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Universität Basel

Umsetzung der Sparmassnahmen in der Leistungsperiode 2018–2021

Die Universität Basel hat die Herausforderungen der Leistungsperiode 2018 bis 2021 angenommen und die nötigen Massnahmen definiert. Auf der einen Seite werden die Einzahlungen in den Immobilienfonds reduziert und Reserven aufgelöst. Parallel dazu werden die Budgets der Fakultäten und Departemente um durchschnittlich 2,5 Prozent reduziert. Die Umsetzung der Massnahmen stellt sicher, dass die Universität Basel sich in dieser Leistungsperiode trotz sinkendem Globalbeitrag in strategisch wichtigen Bereichen weiterentwickeln kann.

Im Juni 2017 haben die Regierungen der Trägerkantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt die Vorlage für die Finanzierung der Universität Basel im Zeitraum 2018 bis 2021 präsentiert. Trotz unvermeidbaren Mehrkosten von insgesamt 27 Mio. Franken beschlossen die Trägerkantone einen Rückgang der Beiträge von je 10,0 Mio. Franken in den Jahren 2020 und 2021 gegenüber dem Ausgangsjahr 2017, womit in diesen beiden Jahren eine Einsparung von je rund 36 Mio. Franken entsteht.

Sparmassnahmen der Universität Basel

Einsparungen in Mio. CHF
2018
2019
2020
2021
Total
Einsparungen in Mio. CHF

Einsparungen Bereich Lehre und Forschung

2018

1,0

2019

4,4

2020

7,4

2021

9,3

Total

22,1

Einsparungen in Mio. CHF

Einsparungen Bereich Immobilien

2018

-2,41)

2019

5,7

2020

18,6

2021

15,9

Total

37,8

Einsparungen in Mio. CHF

Reduktion Reserven

2018

-

2019

-

2020

10,0

2021

10,0

Total

20,0

Einsparungen in Mio. CHF

Total Einsparung

2018

-1,41)

2019

10,1

2020

36,0

2021

35,2

Total

79,92)

1) Im Jahr 2018 kommt es zu Mehrausgaben im Bereich der Immobilien von CHF 2,4 Mio, was in der Summe der Einsparungen zu Mehrausgaben von CHF 1,4 Mio führt. Diese Mehrausgaben werden hier negativ aufgeführt, da in der Tabelle von Einsparungen die Rede ist, welche als positive Zahlen dargestellt werden.
2) Die Universität Basel muss in der Leistungsperiode 2018–2021 insgesamt CHF 79,9 Mio einsparen. Vielerorts wird jedoch der Betrag von CHF 44 Millionen genannt. Diese Zahl entstammt dem bikantonalen Bericht der Trägerkantone (Seite 28), der Ende Juni 2017 publiziert wurde.

Einsparungen im Bereich Lehre und Forschung

Die Umsetzung der Sparmassnahmen im Bereich Lehre und Forschung hat die Universitätsleitung in den vergangenen Monaten in engem Austausch mit den Fakultäten vollzogen. Diese haben vom Rektorat finanzielle Vorgaben erhalten, wobei die Fakultäten bei der Identifikation und der Umsetzung von Massnahmen eine hohe Autonomie hatten.

in Mio. CHF (Planungsstand Oktober 2018)
2018
2019
2020
2021
Total
in Mio. CHF (Planungsstand Oktober 2018)

Verzicht Stufenanstieg1

2018

-

2019

1,5

2020

1,5

2021

1,5

Total

4,5

in Mio. CHF (Planungsstand Oktober 2018)

Einsparung Verwaltung / Dienstleistungen

2018

0,6

2019

0,6

2020

0,6

2021

0,6

Total

2,4

in Mio. CHF (Planungsstand Oktober 2018)

Einsparung Fakultäten

2018

-

2019

2,0

2020

5,0

2021

6,8

Total

13,7

in Mio. CHF (Planungsstand Oktober 2018)

Weitere Sparmassnahmen (noch nicht spezifiziert)

2018

0,4

2019

0,4

2020

0,4

2021

0,4

Total

1,6

in Mio. CHF (Planungsstand Oktober 2018)

Total Einsparung in Lehre und Forschung

2018

1,0

2019

4,4

2020

7,4

2021

9,3

Total

22,1

1. Die Aussetzung des Stufenanstiegs im Jahr 2019 führt dazu, dass sich die Personalkosten auch in den Folgejahren reduzieren. Eine weitere Aussetzung des Stufenanstiegs im Rahmen der Sparmassnahmen ist nicht vorgesehen.

