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Universität Basel

Geschlechtergerechte Sprache

Sprache ist unser wichtigstes Kommunikationsmittel. Sie ist aber nicht nur ein Instrument der Verständigung zwischen verschiedenen Individuen, sondern stiftet soziale Identität − so beispielsweise durch die Verwendung gruppenspezifischer Ausdrücke oder Redensweisen − und schafft dadurch auch Realität.

Wieso sollen Texte geschlechtergerecht formuliert werden?

Geschlechtergerechte Texte stellen die Gleichstellung von Frau und Mann in der Sprache sicher und unterstützen somit Veränderungen zur tatsächlichen Gleichstellung von Frauen und Männern in allen Lebensbereichen. Geschlechtergerechte Texte sind zudem eindeutig und klar – und somit eine unabdingbare Voraussetzung für exaktes wissenschaftliches Schreiben.

Wann ist ein Text geschlechtergerecht formuliert, wann nicht?

Frauen und Männer müssen sprachlich im gleichen Mass sichtbar sein. Dabei ist darauf zu achten, dass explizit beide Geschlechter angesprochen werden. Formulierungen, die implizit Frauen und Männer meinen − so beispielsweise das generische Maskulinum − bieten keine adäquate Lösung, auch von Generalklauseln sollte abgesehen werden. Dies sind Scheinlösungen, die rechtlich genügen mögen, jedoch weit von einer sprachlichen Gleichbehandlung der Geschlechter entfernt sind.

Die deutsche Sprache bietet eine ganze Reihe sprachlicher Mittel, mit denen das Postulat des geschlechtergerechten Formulierens umgesetzt werden kann. Es gibt Kontexte, in denen sich ein Mittel gut eignet, ein anderes weniger. In gewissen Fällen wird der Inhalt einer Aussage leicht verändert, je nachdem, welches Mittel gewählt wird. Die verschiedenen Möglichkeiten sind also nicht immer austauschbar.

Bei der geschlechtergerechten Formulierung geht es auch nicht darum, konsequent ein und dasselbe Mittel über einen ganzen Text hinweg anzuwenden. Gut geschlechtergerecht formulieren heisst vielmehr, aufgrund des Kontextes, der Textsorte und der Bedeutung einer Aussage die bestmögliche geschlechtergerechte Formulierung zu finden, indem man verschiedene Lösungsvarianten miteinander vergleicht, Bedeutungsunterschiede erkennt und die Varianten gegeneinander abwägt.

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