oder sich nicht qualifizieren kann – das gilt für jede Art der familiären Betreuung. Damit müssen wir uns auseinandersetzen», sagt Jeker.

Sollte das Rektorat bis in drei Jahren entschieden haben, sich erneut zertifizieren zu lassen, wird die Universität wieder unter die Lupe genommen und überprüft, ob sie Fortschritte gemacht hat. Die Zuständigen sind guter Dinge, ihre Ziele zu erreichen.

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