Massnahmen in den Gliederungseinheiten

Die Umsetzung der Sparmassnahmen im Bereich Lehre und Forschung hat die Universitätsleitung in den vergangenen Monaten in engem Austausch mit den Fakultäten vollzogen. Diese haben vom Rektorat finanzielle Vorgaben erhalten, wobei die Fakultäten bei der Identifikation und der Umsetzung von Massnahmen eine hohe Autonomie hatten.  Die folgende Tabelle fasst die die Sparvorgaben aller Fakultäten zusammen.

Einsparungen bei den Fakultäten gemäss Entwicklungs- und Strukturplan

Einheit
Bis 2021 strukturell einzusparen, in Mio. CHF
Einheit

Theologische Fakultät

Bis 2021 strukturell einzusparen, in Mio. CHF

0,1

Einheit

Juristische Fakultät

Bis 2021 strukturell einzusparen, in Mio. CHF

0,25

Einheit

Medizinische Fakultät

Bis 2021 strukturell einzusparen, in Mio. CHF

2,8

Einheit

Philosophisch-Historische Fakultät

Bis 2021 strukturell einzusparen, in Mio. CHF

0,9

Einheit

Philosophisch-Naturwissenschaftliche Fakultät

Bis 2021 strukturell einzusparen, in Mio. CHF

2,3

Einheit

Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät

Bis 2021 strukturell einzusparen, in Mio. CHF

0,07

Einheit

Fakultät für Psychologie

Bis 2021 strukturell einzusparen, in Mio. CHF

0,33

Einheit

Universitäre Institute

Bis 2021 strukturell einzusparen, in Mio. CHF

0,05

Einheit

Total Einsparung bei den Fakultäten (jährlich, ab 2021)

Bis 2021 strukturell einzusparen, in Mio. CHF

6,8

Die folgende Aufstellung gibt einen Überblick über die wichtigsten Massnahmen in den verschiedenen Gliederungseinheiten der Universität Basel:

Theologische Fakultät

Die Theologische Fakultät hat ein Jahresbudget von 3,6 Millionen Franken (Stand 2017). Sie muss dieses bis 2021 um 100'000 Franken auf 3,5 Millionen Franken senken, was einer Reduktion von 2,8 Prozent entspricht.

Massnahmen
  • Die grösste Einsparung der Theologischen Fakultät wird im Bereich Bibliothek realisiert. Die bisherige Bibliothek der Theologischen Fakultät wird administrativ und organisatorisch vollständig in die Universitätsbibliothek integriert.
  • Neuorganisation der Administration des Forschungsdekanats.

Juristische Fakultät

Die Juristische Fakultät hat ein Jahresbudget von 12,3 Millionen Franken (Stand 2017). Sie muss dieses bis 2021 um 250'000 Franken auf 12,05 Millionen Franken senken, was einer Reduktion von 2,0 Prozent entspricht.

Massnahmen

Die Juristische Fakultät erreicht ihre Sparvorgaben mit folgenden drei Massnahmen:

  • Verzicht auf eine Post Doc-Stelle (Anschubfinanzierung)
  • Verzicht auf eine Doktorandenstelle
  • Reduktion der Lehraufträge um neun Semesterwochenstunden pro Jahr

Die letztgenannte Massnahme hat zur Folge, dass gewisse Lehrveranstaltungen im Masterstudium künftig nicht mehr wie bisher im Zwei-, sondern im Drei-Semester-Rhythmus angeboten werden.

Die beiden letzteren Sparmassnahmen greifen ab 2021.


Medizinische Fakultät

Die Medizinische Fakultät hat ein Jahresbudget von 123,0 Millionen Franken (Stand 2017). Sie muss dieses bis 2021 um 2,8 Millionen Franken senken, was einer Reduktion von 2,3 Prozent entspricht.

