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Universität Basel

Enthüllen und Verbergen

Prof. Barbara Schellewald, Spezialistin für mittelalterliche Kunstgeschichte, forscht über die Methoden des Bildes in der Vormoderne.

Barbara Schellewald
Barbara Schellewald: «Mosaiken sind ein Medium zwischen Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit.» © Universität Basel

«Enthüllen» und «Verbergen» sind dabei für sie die beiden zentralen Begriffe, denn sie lassen sich sowohl auf eine Praxis mit den Bildern als auch auf die Bilder selbst beziehen: Der Objektstatus des Bildes hat einerseits schon immer eine Praxis des Enthüllens und Verbergens nahegelegt, vor allem, wenn es um Darstellungen oder um den Denkprozess eines Bildes des Göttlichen geht. Anderseits kennzeichnet das Enthüllen und Verbergen eine Bildern überhaupt innewohnende Dynamik. Im Zentrum ihres Interesses stehen seit Längerem die Relationen zwischen dem Medium Mosaik, dem (Raum-)Licht und der bildtheoretischen Fundierung. Produktionsbedingungen stehen ebenso im Fokus wie die aus den Relationen erwachsene Programmatik: «Mosaiken sind ein Medium zwischen Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit – und sie spiegeln buchstäblich die unüberwindliche Distanz zur Sichtbarkeit des Heiligen.»

Neben der Wissenschaftsgeschichte befasst sich die Kunsthistorikerin mit dem Kulturtransfer zwischen Ost und West während des gesamten Mittelalters – zum Beispiel, wie sich das östliche Bild im Westen darstellt. Insbesondere die Kunstgeschichte während des Nationalsozialismus ist von ihr erforscht worden. Ein neuer Schwerpunkt, auch für den Fachbereich Kunstgeschichte, wurde mit den Themenfeldern der Mittelalterrezeption und der Beziehung zwischen dem Mittelalter und der Moderne etabliert.

Schellewald studierte neben Kunstgeschichte auch Indologie, Klassische und Christliche Archäologie sowie Italienische Philologie an den Universitäten Heidelberg und Bonn. Nach ihrer Habilitation wurde sie zunächst an die Universität Leipzig und darauf an die Universität Bonn berufen. Seit 2004 ist sie Professorin für Allgemeine Kunstgeschichte des Mittelalters an der Universität Basel und Mitglied von «eikones», des Nationalen Forschungsschwerpunkts Bildkritik, an der Universität Basel.

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