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Universität Basel

«Neues» Europainstitut mit globaler Perspektive

Anne Zimmermann

Mit einer neuen Direktion, erweiterten Programmen in Forschung und Lehre sowie einer Neuorientierung auf eine globale Perspektive dient das Europainstitut der interdisziplinären Analyse Europas in einer globalisierten Welt.

Villa des Europainstituts im Gellert-Quartiert.
Unter neuer Leitung und mit veränderter Ausrichtung: das Europainstitut in einer Villa im Basler Gellert-Quartier. © Christian Flierl

Das Europainstitut der Universität Basel (EIB) feiert dieses Jahr sein 20-Jahre-Jubiläum. Der neue englische Name – Institute for European Global Studies – steht für eine substanzielle Erweiterung des bisherigen Programms zur globalen Europaforschung. Seit April 2013 unter der Leitung einer neuen Direktorin, der Historikerin Prof. Dr. Madeleine Herren, soll das «neue» Institut zur Umsetzung der European and Global Studies, einem der thematischen Schwerpunkte der strategischen Ausrichtung der Universität Basel für die Jahre 2014–2021, einen wesentlichen Beitrag leisten. Das 1993 gegründete Europainstitut konzentrierte sich zunächst auf die interdisziplinäre Erforschung der wirtschaftlichen, rechtlichen und politischen Aspekte der europäischen Integration. Inzwischen ist ein globales Europa entstanden, dessen vielschichtige Beziehungen insbesondere zu Asien und Afrika an Bedeutung gewonnen haben. Während nationale Grenzen zusehends durchlässiger werden, entstehen neue Formen von Identitäten durch Migration, durch transkulturelle Lebensformen, durch lokale Ausprägungen weitreichender Netzwerke.

Synergien, Kooperationen, Partnerschaften
Herren will das Institut in diesem Sinn neu ausrichten und betont Synergien mit den an der Universität Basel gut etablierten Afrikastudien. Die für Europa und die Europäische Union zusehends wichtigen Beziehungen zu Asien finden ihren Ausdruck in neuen Forschungskooperationen. Das Europainstitut wird dabei insbesondere die neue Partnerschaft der Universität Basel mit der East China Normal University in Shanghai nutzen können. «Es gibt nicht nur die eine europäische Integration: Europa ist zu einem Laboratorium vielschichtiger Integrationsprozesse unterschiedlicher Reichweite geworden», sagt Herren im Gespräch. Zuvor Professorin für Neuere Geschichte und eine der Direktoren des Exzellenzclusters «Asien und Europa im globalen Kontext» in Heidelberg, hat sie das Konzept der «Transkulturalität» zur Erfassung von Themen mit globaler Reichweite und lokalen Folgen mitentwickelt. In Basel will sie die Forschung verstärkt auf Themen ausrichten, die für Europa, Asien und Afrika von Bedeutung sind und kollaborative Ansätze verlangen. «Etwa das Thema Altern: Im Jahr 2050 wird es mehr über 60-Jährige als Kinder unter 15 Jahren geben. Diese demografische Entwicklung hat tiefgreifende wirtschaftliche, soziale, politische Konsequenzen nicht nur in Europa, sondern ebenso in Asien und Afrika.»

Gastgeber und Anbieter der European Global Studies
Mit seinen drei Forschungsbereichen Gesellschaft, Recht und Wirtschaft bleibt das Europainstitut in seiner interdisziplinären Ausrichtung bestehen und wird weiterhin Gastdozierende beherbergen. Daneben wird es durch zwei Assistenzprofessuren, durch Visiting Research Fellows und Doktorandenstipendien erweitert. Herren möchte das Europainstitut zudem zu einem attraktiven Gastgeber für drittmittelfinanzierte Forschungsprojekte ausbauen. Davon soll auch die Lehre profitieren. Während die Nachdiplomstudien (MAS und CAS) in europäischer Integration weiterhin im Angebot sind, wird der erfolgreiche Masterstudiengang derzeit zu «European Global Studies» erweitert. Die Studierenden sollen dabei früh in die Forschung einbezogen werden und ein attraktives Umfeld nutzen können, welches die Bereitstellung digitaler Hilfsmittel und die Einführung in datenbankgestützte Forschung umfasst. Die Universität Basel bietet der interdisziplinären, global ausgerichteten Europaforschung einen bedeutenden Standortvorteil: «Basel ist eine jener klassischen europäischen Universitäten, die ein breites Spektrum von Disziplinen aufweisen und damit für innovative, interdisziplinäre Forschung besonders geeignet sind.»

Ziele und Aufgaben
Das Europainstitut der Universität Basel (EUB) entwickelt fächerübergreifende Konzepte globaler Europaforschung und setzt insbesondere die folgenden Ziele um:

  • European Global Studies als konzeptionelle Plattform für eine zukunftsgerichtete Europaforschung
  • Schaffung einer attraktiven und kompetitiven Umgebung für projektbezogene Forschung
  • Bündelung von fächer- und methodenübergrei fenden Kompetenzen zu Europa, Afrika und Asien
  • Einladungen von Fellows zur Gestaltung von Forschungsprojekten
  • Nachwuchsförderung für Doktorierende und Postdocs in einer internationalen und multidisziplinären Forschungsumgebung
  • Master- und Nachdiplomstudien über zukunfts weisende Fragen Europas im ökonomischen, rechtlichen, politikwissenschaftlichen und historischen Kontext
  • die Entwicklung eines methodologischen Versuchslabors zur verschränkten Nutzung digitaler und analoger Ressourcen
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