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Universität Basel

Bakterien-Injektionsnadel

Viele Krankheitserreger infizieren ihre Wirtszellen, indem sie ihnen einen wahren Cocktail aus Zellgiften einspritzen. Dafür benutzen die Bakterien einen speziellen Infektionsapparat.

Bakterien-Injektionsnadel
Bakterien-Injektionsnadel

Beim Infektionsapparat, dem sogenannten Typ-III-Sekretionssystem (T3SS), handelt es sich um eine Art Nano-Nadel, mit der die Proteine und Gifte in die Zellen injiziert werden. Die Forschungsgruppe von Prof. Henning Stahlberg vom Biozentrum der Universität Basel präsentiert nun erstmals die 3-D-Struktur des T3SS in situ, also in der intakten Membran von Bakterien. Mittels hoch spezialisierter Methoden wie Kryoelektronentomografie, Röntgenkristallografie und Computermodellierungen ist es dem Team gelungen, bislang unbekannte strukturelle Details des intakten T3SS von Y. enterocolitica zu erkennen, des Erregers der Gastroenteritis. So konnte das Team nachweisen, dass einzelne Proteine der Nadelbasis elastisch sind. Vermutet wird, dass diese Flexibilität des Infektionsapparats eine Art Schutzmechanismus bildet. Dieser ermöglicht es den Bakterien, sich den Umweltbedingungen anzupassen und ihr Infektionspotenzial aufrechtzuerhalten, indem die Struktur der fragilen Proteinkomplexe bewahrt bleibt.

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