Massnahmen

Folgende Professuren werden nicht mehr besetzt:

  • Makroskopische Anatomie
  • Reproduktionsmedizin/Endokrinologie
  • Kinder- und Jugendpsychiatrische Entwicklungspsychopathologie
  • Entzündungs- und Infektionspathologie (eine von fünf Pathologieprofessuren)
  • Physiologie (eine von vier Physiologieprofessuren)

Zudem wird die Forschungsausstattung der Professuren der Universitären Zahnkliniken (UZB) ab 2020 deutlich reduziert.

Trotz den Sparmassnahmen können dank neu eingeworbener Drittmittel folgende Professuren neu eingerichtet werden:

  • Infektiologie und Spitalhygiene
  • Notfallmedizin
  • Ophthalmologie-Forschungsprofessur

Philosophisch-Historische Fakultät

Die Philosophisch-Historische Fakultät hat ein Jahresbudget von 35,7 Millionen Franken (Stand 2017). Sie muss dieses bis 2021 um 900'000 Franken senken, was einer Reduktion von 2,5 Prozent entspricht.

Die Philosophisch-Historische Fakultät ging bei ihren Entscheidungen nicht nur vom einzelnen Fach aus, sondern von der Gesamtsituation der Fakultät. Es mussten Lösungen für Fächer mit unterschiedlicher Belastung und Ausstattung gefunden und strategische Überlegungen zur zukünftigen Entwicklung der Fakultät angestellt werden. 

Dort, wo sich schon jetzt Lösungen im Sinne der Nutzung von Synergien zwischen zwei Fächern ergeben haben, wurden bereits neue unbefristete Professuren ausgeschrieben. So haben sich etwa Soziologie und Politologie entschieden, eine gemeinsame Professur für Politische Soziologie einzurichten.

Massnahmen

Zwei Professuren werden aufgehoben:

  • Historisch-vergleichende Sprachwissenschaften
  • Vorderasiatische Altertumswissenschaften

Mit «Vorderasiatische Archäologie» und «Historisch-vergleichende Sprachwissenschaft» werden zwei sehr kleine Fächer mit wenigen Studierenden aufgelöst, die aber beide nicht von einer vollen Professur geleitet werden, sondern in einem Fall von einem Titularprofessor mit Lehraufträgen und im anderen von einer halben Professur.

Neu als zeitliche befristete Assistenzprofessuren ausgeschrieben werden: 

  • eine Professur in Iberoromanistik
  • eine Professur in Germanistik
  • eine Professur in Medienwissenschaft
  • eine Professur in Geschichte 

Mit diesem Vorgehen erzielt die Philosophisch-Historische Fakultät die verlangten Einsparungen und kann die längerfristigen Lösungen sorgfältig planen.


Philosophisch-Naturwissenschaftliche Fakultät

Die Philosophisch-Naturwissenschaftliche Fakultät hat ein Budget von 95,9 Millionen Franken (Stand 2017). Sie muss dieses bis 2021 um 2,3 Millionen Franken senken, was einer Reduktion von 2,4 Prozent entspricht.

Um die gegenwärtige Dynamik der Fakultätsentwicklung nicht zu brechen, ist geplant, die notwendigen Einsparungen weitgehend ohne Streichung von Professuren umzusetzen, sondern hauptsächlich durch strukturelle Einsparungen in den zentralen Budgets der Departemente, sowie durch Kürzungen der Personal- und Betriebsmittelbudgets der Forschungsgruppen. Einzig im Departement Umweltwissenschaften wird die Streichung einer Professur nötig werden. Entsprechend werden die Sparvorgaben von den einzelnen Organisationseinheiten hauptsächlich mit folgenden Massnahmen umgesetzt:

Massnahmen
  • Departement Biozentrum:
    → Kürzung um 6,9 Assistierenden-Stellen
    → Kürzung bei zentralen Personal- und Betriebsmitteln

  • Departement Umweltwissenschaften
    → Streichung einer vakanten Professur in Geowissenschaften

  • Departement Physik
    → Streichung einer Position im Bereich Astrophysik (wiss. MA) 

  • Departement Mathematik & Informatik
    → Kürzung um 1,0 Assistierenden-Stellen

  • Departement Chemie
    → Kürzung bei zentralen Personalmitteln

  • Departement Pharmazeutische Wissenschaften
    → Kürzung bei zentralen Personalmitteln

Weiter sind diverse kleinere Kürzungen der Personal- und Betriebsmittel sowohl der einzelnen Forschungsgruppen als auch der zentralen Bereiche vorgesehen.

