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University of Basel

Ein Hochhaus für das Biozentrum

Christoph Dieffenbacher

Vor wenigen Wochen haben die Bauarbeiten für das neue Biozentrum begonnen, in drei Jahren soll der markante, über 70 Meter hohe Bau in Betrieb gehen. Für den Direktor des Biozentrums ist der Neubau eine «grosse Chance» nicht nur für die Universität, sondern auch für den Life-Sciences-Standort der ganzen Region.

Visualisierung des Neubaus für das Biozentrum.
Visualisierung des Neubaus für das Biozentrum. © Universität Basel

Die Baugrube für das neue Biozentrum auf dem «Schällemätteli»-Areal wird seit Anfang August ausgehoben, ab nächsten Frühling bis Ende 2015 folgen Rohbau und Fassade und 2016 ist der Ausbau dran; der Bezug ist für 2017 geplant. Der Neubau kommt neben das Universitäts-Kinderspital beider Basel und die bestehenden Bauten des Biozentrums sowie des Pharmazentrums zu stehen. Das Projekt stammt von der Zürcher Arbeitsgemeinschaft ilg santer und b+p baurealisation ag, Bauherren sind Basel-Stadt und Basel- Landschaft – die beiden Kantonsparlamente haben dafür bereits je 158,2 Mio. Franken bewilligt. Der Neubau wird ausser dem Biozentrum auch das Universitätsrechenzentrum, Hörsäle und eine öffentliche Cafeteria beherbergen. Das Gebäude ist von einem öffentlichen Platz umgeben, der als Campus dient, aber auch dem Quartier offensteht. Im Innern wird der freistehende Bau mit seinen 16 Ober- und drei Untergeschossen rund 600 Mitarbeitende und etwa 800 Studierende aufnehmen. Dass es überhaupt einen Neubau für das jetzige Biozentrum braucht, wird vor allem mit Platzproblemen begründet, aber auch mit technischen Schwierigkeiten am heutigen Ort. «In den letzten Jahren wurde hier der Platz so knapp, dass wir wichtige Forschungsgruppen, etwa die Bioinformatik, auslagern mussten», sagt der Biozentrumsdirektor und Zellbiologe Prof. Erich Nigg. Es herrschte chronischer Mangel an Vorlesungs- und Seminarräumen, das bald 45-jährige Gebäude ist zudem punkto Haustechnik und Energiehaushalt veraltet und damit teuer im Betrieb. Und schliesslich: «Moderne Mikroskope und andere komplexe Geräte stellen heute hohe Anforderungen an Kühlung, Temperaturkonstanz und Erschütterungsfreiheit. » Für die Universität und ihre beiden Trägerkantone steht das neue Biozentrum für eines der grössten Hochbauprojekte in ihrer Geschichte. Auf dem umgebenden Campus «Schällemätteli » werden später weiter auch die Departemente Biomedizin, Physik (mit Nanowissenschaften) und Chemie sowie das Departement für Biosysteme der ETH Zürich angesiedelt. Eine solche Konzentration auf einem einzigen Areal optimiere die Zusammenarbeit und fördere Gedankenaustausch und Kooperationen mit Industrie und Jungunternehmen, heisst es. Eine markante Vergrösserung des Biozentrums im Neubau sei nicht geplant, so Nigg weiter, doch könnten hier ausgelagerte Gruppen wieder integriert und einige zusätzliche Nachwuchsteams untergebracht werden. Die beiden Trägerkantone würden mit dem Bau ein «zukunftsweisendes Zeichen» setzen, denn auch andere Schweizer Hochschulstandorte, etwa Lausanne und Zürich, hätten beträchtliche Anstrengungen in diese Richtung unternommen. Nigg hofft, dass der Neubau «eine Signalwirkung entfaltet und als Katalysator für weitere dringend notwendige Bauten der Universität Basel dienen wird».

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