Die Kürzungen im Personalbereich können vollumfänglich über Nichtwiederbesetzung freiwerdender Stellen realisiert werden.


Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät

Die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät hat ein Budget von 10,4 Millionen Franken (Stand 2017). Sie muss dieses bis 2021 um 70’000 Franken senken, was einer Reduktion von 0,7 Prozent entspricht.

In der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät fallen ab 2019 Drittmittel weg, mit denen eine strukturelle Professur mitfinanziert wurde. Zudem hat die Fakultät vergleichsweise ungünstige Betreuungsverhältnisse. Aus diesen Gründen ist der Sparbeitrag der Wirtschaftswissenschaften unterdurchschnittlich.

Massnahmen
  • Der Verzicht auf die Besetzung einer freiwerdenden Verwaltungsstelle (Pensionierung) bringt die geforderten Einsparungen.
  • Nicht-Erneuerung von zwei Nachwuchs-Förderstellen (Laspeyres Fellowship) sowie Nicht-Besetzung einer Assistenz-Professur machen Mittel frei für die Schaffung von zwei Universitätsdozenturen (je 60%), was zu einer Verbesserung der Betreuungsverhältnisse führen wird.

Fakultät für Psychologie

Die Fakultät für Psychologie hat ein Budget von 10,3 Millionen Franken (Stand 2017). Sie muss dieses bis 2021 um 330’000 Franken senken, was einer Reduktion von 3,2 Prozent entspricht.

Massnahme
  • Verzicht auf die Nachbesetzung einer Professur im Bereich Klinische Psychologie und Neurowissenschaften. Diese Professur soll prioritär nachbesetzt werden, sobald es die Mittel wieder zulassen.


Interdisziplinäre Bereiche

Die interdisziplinären Bereiche haben ein Budget von 3,5 Millionen Franken (Stand 2017). Sie müssen dieses bis 2021 um 50’000 Franken senken, was einer Reduktion von 1,4 Prozent entspricht.

Die vier universitären Institute «Bildungswissenschaften», «Bio- und Medizinethik», «Centre for Philanthropy Studies» sowie das Europainstitut leisten mit kleineren Massnahmen einen Sparbeitrag von insgesamt CHF 50'000 p.a.

Einsparungen im Bereich Immobilien

Sparvorgabe (strukturell, zu erreichen bis 2021) in Mio. CHF: 15,9

Massnahmen

  • Der grösste Beitrag beinhaltet die Reduktion der Äufnung des Immobilienfonds, mit dem zukünftige Bauprojekte der Universität finanziert werden sollen.
  • Weitere Einsparungen werden im Bereich des Facility Managements erzielt, primär durch Bündelung, Optimierung und Neuausschreibung externe Dienstleistungen.

Die Reduktion der Beiträge an den Immobilienfonds führt dazu, dass zukünftigen Bauprojekten der Universität Basel weniger Mittel zur Verfügung stehen werden. Die Bauprojekte werden im Rahmen einer rollenden Planung auf Basis der zur Verfügung stehenden Mittel priorisiert.

Strategie 2030

Die Leistungsperiode 2018–2021 wird von der Universität Basel als Übergangsperiode und Konsolidierungsphase interpretiert. In der darauffolgenden Leistungsperiode sollte die Universität Basel wieder eine Chance erhalten, in strategisch wichtigen Bereichen investieren zu können, damit sie ihren Platz unter den besten Universitäten der Welt weiterhin behaupten kann.

Derzeit erarbeiten Universitätsrat und Universitätsleitung die «Strategie 2030». Diese sollte im Herbst 2019 vorliegen. Auf Grund der Strategie 2030 werden die Regierungen der Trägerkantone im 4. Quartal 2019 die Eckwerte für die Leistungsperiode 2022–2025 festlegen. Damit definieren die Regierungen die Rahmenbedingungen, auf Grund derer die Universität Basel die Planung der Leistungsperiode 2022–2025 in Angriff nehmen kann.

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